Halle (Saale). Der Bergzoo Halle ist um eine neue Besucherattraktion reicher. Seit Samstag, dem 11. Juli 2026, ist die neu gestaltete Pelikananlage für das Publikum geöffnet. Die Anlage befindet sich im vorderen Teil des Zoos links neben dem Bereich der Erdmännchen und kann während der regulären Öffnungszeiten betreten werden.
Anders als bei klassischen Tiergehegen beobachten Besucher die Pelikane nicht ausschließlich hinter einer Scheibe oder einem hohen Zaun. Sie gelangen selbst in den gestalteten Anlagenbereich und erleben die großen Vögel dadurch aus unmittelbarer Nähe.
Für den Bergzoo bedeutet die Eröffnung eine weitere sichtbare Modernisierung. Für Besucher entsteht ein intensiveres Tiererlebnis. Gleichzeitig muss sich zeigen, ob die Nähe so organisiert wird, dass die Pelikane ausreichend Rückzugsmöglichkeiten behalten und nicht durch unvorsichtige Gäste bedrängt werden.
Neue Anlage öffnete am 11. Juli
Die Bauarbeiten an der Pelikananlage liefen über mehrere Monate.
Besucher können das Gehege betreten
Mit der Eröffnung wurde aus dem bisherigen Pelikanbereich eine begehbare Anlage. Besucher bewegen sich damit innerhalb des gestalteten Lebensraumes, während sich die Tiere frei in dem für sie vorgesehenen Bereich aufhalten können.
Dieses Konzept wird inzwischen in vielen Zoos für Vögel, kleinere Säugetiere und bestimmte andere Tierarten eingesetzt. Es soll Beobachtungen ermöglichen, die in traditionellen Gehegen kaum möglich wären.
Zugang ist im regulären Zoobesuch enthalten
Die neue Attraktion kann während der gewöhnlichen Öffnungszeiten des Bergzoos besucht werden. Eine gesonderte Veranstaltung oder zusätzliche Eintrittskarte wurde für den Anlagenbesuch nicht angekündigt.
Damit eignet sich die Pelikananlage besonders als neues Ziel für Familien und Feriengäste, die den Zoo ohnehin besuchen.
Standort liegt im vorderen Zoobereich
Die Anlage befindet sich nach der veröffentlichten Besucherinformation links neben der Erdmännchenanlage.
Der gut erreichbare Standort sorgt dafür, dass viele Besucher die Pelikane bereits zu Beginn ihres Rundganges erleben können.
Meerespelikane teilen sich den Bereich mit Wildputen
Auf der Anlage leben Meerespelikane. Während der Sommermonate teilen sie sich den Bereich nach Angaben des Zoos mit Wildputen.
Auffällige Schnäbel mit großem Kehlsack
Pelikane gehören zu den Tieren, die selbst Kinder schnell erkennen. Besonders auffällig sind ihre langen Schnäbel und die dehnbaren Kehlsäcke.
Der Kehlsack dient nicht als dauerhafter Vorratsbehälter. Die Vögel nutzen ihn vor allem beim Fang und bei der Verarbeitung von Nahrung.
Große Vögel wirken aus der Nähe noch beeindruckender
Erwachsene Pelikane erreichen eine beträchtliche Körpergröße und Spannweite. Innerhalb einer begehbaren Anlage wird diese Dimension stärker wahrnehmbar als aus größerer Entfernung.
Genau darin liegt der Reiz des neuen Konzeptes. Besucher sehen Bewegungen, Gefieder und Verhalten deutlich genauer.
Wildputen ergänzen das Anlagenbild
Die gemeinsame Haltung unterschiedlicher Arten kann einen abwechslungsreicheren Lebensraum schaffen.
Sie funktioniert jedoch nur dann, wenn die Tiere ähnliche Bedingungen vertragen, genügend Platz besitzen und sich gegenseitig ausweichen können.
Meerespelikane jagen im Sturzflug
Die im Bergzoo gehaltenen Meerespelikane unterscheiden sich in ihrer Jagdweise von vielen anderen Pelikanarten.
Sturzflug aus großer Höhe
Nach Angaben des Bergzoos können Meerespelikane ihre Beute im Sturzflug aus einer Höhe von bis zu 20 Metern ergreifen.
