Ein gestohlenes Fahrrad lässt sich häufig nur schwer seinem rechtmäßigen Eigentümer zuordnen. Fehlt die Rahmennummer oder wurde sie nicht notiert, können selbst von der Polizei gefundene Räder lange ohne eindeutige Zuordnung bleiben.
Die Polizeiinspektion Cottbus/Spree bietet deshalb am heutigen Dienstag, dem 14. Juli 2026, eine kostenlose Fahrradcodierung an. Die Aktion findet von 14 bis 17 Uhr am Spreewaldbahnhof statt. Der Stand befindet sich neben dem Fahrradständer.
Wer sein Fahrrad kennzeichnen lassen möchte, muss neben dem Rad einen Eigentumsnachweis und ein gültiges Ausweisdokument mitbringen. Als Nachweis akzeptiert die Polizei beispielsweise eine Rechnung oder einen anderen Kaufbeleg.
Persönliche Kennzeichnung erschwert den Weiterverkauf
Bei der Codierung wird das Fahrrad mit einer individuellen Buchstaben- und Zahlenkombination versehen.
Die Kennzeichnung ermöglicht es, ein aufgefundenes oder sichergestelltes Rad leichter einer Person zuzuordnen. Gleichzeitig kann eine sichtbare Codierung abschreckend wirken, weil ein gestohlenes Fahrrad schwieriger unbemerkt weiterverkauft werden kann. Die Polizei Brandenburg beschreibt die Kennzeichnung als präventive Maßnahme, die sowohl die Aufklärung von Fahrraddiebstählen erleichtern als auch potenzielle Täter abschrecken soll.
Die Codierung ersetzt kein gutes Fahrradschloss
Auch ein gekennzeichnetes Fahrrad kann gestohlen werden.
Die Codierung ist deshalb nur ein Teil des Diebstahlschutzes. Wichtig bleibt, das Fahrrad mit einem stabilen Schloss an einem festen Gegenstand anzuschließen. Ein lediglich in sich abgeschlossenes Rad kann von Tätern weggetragen und später an einem anderen Ort aufgebrochen werden.
Besonders teure Fahrräder und E-Bikes sollten nach Möglichkeit mit mehreren Sicherungen geschützt und nicht über längere Zeit unbeobachtet an schlecht einsehbaren Orten abgestellt werden.
Eigentumsnachweis ist zwingend erforderlich
Die Polizei codiert nicht jedes mitgebrachte Fahrrad ohne weitere Prüfung.
Eigentümer müssen glaubhaft nachweisen, dass ihnen das Rad gehört. Dafür soll eine Rechnung, ein Kaufvertrag oder ein vergleichbarer Beleg vorgelegt werden. Zusätzlich wird ein Personalausweis oder Reisepass verlangt.
Gebraucht gekauftes Fahrrad sollte schriftlich dokumentiert sein
Wer ein Fahrrad privat erworben hat, besitzt häufig keine ursprüngliche Händlerrechnung.
In diesem Fall ist ein schriftlicher Kaufvertrag sinnvoll. Darin sollten Name und Anschrift von Käufer und Verkäufer, Kaufdatum, Preis, Marke, Modell, Farbe sowie die Rahmennummer festgehalten werden.
Diese Angaben helfen nicht nur bei einer Codierung. Sie können auch bei einem späteren Versicherungsfall oder einer Diebstahlsanzeige wichtig werden.
Rahmennummer schon vor einem Diebstahl notieren
Viele Fahrradbesitzer beschäftigen sich erst nach einem Diebstahl mit der Frage, wie ihr Rad eindeutig beschrieben werden kann.
Dann fehlen häufig wichtige Daten. Die Polizei benötigt für eine Anzeige möglichst genaue Angaben zum Fahrrad und zum möglichen Tatzeitraum. Hilfreich sind insbesondere Eigentumsnachweis, Rahmennummer, Fahrradpass und individuelle Kennzeichnungen.
