Frankfurt (Oder). Die Stadt hat mehrere zentrale Anlagen des Frankfurter Sportzentrums und der Sportschule nach umfangreichen Sanierungen offiziell übergeben. Modernisiert wurden das Dach der Oderlandhalle, die darin befindliche Holzradrennbahn, der zentrale Kraftraum sowie die Außenanlagen des Sportschulcampus.
Insgesamt wurden rund 4,56 Millionen Euro investiert. Ein erheblicher Teil der Finanzierung stammt aus Förderprogrammen des Bundes und des Landes Brandenburg. Die Stadt sieht darin ein deutliches Bekenntnis zum Spitzen- und Nachwuchsleistungssport.
Vier Bauprojekte stärken den Sportstandort
Die abgeschlossenen Maßnahmen betreffen nicht nur einzelne Trainingsräume. Sie bilden gemeinsam die Infrastruktur, die junge Sportler vom Schulalltag bis zum Bundeskader begleitet.
Oderlandhalle erhält neues Dach
Die größte Einzelmaßnahme war die Sanierung des Daches der Oderlandhalle. Dafür wurden rund 2,38 Millionen Euro eingesetzt.
Der Bund übernahm nach Angaben der Stadt 50 Prozent der Kosten, das Land Brandenburg weitere 25 Prozent. Die restliche Finanzierung musste aus anderen Quellen beziehungsweise durch die Stadt getragen werden.
Abdichtung und Entwässerung wurden erneuert
Das Hallendach erhielt eine vollständig neue Abdichtung. Zusätzlich wurden moderne Entwässerungssysteme eingebaut.
Solche Arbeiten sind für Besucher meist kaum sichtbar, für den langfristigen Betrieb der Halle aber entscheidend. Eindringende Feuchtigkeit kann Tragwerk, Innenräume und technische Anlagen erheblich beschädigen.
Neue Lichtbänder und Blitzschutzanlage
Zur Sanierung gehörten außerdem neue Lichtbänder, eine zeitgemäße Blitzschutzanlage und weitere sicherheitstechnische Einrichtungen.
Damit wurde nicht nur der bauliche Zustand verbessert. Auch Sicherheit und Nutzbarkeit der Halle sollen dauerhaft gewährleistet werden.
Oderlandhalle ist Zentrum des deutschen Bahnradsports
Die Oderlandhalle gehört zu den wichtigsten Trainingsstätten des deutschen Bahnradsports. Sie wird von Bundeskadern, Nachwuchsathleten, Sportschülern und Para-Cycling-Sportlern genutzt.
Mehr als 220 Maßnahmetage pro Jahr
Nach Angaben der Stadt finden in der Halle jährlich an mehr als 220 Tagen Trainingsmaßnahmen statt. Damit wird die Anlage über weite Teile des Jahres intensiv genutzt.
Die Zahl zeigt, dass die Oderlandhalle weit mehr als eine gewöhnliche kommunale Sportstätte ist. Sie besitzt bundesweite Bedeutung und wird regelmäßig von Athleten genutzt, die sich auf nationale und internationale Wettbewerbe vorbereiten.
Nachwuchs trainiert neben Bundeskadern
Für junge Talente ist es besonders wertvoll, in derselben Anlage wie erfahrene Spitzensportler trainieren zu können.
Sie erleben Leistungssport dadurch nicht nur als fernes Ziel. Sie sehen unmittelbar, welche Trainingsdisziplin, Technik und körperliche Arbeit notwendig sind, um auf nationaler Ebene erfolgreich zu sein.
Para Cycling bleibt wichtiger Bestandteil
Auch der Para-Cycling-Bereich nutzt die Frankfurter Infrastruktur. Damit erfüllt die Halle eine zusätzliche Funktion für den inklusiven Leistungssport.
Moderne und verlässlich nutzbare Anlagen sind hier besonders wichtig, weil Training und technische Anpassungen häufig sehr individuell organisiert werden müssen.
Deutschlands einzige ganzjährig nutzbare Indoor-Holzradrennbahn saniert
Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal Frankfurts ist die Holzradrennbahn in der Oderlandhalle. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um die einzige ganzjährig nutzbare Indoor-Holzradrennbahn Deutschlands.
Rund 120.000 Euro für die Fahrfläche
Die Sanierung der Bahn kostete etwa 120.000 Euro. Der Bund förderte das Projekt zu 50 Prozent, das Land Brandenburg zu 20 Prozent.
Beseitigt wurden Schäden an der Oberfläche. Anschließend wurde die Fahrfläche vollständig aufgearbeitet.
Markierungen entsprechen internationalen Vorgaben
Sämtliche Markierungen wurden nach den Vorgaben des internationalen Radsportverbandes UCI erneuert.