Dabei schießen die schweren Vögel mit hoher Geschwindigkeit in Richtung Wasseroberfläche.
Luftsäcke dämpfen den Aufprall
Luftsäcke an den Lungen helfen dabei, den Aufprall auf das Wasser abzufedern.
Diese besondere Anpassung zeigt, wie stark Körperbau und Jagdverhalten einer Tierart miteinander verbunden sind.
Zoobesucher sehen nicht jedes natürliche Verhalten
In einer Tieranlage lassen sich viele Bewegungen und soziale Verhaltensweisen beobachten. Ein Sturzflug aus 20 Metern Höhe dürfte dort jedoch nur eingeschränkt oder gar nicht möglich sein.
Zoos müssen daher ehrlich unterscheiden, welche natürlichen Verhaltensweisen ihre Anlagen ermöglichen und welche nur durch Informationstafeln, Filme oder Schaufütterungen erklärt werden können.
Nähe soll Interesse und Verständnis fördern
Begehbare Anlagen folgen einem pädagogischen Grundgedanken: Menschen sollen Tiere nicht nur aus großer Entfernung betrachten, sondern ihr Verhalten möglichst unmittelbar wahrnehmen.
Direkte Begegnung bleibt stärker in Erinnerung
Kinder erinnern sich häufig besonders an Tiere, die ihnen nahegekommen sind oder die sie länger beobachten konnten.
Eine solche Erfahrung kann Interesse an Biologie, Lebensräumen und Artenschutz wecken.
Beobachtung ersetzt bloßes Vorbeigehen
Bei traditionellen Gehegen gehen Besucher manchmal nach wenigen Sekunden weiter.
Eine begehbare Anlage kann dazu anregen, langsamer zu werden und auf Körperhaltung, Lautäußerungen oder soziale Interaktionen zu achten.
Informationstafeln bleiben trotzdem notwendig
Nähe allein vermittelt noch kein Wissen.
Der Zoo sollte verständlich erklären, wo Meerespelikane leben, wie sie jagen, was sie fressen und welchen Gefahren ihre natürlichen Bestände ausgesetzt sind.
Besucher dürfen die Tiere nicht anfassen
Die Formulierung „hautnah“ darf nicht missverstanden werden. Eine begehbare Anlage ist kein Streichelzoo.
Abstand bleibt notwendig
Pelikane sind große Wildtiere mit kräftigen Schnäbeln. Besucher sollten ihnen nicht den Weg versperren, sie verfolgen oder zu Berührungen zwingen.
Auch ein scheinbar ruhiger Vogel kann sich bedroht fühlen, wenn Menschen zu dicht herankommen.
Füttern muss verboten bleiben
Mitgebrachte Lebensmittel können für Tiere ungeeignet oder gesundheitsschädlich sein.
Zudem verändert unkontrolliertes Füttern das Verhalten. Tiere könnten Besucher bedrängen oder um Nahrung konkurrieren.
Kinder benötigen Begleitung
Jüngere Kinder reagieren oft spontan und möchten Tieren hinterherlaufen oder sie berühren.
Eltern müssen deshalb aufmerksam bleiben und Regeln erklären, bevor es zu einer problematischen Situation kommt.
Rückzugsräume entscheiden über das Tierwohl
Eine gute begehbare Anlage darf nicht allein aus der Perspektive der Besucher geplant werden.
Tiere brauchen ungestörte Bereiche
Pelikane müssen jederzeit die Möglichkeit haben, sich dem Publikum zu entziehen.
Dazu gehören ausreichend große Wasserflächen, Inseln, erhöhte Bereiche oder Zonen, die Besucher nicht betreten dürfen.
Dauerhafte Nähe kann Stress verursachen
Viele Menschen, Kinderlärm, Kameras und schnelle Bewegungen können Tiere belasten.
Der Zoo muss das Verhalten der Pelikane deshalb besonders in den ersten Wochen beobachten und Besucherzahlen gegebenenfalls steuern.
Sperrungen müssen möglich bleiben
Sollten Tiere brüten, erkranken oder erkennbar gestresst reagieren, muss der Zoo einzelne Bereiche vorübergehend schließen können.
Das Tierwohl muss Vorrang vor dem Anspruch haben, die Anlage jederzeit vollständig zugänglich zu halten.
