Neubrandenburg. Das Jahnsportforum gehört zu den bekanntesten Sportstätten der Vier-Tore-Stadt. Hier trainieren Nachwuchs- und Spitzensportler, Vereine tragen Wettkämpfe aus und Tausende Besucher erleben Handballspiele, Boxveranstaltungen, Leichtathletik, Messen oder Konzerte.

Nach ungefähr drei Jahrzehnten intensiver Nutzung steht das Gebäude jedoch vor einer grundlegenden Erneuerung. Besonders dringlich ist der Brandschutz. Ohne eine Sanierung könnte die weitere Nutzung der Halle langfristig gefährdet sein. Der NDR berichtete im Mai 2026 von einem Investitionsbedarf von rund 44 Millionen Euro. Erweiterte Planungen mit zusätzlichen Umbauten und einem neuen Eingangsbereich erreichen nach anderen aktuellen Berichten eine Größenordnung von bis zu 53 Millionen Euro.

Damit geht es nicht um einzelne Reparaturen oder einen neuen Anstrich. Neubrandenburg muss entscheiden, ob es seine zentrale Sport- und Veranstaltungshalle für mehrere Jahrzehnte zukunftsfähig macht – und wie eine Investition dieser Größenordnung finanziert werden kann.

Brandschutz macht die Sanierung dringend

Der wichtigste Grund für die Modernisierung ist nicht der Wunsch nach einem schöneren Foyer.

Halle könnte langfristig nicht weiterbetrieben werden

Nach Angaben des NDR droht dem Jahnsportforum ohne die notwendigen Arbeiten eine Sperrung aus Brandschutzgründen.

Bei einer Halle mit mehreren Tausend Besuchern gelten besonders hohe Anforderungen. Fluchtwege, Türen, Rauchableitung, Brandmeldeanlagen und technische Systeme müssen auch dann funktionieren, wenn eine Veranstaltung ausverkauft ist.

Bestandsschutz reicht nicht unbegrenzt

Ältere Gebäude konnten über Jahrzehnte unter früheren technischen Vorgaben betrieben werden.

Werden jedoch grundlegende Mängel festgestellt oder größere Umbauten vorgenommen, müssen aktuelle Sicherheitsstandards berücksichtigt werden. Eine Stadt kann sich dann nicht dauerhaft darauf berufen, dass die Anlage früher einmal genehmigt wurde.

Sicherheit geht vor Veranstaltungsbetrieb

Eine kurzfristige Einschränkung oder Schließung wäre für Vereine und Veranstalter schwerwiegend.

Noch schwerer wiegen würde jedoch ein Brandereignis in einer voll besetzten Halle. Brandschutzmaßnahmen dürfen deshalb nicht aus Kostengründen immer weiter verschoben werden.

Kosten liegen je nach Umfang zwischen 44 und 53 Millionen Euro

In der öffentlichen Diskussion werden unterschiedliche Summen genannt.

Rund 44 Millionen Euro für das Sanierungsprojekt

Der NDR bezifferte die geplante Sanierung im Mai 2026 auf rund 44 Millionen Euro. Dabei sollen neben dem Brandschutz auch weitere Gebäudeteile modernisiert werden.

Erweiterte Variante erreicht rund 53 Millionen Euro

Andere aktuelle Darstellungen nennen ungefähr 53 Millionen Euro. In dieser größeren Variante sind offenbar zusätzliche Umbauten wie ein neues Foyer und ein veränderter Haupteingang enthalten.

Stadt muss die Varianten verständlich gegenüberstellen

Die unterschiedlichen Zahlen müssen kein Widerspruch sein. Sie können verschiedene Planungsstände oder Ausstattungsvarianten beschreiben.

Für Bürger und Stadtvertreter muss aber klar erkennbar werden:

  • Welche Maßnahmen sind sicherheitsbedingt zwingend?
  • Welche Arbeiten sind technisch notwendig?
  • Welche Bestandteile verbessern den Veranstaltungsbetrieb?
  • Welche Wünsche könnten bei fehlender Finanzierung entfallen?
  • Welche Kosten entstehen für Planung, Bau und Übergangslösungen?