Das ist für einen Leistungsstandort unerlässlich. Trainingsbedingungen müssen den Anforderungen entsprechen, die Athleten später auch bei internationalen Wettkämpfen vorfinden.
Kleine Schäden können große Folgen haben
Auf einer Radrennbahn erreichen Sportler hohe Geschwindigkeiten. Unebenheiten, gelöste Holzteile oder beschädigte Übergänge können deshalb erhebliche Sicherheitsrisiken darstellen.
Die regelmäßige Wartung einer solchen Spezialanlage darf nicht erst beginnen, wenn sichtbare Schäden den Trainingsbetrieb bereits einschränken.
Zentraler Kraftraum für 870.000 Euro modernisiert
Ein weiterer Schwerpunkt war der zentrale Kraftraum des Sportzentrums. Die Modernisierung kostete rund 870.000 Euro.
Der Bund trug nach Stadtangaben 20 Prozent, das Land Brandenburg 40 Prozent der Kosten.
Neuer Boden und moderne Trainingsgeräte
Der Kraftraum erhielt einen neuen Sportboden. Zusätzlich entstand eine Galerie mit modernen Cardio- und Ergometergeräten.
Der Freihantelbereich wurde vollständig neu ausgestattet. Damit sollen die unterschiedlichen Schwerpunktsportarten des Bundesstützpunktes gezielter trainieren können.
Krafttraining verbindet mehrere Sportarten
Der Kraftraum wird nicht nur von Radsportlern genutzt. Kraft-, Ausdauer- und Stabilisationstraining gehören in vielen Disziplinen zur grundlegenden Vorbereitung.
Ein zentraler Trainingsbereich ermöglicht es, Geräte, Betreuung und sportwissenschaftliche Konzepte gemeinsam zu nutzen.
Verletzungsprävention wird immer wichtiger
Modernes Krafttraining dient nicht nur dem Muskelaufbau. Es soll Bewegungsabläufe stabilisieren, Fehlbelastungen ausgleichen und Verletzungen verhindern.
Gerade Nachwuchssportler benötigen dabei qualifizierte Anleitung. Neue Geräte sind nur dann ein Fortschritt, wenn ihre Nutzung in gute Trainingskonzepte eingebettet ist.
Sportschulcampus wird zum Lern- und Lebensraum
Auch die Außenanlagen der Sportschule wurden neugestaltet. Die Kosten lagen bei rund 1,2 Millionen Euro.
Das Land Brandenburg förderte das Projekt über das Kommunale Investitionsprogramm Bildung und Schule zu 90 Prozent.
Amphitheater und grünes Klassenzimmer entstehen
Auf dem Campus wurden unter anderem ein Amphitheater und ein grünes Klassenzimmer geschaffen.
Damit kann Unterricht künftig auch im Freien stattfinden. Gerade an einer Ganztagsschule können solche Bereiche den Schulalltag abwechslungsreicher gestalten.
Wasserbrunnen und Bewegungsangebote
Zur Neugestaltung gehören außerdem ein Wasserbrunnen sowie zusätzliche Sport- und Bewegungsmöglichkeiten.
Solche Angebote sind nicht nur für den Leistungssport wichtig. Sie schaffen Aufenthaltsqualität zwischen Unterricht, Training und Betreuung.
Zwei Fahrradboxen ergänzen den Campus
Zusätzlich wurden zwei Fahrradboxen errichtet. Sie bieten Schülern eine sichere Möglichkeit, Fahrräder abzustellen.
Für eine Sportschule und eine Radsportstadt ist eine gute Fahrradinfrastruktur mehr als ein Nebendetail. Sie gehört zum glaubwürdigen Gesamtbild des Standortes.
Ganztagsschule braucht mehr als Klassenräume
Sportschüler verbringen einen großen Teil ihres Tages auf dem Campus. Unterricht, Training, Lernen, Erholung und soziale Kontakte finden häufig am selben Ort statt.
Junge Sportler leben unter hoher Belastung
Leistungssportliche Ausbildung verlangt viel Disziplin. Unterricht und Hausaufgaben müssen mit mehreren Trainingseinheiten pro Woche vereinbart werden.
Hinzu kommen Wettkämpfe, Reisen und Regeneration. Eine schlecht gestaltete Schulumgebung würde diese Belastung zusätzlich erhöhen.
Rückzugsräume sind keine Nebensache
Aufenthalts- und Erholungsbereiche helfen den Schülern, zwischen Unterricht und Training zur Ruhe zu kommen.
Wer ständig unter Leistungsdruck steht, benötigt Zeiten und Orte, an denen nicht jede Minute durch Unterricht oder sportliche Vorgaben bestimmt wird.