Klare Regeln schützen Tiere und Besucher
Der Erfolg der Anlage hängt wesentlich davon ab, ob Verhaltensregeln sichtbar und verständlich vermittelt werden.
Nicht rennen und nicht schreien
Hektische Bewegungen und laute Geräusche können Vögel aufscheuchen.
Besucher sollten sich ruhig bewegen und den vorgesehenen Wegen folgen.
Keine Selfies auf Kosten der Tiere
Der Wunsch nach einem möglichst spektakulären Foto darf nicht dazu führen, dass Besucher Tiere bedrängen oder Wege verlassen.
Nahaufnahmen lassen sich auch mit ausreichendem Abstand erzielen.
Hunde müssen besonders kontrolliert werden
Der Bergzoo erlaubt grundsätzlich die Mitnahme von Hunden. In oder an einer begehbaren Vogelanlage braucht es deshalb besonders klare Regeln.
Hunde sollten kurz angeleint bleiben und dürfen die Vögel keinesfalls jagen oder anbellen. Je nach Gestaltung kann es sinnvoll sein, sie vollständig aus dem begehbaren Bereich auszuschließen.
Die Anlage stärkt den Bergzoo als Ausflugsziel
Der Zoo liegt auf dem Reilsberg und gehört zu den bekannten Freizeiteinrichtungen Halles.
Neue Attraktionen schaffen Gründe für Wiederholungsbesuche
Viele Familien kennen den Bergzoo bereits. Neue oder modernisierte Anlagen können sie dazu bewegen, erneut zu kommen.
Gerade kleinere Zoos sind darauf angewiesen, ihr Angebot kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Ferienzeit ist günstiger Eröffnungstermin
Die Öffnung am 11. Juli fällt in die Sommerferien.
Dadurch erreicht die neue Anlage unmittelbar ein größeres Familienpublikum und kann bereits in den ersten Wochen intensiv genutzt werden.
Zoo und Stadt profitieren gemeinsam
Auswärtige Zoobesucher nutzen möglicherweise auch Gastronomie, öffentliche Verkehrsmittel und weitere Sehenswürdigkeiten.
Eine attraktive Freizeiteinrichtung ist daher nicht nur für den Betreiber, sondern auch für Tourismus und Stadtmarketing relevant.
Halles Zoo befindet sich im Wandel
Die Pelikananlage ist nicht das einzige Projekt, das den Bergzoo verändert.
Elefantenfamilie zog nach Berlin
Die fünfköpfige hallesche Elefantenfamilie wechselte 2026 in den Tierpark Berlin. Hintergrund waren unter anderem die begrenzten Platzverhältnisse des bisherigen Stallbereichs und geplante Umbauten am Zooeingang sowie an der Außenanlage.
Der Abschied zeigte, dass moderne Tierhaltung mitunter schwierige Entscheidungen verlangt.
Umbauten sollen bis 2029 reichen
Die Arbeiten rund um die frühere Elefantenanlage und den hinteren Zooeingang sollen nach den veröffentlichten Planungen bis 2029 dauern.
Damit steht der Bergzoo vor einer längeren Phase baulicher und konzeptioneller Veränderungen.
Neue Anlagen müssen Gesamtkonzept folgen
Einzelne Attraktionen dürfen nicht isoliert entstehen.
Wegeführung, Tierhaltung, Bildung, Barrierefreiheit und Gastronomie sollten sich zu einem nachvollziehbaren Zukunftskonzept verbinden.
Begehbare Anlagen sind kein Selbstzweck
Zoos werben gern mit unmittelbaren Begegnungen. Doch nicht jede Tierart eignet sich gleichermaßen dafür.
Eignung muss wissenschaftlich geprüft sein
Entscheidend sind Verhalten, Fluchtdistanz, Aggressionspotenzial, Gesundheitsrisiken und die Möglichkeit ausreichender Rückzugsräume.
Bei Pelikanen muss insbesondere verhindert werden, dass Besucher zwischen Tiere geraten oder sie in engen Bereichen einkreisen.
Publikumsinteresse darf Haltung nicht bestimmen
Eine Tieranlage sollte nicht nur gebaut werden, weil spektakuläre Nähe gute Bilder verspricht.
Sie muss langfristig zur Biologie der Tiere passen und für Pfleger sicher zu betreiben sein.