Eine transparente Aufteilung ist unverzichtbar, bevor die Stadt eine Entscheidung über mehrere Jahrzehnte trifft.

Jahnsportforum ist nach rund 30 Jahren sanierungsreif

Große Sporthallen werden technisch stark beansprucht.

Tausende Besucher nutzen das Gebäude

Bei Sportveranstaltungen, Messen und Konzerten treffen innerhalb kurzer Zeit große Besucherströme aufeinander.

Türen, Tribünen, Sanitäranlagen, Lüftung, Beleuchtung und Verkehrsflächen müssen dauerhaft hoher Belastung standhalten.

Technik entspricht nicht mehr überall heutigen Anforderungen

Eine Halle aus den 1990er-Jahren wurde für andere energetische, digitale und veranstaltungstechnische Anforderungen geplant.

Moderne Wettkämpfe und Produktionen benötigen leistungsfähige Stromanschlüsse, Datennetze, Lichttechnik, Beschallung und teilweise umfangreiche Übertragungstechnik.

Laufende Reparaturen ersetzen keine Grundsanierung

Einzelne defekte Bauteile lassen sich über Jahre austauschen.

Wenn jedoch Brandschutz, Gebäudetechnik, Fassade und Besucherbereiche gleichzeitig ihre Nutzungsgrenze erreichen, wird eine umfassende Sanierung wirtschaftlich sinnvoller als immer neue Einzelreparaturen.

Saunabereich soll zurückgebaut werden

Zu den geplanten Veränderungen gehört auch der Rückbau des bisherigen Saunabereichs.

Fläche kann neu genutzt werden

Ein nicht mehr zeitgemäß oder wirtschaftlich nutzbarer Gebäudeteil verursacht trotzdem Kosten für Unterhaltung, Kontrolle und Energie.

Durch den Rückbau könnten Flächen für Sport, Technik, Lager oder Funktionsräume neu geordnet werden.

Nicht jede frühere Nutzung muss erhalten bleiben

Eine Sanierung sollte nicht automatisch den Zustand der 1990er-Jahre wiederherstellen.

Entscheidend ist, welche Funktionen Vereine, Sportler und Veranstalter künftig tatsächlich benötigen.

Nutzungskonzept muss vor dem Umbau feststehen

Bevor Gebäudeteile entfernt werden, muss klar sein, wie die frei werdenden Flächen verwendet werden.

Andernfalls droht, dass teuer zurückgebaut wird und anschließend jahrelang keine schlüssige Nachnutzung besteht.

Neuer Haupteingang und größeres Foyer geplant

Die umfassendere Modernisierungsvariante sieht deutliche Veränderungen im Besucherbereich vor.

Eingang soll zeitgemäßer werden

Ein neuer Haupteingang könnte die Orientierung verbessern und größere Besucherströme schneller aufnehmen.

Besonders vor ausverkauften Veranstaltungen bilden sich an schlecht angeordneten Zugängen schnell Warteschlangen.

Foyer muss mehrere Aufgaben erfüllen

Der Eingangsbereich dient nicht nur als Durchgang.

Dort finden Ticketkontrollen, Sicherheitsprüfungen, Garderobe, Gastronomie, Information und teilweise Sponsorenpräsentationen statt. Diese Funktionen müssen so angeordnet werden, dass sich Besucherströme nicht gegenseitig blockieren.

Mehr Fläche erhöht die Baukosten

Ein größerer Eingangsbereich kann die Nutzung verbessern, kostet aber zusätzliches Geld und später mehr Energie, Reinigung und Unterhaltung.

Die Stadt muss deshalb prüfen, welcher Umfang für einen sicheren Betrieb notwendig und welcher lediglich wünschenswert ist.

Barrierefreiheit muss vollständig umgesetzt werden

Eine große öffentliche Sportstätte muss von allen Menschen genutzt werden können.

Stufenlose Erreichbarkeit

Eingänge, Tribünenbereiche, Sanitäranlagen und Veranstaltungsflächen müssen ohne unnötige Hindernisse erreichbar sein.