Campus soll Begegnung fördern
Das Amphitheater und weitere Gemeinschaftsbereiche können auch für Veranstaltungen, Projekte oder schulische Feiern genutzt werden.
Dadurch wird die Sportschule nicht nur als Ausbildungsbetrieb wahrgenommen, sondern als sozialer Lebensraum für junge Menschen.
Frankfurt verteidigt seinen Ruf als Sportstadt
Frankfurt (Oder) besitzt eine lange Tradition im Boxen, Radsport, Gewichtheben, Ringen, Judo und weiteren olympischen Disziplinen.
Sport gehört zur Identität der Stadt
Sportliche Erfolge und bekannte Athleten haben das Bild Frankfurts über Jahrzehnte geprägt.
In einer Stadt, die nach der Wiedervereinigung einen starken wirtschaftlichen und demografischen Wandel erlebt hat, blieb der Leistungssport einer der Bereiche mit überregionaler Bekanntheit.
Bundesstützpunkte bringen nationale Bedeutung
Die vorhandenen Bundesstützpunkte sichern Trainerstellen, Förderstrukturen und sportwissenschaftliche Betreuung.
Sie sorgen zugleich dafür, dass junge Athleten aus anderen Regionen nach Frankfurt kommen und dort Schule, Ausbildung und Training verbinden.
Bundeswehr-Sportfördergruppe ist Teil des Netzwerks
An der Übergabe der sanierten Anlagen nahmen auch Vertreter der Bundeswehr-Sportfördergruppe teil. Diese gehört zu den wichtigen Partnern des deutschen Spitzensports.
Sie ermöglicht ausgewählten Athleten, ihre sportliche Karriere mit einer abgesicherten beruflichen Struktur zu verbinden.
Fördermittel machen Projekte erst möglich
Die Investitionen von 4,56 Millionen Euro wären für eine Stadt der Größe Frankfurts aus eigener Kraft nur schwer zu stemmen.
Bund und Land tragen große Kostenanteile
Bei mehreren Maßnahmen übernahmen Bund und Land erhebliche Teile der Finanzierung.
Besonders deutlich wird dies beim Sportschulcampus, der zu 90 Prozent aus Landesmitteln finanziert wurde. Auch das Dach der Oderlandhalle und die Radrennbahn erhielten hohe Bundeszuschüsse.
Förderprogramme verlangen Eigenmittel
Trotz hoher Förderquoten muss die Kommune in der Regel eigene Mittel bereitstellen. Dazu kommen Planungskosten, laufender Unterhalt und spätere Reparaturen.
Eine Förderung entlastet die Stadt daher erheblich, ersetzt aber nicht ihre langfristige Verantwortung.
Investitionen müssen dauerhaft geschützt werden
Neue Anlagen verlieren schnell an Qualität, wenn Wartung und Pflege aus finanziellen Gründen verschoben werden.
Frankfurt muss deshalb bereits jetzt ausreichende Mittel für Reinigung, technische Kontrollen, Reparaturen und künftige Erneuerungen einplanen.
Moderne Anlagen helfen bei der Nachwuchsgewinnung
Sportstätten entscheiden mit darüber, ob Talente und Trainer an einem Standort bleiben.
Jugendliche vergleichen Trainingsbedingungen
Junge Athleten und ihre Familien achten auf die Qualität von Schule, Internat, Trainern, medizinischer Betreuung und Sportanlagen.
Sind andere Standorte deutlich besser ausgestattet, steigt die Gefahr, dass Talente frühzeitig abwandern.
Gute Infrastruktur unterstützt Trainer
Auch qualifizierte Trainer wollen unter professionellen Bedingungen arbeiten. Veraltete Geräte und sanierungsbedürftige Hallen erschweren die Umsetzung moderner Trainingskonzepte.
Die Investitionen stärken Frankfurt deshalb nicht nur gegenüber Sportlern, sondern auch im Wettbewerb um gutes Fachpersonal.
Erfolge entstehen nicht durch Gebäude allein
Trotzdem darf die Stadt nicht glauben, dass sanierte Anlagen automatisch neue Meister und Olympiasieger hervorbringen.
Erforderlich sind ebenso gute Trainer, ausreichend Nachwuchs, medizinische Betreuung, soziale Unterstützung und verlässliche Förderstrukturen.
Leistungssport und Breitensport dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden
Investitionen in den Spitzensport lösen gelegentlich Kritik aus, wenn gleichzeitig gewöhnliche Turnhallen, Sportplätze oder Schwimmbäder sanierungsbedürftig sind.
Spitzenanlagen bringen überregionale Wirkung
Bundesstützpunkte und Eliteschulen haben eine andere Funktion als kommunale Freizeitanlagen. Sie dienen nationalen Aufgaben und werden deshalb auch von Bund und Land mitfinanziert.