Erfahrungen müssen ausgewertet werden
Der Zoo sollte nach der ersten Saison prüfen, wie häufig Konflikte auftreten, ob Tiere bestimmte Bereiche meiden und ob Besucher die Regeln einhalten.
Aus solchen Beobachtungen können bauliche oder organisatorische Verbesserungen entstehen.
Hygiene bleibt ein wichtiger Punkt
Wo Besucher und Tiere denselben Bereich nutzen, müssen Sauberkeit und Gesundheitsvorsorge besonders ernst genommen werden.
Hände nach dem Besuch reinigen
Besucher sollten nach Tierkontakten beziehungsweise nach dem Aufenthalt in begehbaren Anlagen ihre Hände waschen oder desinfizieren.
Das gilt besonders vor dem Essen.
Wege müssen regelmäßig gereinigt werden
Vogelkot auf Laufwegen kann rutschig sein und Verschmutzungen verursachen.
Der Zoo benötigt deshalb ein konsequentes Reinigungs- und Kontrollsystem.
Kranke Tiere müssen abgeschirmt werden
Bei Krankheitsverdacht oder veterinärmedizinischen Maßnahmen muss die Anlage vollständig oder teilweise geschlossen werden können.
Besuchern sollte dann verständlich erklärt werden, warum der Zugang vorübergehend nicht möglich ist.
Barrierefreiheit muss mitgedacht werden
Eine neue Besucheranlage sollte möglichst allen Gästen offenstehen.
Wege brauchen ausreichende Breite
Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator und Familien mit Kinderwagen benötigen breite, feste und möglichst ebene Wege.
Sitzmöglichkeiten helfen älteren Besuchern
Nicht jeder kann längere Zeit stehen.
Bänke außerhalb sensibler Tierbereiche erhöhen die Aufenthaltsqualität, ohne die Bewegungsflächen der Pelikane einzuschränken.
Hinweise müssen gut lesbar sein
Regeln und Tierinformationen sollten kontrastreich, verständlich und in geeigneter Höhe angebracht werden.
Piktogramme helfen auch jüngeren Kindern und internationalen Gästen.
Was Besucher vor ihrem Rundgang wissen sollten
Die Anlage ist während der regulären Öffnungszeiten zugänglich und liegt im vorderen Zoobereich.
Ruhig und langsam bewegen
Die Pelikane sollen selbst entscheiden können, wie nah sie kommen.
Tiere nicht berühren
Auch wenn keine Scheibe dazwischenliegt, bleiben Pelikane Wildtiere.
Nicht füttern
Futter darf ausschließlich vom Tierpflegepersonal ausgegeben werden.
Wege nicht verlassen
Abgesperrte Bereiche dienen als Rückzugsräume und müssen respektiert werden.
Kinder beaufsichtigen
Eltern tragen Verantwortung dafür, dass Regeln eingehalten werden.
Tiernähe verpflichtet zu mehr Rücksicht
Die neue Pelikananlage ist eine attraktive Bereicherung für den Bergzoo. Sie ermöglicht Beobachtungen, die hinter hohen Zäunen oder aus großer Entfernung kaum möglich wären.
Doch je geringer der Abstand zwischen Mensch und Tier wird, desto größer wird die Verantwortung der Besucher. Eine begehbare Anlage ist kein Freizeitparkfahrgeschäft und kein Ort für Jagd nach dem spektakulärsten Selfie.
Der Zoo muss klare Regeln durchsetzen, ausreichend Rückzugsräume schaffen und aufmerksam beobachten, wie die Pelikane auf den täglichen Besucherstrom reagieren. Falls einzelne Tiere Stress zeigen, muss nachgebessert werden.
Für Familien bietet die Anlage eine gute Gelegenheit, Kindern Respekt vor Tieren zu vermitteln. Nähe bedeutet nicht, alles anfassen zu dürfen. Sie bedeutet, genauer hinzusehen und das Verhalten eines anderen Lebewesens zu achten.
Gelingt dieser Ausgleich, wird die neue Anlage mehr als eine touristische Attraktion. Sie kann zu einem Ort werden, an dem Besucher Pelikane nicht nur aus nächster Nähe sehen, sondern auch etwas über verantwortungsvollen Umgang mit Tieren lernen.