Gute Sichtplätze für Rollstuhlfahrer

Barrierefreiheit bedeutet nicht, einzelne Plätze am äußersten Rand bereitzuhalten.

Menschen mit Rollstuhl und ihre Begleitpersonen benötigen gut erreichbare Plätze mit freier Sicht und sicheren Fluchtwegen.

Orientierung für seh- und hörbehinderte Besucher

Kontrastreiche Beschilderung, taktile Leitsysteme und geeignete akustische Anlagen sollten bei einer grundlegenden Sanierung berücksichtigt werden.

Sportlerbereiche ebenfalls barrierefrei gestalten

Nicht nur Zuschauer können körperliche Einschränkungen haben.

Umkleiden, Trainingsräume und Zugänge müssen auch für Behindertensport und inklusive Veranstaltungen geeignet sein.

Energieverbrauch kann deutlich gesenkt werden

Große Hallen verursachen hohe laufende Kosten.

Heizung und Lüftung sind besonders teuer

Während Veranstaltungen müssen große Luftmengen bewegt und Temperaturen stabil gehalten werden.

Veraltete Anlagen arbeiten häufig deutlich weniger effizient als moderne Technik.

LED-Beleuchtung spart Strom

Sportwettkämpfe und Fernsehübertragungen benötigen helles, gleichmäßiges Licht.

Moderne LED-Systeme können den Energieverbrauch senken und zugleich flexiblere Beleuchtung für unterschiedliche Veranstaltungen ermöglichen.

Gebäudehülle muss geprüft werden

Dächer, Fassaden, Fenster und Türen beeinflussen den Wärmeverlust.

Eine energetische Sanierung muss jedoch mit Brandschutz, Akustik und der vorhandenen Gebäudekonstruktion abgestimmt werden.

Investition darf Betriebskosten nicht erhöhen

Eine größere und technisch aufwendigere Halle ist nur sinnvoll, wenn sie langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann.

Die Stadt sollte deshalb nicht nur Baukosten, sondern auch den voraussichtlichen Energie- und Wartungsaufwand verschiedener Varianten veröffentlichen.

Jahnsportforum ist Heimat des Neubrandenburger Leistungssports

Die Bedeutung der Halle geht weit über einzelne Großveranstaltungen hinaus.

Sportstadt mit großer Tradition

Neubrandenburg ist eng mit Leichtathletik, Kanurennsport, Triathlon, Handball und weiteren Disziplinen verbunden.

Olympiasieger, Welt- und Europameister haben in der Stadt trainiert oder ihre sportliche Laufbahn begonnen. Die Stadt wirbt selbst mit ihrer besonderen Tradition als Sportstadt.

SC Neubrandenburg benötigt verlässliche Trainingsbedingungen

Nachwuchs- und Spitzensportler brauchen Hallenzeiten, Kraftbereiche, medizinische Betreuung und geeignete Wettkampfanlagen.

Eine längerfristige Schließung des Jahnsportforums würde diese Strukturen erheblich beeinträchtigen.

Sportgymnasium liegt in unmittelbarer Nähe

Der Sportkomplex aus Schule, Internat, Jahnsportforum, Stadion und weiteren Trainingsanlagen ermöglicht kurze Wege.

Diese räumliche Nähe ist ein Standortvorteil, den Neubrandenburg bei der Nachwuchsgewinnung erhalten muss.

Wettkämpfe bringen Besucher und Einnahmen in die Stadt

Das Jahnsportforum ist auch ein Wirtschaftsfaktor.

Sportler und Zuschauer benötigen Übernachtungen

Größere Wettkämpfe bringen Teilnehmer, Trainer, Familien und Funktionäre nach Neubrandenburg.

Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister profitieren von diesen Gästen.

Veranstaltungen machen die Stadt überregional sichtbar

Fernsehübertragungen oder bundesweit beachtete Wettkämpfe können Neubrandenburg als Sportstadt präsentieren.