Fotos erhöhen die Chance auf Wiedererkennung
Besitzer sollten ihr Fahrrad aus mehreren Perspektiven fotografieren.
Dabei sollten besondere Merkmale wie Aufkleber, Gepäckträger, Körbe, Kratzer, Anbauteile oder auffällige Farbkombinationen gut erkennbar sein. Auch der Kaufbeleg und die Rahmennummer sollten sicher aufbewahrt werden.
Die Unterlagen gehören nicht nur in eine Tasche am Fahrrad. Werden sie gemeinsam mit dem Rad gestohlen, helfen sie dem Eigentümer später nicht mehr.
Codierte Räder können schneller zurückgegeben werden
Wird ein mutmaßlich gestohlenes Fahrrad gefunden, prüfen Polizeibeamte unter anderem Rahmennummern und weitere Kennzeichnungen.
Eine persönliche Codierung kann die Verbindung zum Eigentümer erleichtern. Das ist besonders wichtig, wenn ein Fahrrad außerhalb von Cottbus gefunden wird oder sich bereits bei einem mutmaßlichen Hehler befindet.
Eine schnelle Anzeige bleibt trotzdem notwendig
Nach einem Diebstahl sollten Betroffene nicht darauf warten, dass das Fahrrad von allein wieder auftaucht.
Die Tat sollte möglichst schnell bei der Polizei angezeigt werden. Dabei sind Angaben dazu wichtig, wann und wo das Rad zuletzt gesehen wurde, wie es gesichert war und welche individuellen Merkmale es besitzt. Die Polizei Brandenburg stellt dafür auch ein Online-Formular zur Verfügung.
Je genauer die Beschreibung ist, desto besser lässt sich ein später gefundenes Fahrrad mit der Anzeige abgleichen.
Spreewaldbahnhof ist ein gut erreichbarer Aktionsort
Die Fahrradcodierung findet direkt am Cottbuser Spreewaldbahnhof statt.
Der Standort liegt in der Nähe des Hauptbahnhofs und ist für viele Radfahrer aus unterschiedlichen Stadtteilen vergleichsweise gut erreichbar. Die Polizei führt dort bereits seit mehreren Jahren Codierungsaktionen durch. Auch frühere Termine wurden am Spreewaldbahnhof angeboten.
Mit Wartezeiten ist zu rechnen
Da die Aktion kostenlos ist und keine vorherige Terminvergabe genannt wird, kann es bei größerem Andrang zu Wartezeiten kommen.
Besucher sollten Ausweis und Eigentumsnachweis griffbereit halten. Wer erst vor Ort nach Rechnungen, Kaufverträgen oder Rahmennummern suchen muss, verzögert den Ablauf.
Bei empfindlichen oder besonders hochwertigen Rahmen kann es sinnvoll sein, vor der Kennzeichnung mit den Polizeibeschäftigten zu besprechen, welche Codierungsmethode verwendet wird und ob Besonderheiten des Materials beachtet werden müssen.
Nächster Termin bereits am 21. Juli
Wer die heutige Aktion verpasst, muss nicht lange auf eine weitere Gelegenheit warten.
Die nächste kostenlose Fahrradcodierung der Polizeiinspektion Cottbus/Spree ist für Dienstag, den 21. Juli 2026, angekündigt. Sie findet erneut von 14 bis 17 Uhr statt, diesmal im Stadtteilladen in der Heinrich-Mann-Straße 11. Auch dort müssen ein Ausweisdokument und ein Eigentumsnachweis vorgelegt werden.
Regelmäßige Termine erleichtern den Zugang
Die Polizei hatte bereits am 7. Juli eine Codierung in der Polizeiinspektion in der Juri-Gagarin-Straße angeboten. Damit gibt es im Juli mehrere Termine an unterschiedlichen Orten in Cottbus.
Die wechselnden Standorte sind sinnvoll, weil nicht alle Einwohner ohne Weiteres dieselbe Polizeidienststelle oder denselben Stadtteil erreichen können.