Ihre Bedeutung reicht über die Stadtgrenzen hinaus.
Vereine brauchen ebenfalls gute Bedingungen
Trotzdem darf der Breitensport nicht vernachlässigt werden. Kinder beginnen ihre sportliche Entwicklung meist in örtlichen Vereinen und nicht unmittelbar an einem Bundesstützpunkt.
Marode Vereinsanlagen würden langfristig auch die Nachwuchsbasis des Leistungssports schwächen.
Gemeinsame Nutzung kann sinnvoll sein
Wo es organisatorisch möglich ist, sollten moderne Trainingsbereiche teilweise auch Vereinen oder regionalen Talenten zugänglich gemacht werden.
Dabei müssen jedoch Trainingspläne, Sicherheit und die besonderen Anforderungen der Bundeskader berücksichtigt werden.
Sport kann ein Wirtschaftsfaktor sein
Der Frankfurter Sportstandort erzeugt nicht nur Medaillen und öffentliche Aufmerksamkeit.
Trainingslager bringen Gäste in die Stadt
Athleten, Trainer und Betreuer benötigen Unterkünfte, Verpflegung, Transport und weitere Dienstleistungen.
Bei Lehrgängen und Wettkämpfen profitieren dadurch Hotels, Gastronomie und lokale Unternehmen.
Veranstaltungen steigern Bekanntheit
Nationale und internationale Wettkämpfe können Frankfurt einem größeren Publikum präsentieren.
Die Stadt sollte deshalb prüfen, welche zusätzlichen Veranstaltungen durch die modernisierte Infrastruktur nach Frankfurt geholt werden können.
Sportmedizin und Forschung bieten Potenzial
Die Verbindung von Leistungssport, Universität, Medizin und moderner Diagnostik könnte langfristig neue wirtschaftliche Möglichkeiten eröffnen.
Denkbar sind Kooperationen bei Trainingswissenschaft, Rehabilitation, Prävention und digitaler Leistungsanalyse.
Was jetzt folgen muss
Mit der Übergabe der Anlagen endet die Bauphase. Die eigentliche Bewährungsprobe beginnt jedoch erst im täglichen Betrieb.
Auslastung transparent darstellen
Die Stadt sollte regelmäßig veröffentlichen, wie stark die Anlagen genutzt werden und welche Trainingsmaßnahmen stattfinden.
So lässt sich besser nachvollziehen, welchen konkreten Nutzen die Investitionen bringen.
Betriebskosten im Blick behalten
Moderne Technik kann Energie sparen, verursacht aber ebenfalls Wartungs- und Ersatzkosten.
Gerade bei großen Hallen muss die Stadt langfristig planen, damit steigende Betriebskosten nicht später zu Nutzungseinschränkungen führen.
Nachwuchs konsequent fördern
Die besten Anlagen nützen wenig, wenn Vereinen Trainer fehlen oder Kinder keinen Zugang zum Sport finden.
Schulen, Vereine und Leistungszentren müssen deshalb eng zusammenarbeiten und Talente frühzeitig, aber verantwortungsvoll begleiten.
Frankfurt muss aus Beton und Fördergeld sportliche Zukunft machen
Die Investition von 4,56 Millionen Euro ist ein starkes Signal. Frankfurt (Oder) zeigt, dass es seinen traditionsreichen Sportstandort nicht aufgeben will.
Besonders die Sanierung der einzigartigen Holzradrennbahn und der Oderlandhalle war notwendig. Wer bundesweit bedeutende Trainingsstätten besitzt, muss sie auch in einem Zustand halten, der nationalen und internationalen Ansprüchen genügt.
Doch neue Böden, Dächer und Geräte allein sichern noch keine Zukunft. Entscheidend ist, was in diesen Anlagen geschieht. Frankfurt braucht genügend Trainer, starke Vereine, gute Schulen und eine Förderung, die junge Menschen nicht nur sportlich fordert, sondern auch schulisch und persönlich unterstützt.
Die Stadt muss außerdem darauf achten, dass der Breitensport nicht hinter dem Glanz des Spitzensports verschwindet. Jeder spätere Bundeskader beginnt in einer Schul- oder Vereinsgruppe.
Wenn Frankfurt seine moderne Infrastruktur mit guter Nachwuchsarbeit, attraktiven Wettkämpfen und einer klaren Standortstrategie verbindet, können die Millionen gut angelegt sein. Dann bleibt die Stadt nicht nur ein traditionsreicher Sportort, sondern wird auch künftig Talente hervorbringen, die weit über Ostbrandenburg hinaus Aufmerksamkeit erhalten.