Besonders E-Bikes sind für Diebe attraktiv
Mit steigenden Verkaufspreisen wächst auch der mögliche Gewinn beim Weiterverkauf gestohlener Fahrräder.
E-Bikes, hochwertige Trekkingräder und sportliche Modelle können mehrere Tausend Euro kosten. Selbst einzelne Bauteile wie Akkus, Displays, Laufräder oder Sättel besitzen einen erheblichen Wert.
Akku und Display nach Möglichkeit mitnehmen
Bei vielen E-Bikes lassen sich Akku und Bedieneinheit abnehmen.
Wer das Fahrrad längere Zeit abstellt, sollte zumindest das Display entfernen und den Akku nur dann am Rad lassen, wenn er wirksam gesichert ist. Ein E-Bike ohne wichtige elektronische Komponenten ist für Gelegenheitsdiebe weniger attraktiv.
Die Codierung sollte sich möglichst auf den Fahrradrahmen beziehen. Abnehmbare Teile können unabhängig davon gestohlen oder ausgetauscht werden.
Vorsicht beim Kauf gebrauchter Fahrräder
Auch Käufer tragen Verantwortung.
Wer ein auffällig günstiges Fahrrad ohne Rechnung, Rahmennummer oder nachvollziehbare Herkunft erwirbt, riskiert, unwissentlich gestohlene Ware zu kaufen.
Personalien des Verkäufers festhalten
Bei einem privaten Kauf sollte ein schriftlicher Vertrag geschlossen werden. Ein seriöser Verkäufer wird in der Regel bereit sein, seine Personalien anzugeben und den Besitz des Fahrrades nachvollziehbar zu dokumentieren.
Ist eine Codierung vorhanden, sollte geprüft werden, ob der Verkäufer zu den gespeicherten beziehungsweise aus der Kennzeichnung ableitbaren Angaben passt.
Eine vorhandene Codierung darf nicht ohne nachvollziehbaren Grund entfernt oder unkenntlich gemacht worden sein.
Fahrradpass gehört zu jedem wertvollen Rad
Die Polizei empfiehlt, wichtige Fahrraddaten in einem Fahrradpass festzuhalten.
Dazu gehören Hersteller, Modell, Farbe, Rahmennummer, besondere Merkmale und gegebenenfalls die Codierung. Die Angaben können auf Papier oder in einer geeigneten digitalen Anwendung gespeichert werden.
Daten außerhalb des Fahrrads aufbewahren
Der Fahrradpass sollte zu Hause oder sicher digital gespeichert werden.
Er gehört nicht dauerhaft in eine Fahrradtasche. Sonst besitzen Diebe nach der Tat möglicherweise nicht nur das Rad, sondern auch die wichtigsten Eigentumsdaten.
Eine Kopie der Rechnung sollte ebenfalls unabhängig vom Original aufbewahrt werden.
Kostenlose Prävention mit unmittelbarem Nutzen
Die heutige Aktion ist kein spektakulärer Polizeieinsatz.
Sie ist eine praktische Vorsorgemaßnahme, die den Bürgern unmittelbar zugutekommt. Eigentümer erhalten kostenlos eine zusätzliche Kennzeichnung, während die Polizei bei späteren Kontrollen oder Funden bessere Möglichkeiten zur Zuordnung bekommt.
Die Codierung verhindert nicht jeden Diebstahl. Sie macht ein Fahrrad aber unverwechselbarer und den illegalen Weiterverkauf riskanter.
Wer sein Rad am heutigen Dienstag zwischen 14 und 17 Uhr zum Spreewaldbahnhof bringt, sollte deshalb vor allem zwei Dinge nicht vergessen: den Ausweis und den Eigentumsnachweis.
Für alle, die es heute nicht schaffen, folgt am 21. Juli bereits die nächste kostenlose Möglichkeit in der Heinrich-Mann-Straße.