Dieser Werbewert lässt sich nicht allein an den Einnahmen aus der Hallenmiete messen.

Konkurrenz zwischen Veranstaltungsorten wächst

Andere Städte modernisieren ebenfalls ihre Arenen.

Veraltete Technik, schlechte Besucherbereiche oder unzureichender Brandschutz können dazu führen, dass Veranstalter künftig andere Standorte wählen.

Halle wird nicht nur für Sport genutzt

Das Jahnsportforum dient auch als große Veranstaltungshalle.

Messen nutzen die zentrale Anlage

Im Februar 2026 fand dort erneut die regionale Messe „Bauen und Sanieren – Eigenheim“ statt.

Solche Veranstaltungen benötigen flexible Flächen, ausreichend Stromanschlüsse, Anlieferungsmöglichkeiten und eine leistungsfähige Besucherinfrastruktur.

Konzerte und Shows brauchen moderne Technik

Eine Sporthalle kann grundsätzlich auch kulturelle Veranstaltungen aufnehmen.

Dafür müssen Akustik, Bühnenaufbau, Brandschutz und Logistik jedoch professionellen Ansprüchen genügen.

Mehrzwecknutzung verbessert Auslastung

Je häufiger die Halle außerhalb des Trainings- und Wettkampfbetriebs genutzt wird, desto besser verteilen sich die laufenden Kosten.

Sport darf dabei aber nicht regelmäßig verdrängt werden, nur weil kommerzielle Veranstaltungen höhere Einnahmen versprechen.

Sanierung könnte laufenden Betrieb stark einschränken

Eine der wichtigsten Fragen betrifft die Bauzeit.

Komplettsanierung bei voller Nutzung kaum möglich

Brandschutz, Lüftung, Dach und Besucherbereiche lassen sich nicht vollständig erneuern, während gleichzeitig Wettkämpfe mit Tausenden Gästen stattfinden.

Zumindest zeitweise Einschränkungen oder eine vollständige Schließung sind wahrscheinlich.

Vereine brauchen Ersatzflächen

Trainingsgruppen können nicht einfach über mehrere Jahre pausieren.

Die Stadt muss früh klären, welche Schulen, Hallen oder Übergangsbauten als Ersatz dienen können.

Große Veranstaltungen könnten Neubrandenburg verlassen

Findet ein traditionsreicher Wettkampf während der Bauzeit in einer anderen Stadt statt, ist nicht garantiert, dass er später automatisch zurückkehrt.

Veranstalter benötigen frühzeitig verbindliche Informationen über Bauzeit und Wiedereröffnung.

Übergangskosten gehören zur Gesamtbilanz

Ersatzhallen, Transporte, zusätzliche Mietkosten und technische Provisorien können erhebliche Ausgaben verursachen.

Diese Kosten dürfen in der öffentlichen Kalkulation nicht fehlen.

Neubrandenburg muss mehrere Sportstätten gleichzeitig sanieren

Das Jahnsportforum ist nicht das einzige Problem.

Rund 65 Millionen Euro Bedarf bereits 2025 genannt

Der NDR berichtete im November 2025 von einem Sanierungsbedarf von ungefähr 65 Millionen Euro allein für mehrere größere Neubrandenburger Sportprojekte. Dazu zählten das Jahnsportforum, das Jahnstadion, das Oberbachsportzentrum, eine neue Schwimmhalle und weitere Gebäude.

Mit den inzwischen höheren Planungen für das Jahnsportforum könnte der tatsächliche Gesamtbedarf noch deutlich größer ausfallen.

Jahnstadion braucht ebenfalls Investitionen

Auch das benachbarte Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion soll modernisiert werden. Die Stadt bemüht sich dafür um Fördermittel des Bundes.

Schwimmhalle bleibt wichtiges Zukunftsprojekt

Eine moderne Schwimmhalle wird für Schulschwimmen, Vereine, Gesundheitssport und Bevölkerung benötigt.

Wird das Geld vollständig in eine einzelne Sportstätte gelenkt, könnten andere dringende Projekte erneut verschoben werden.

Prioritäten müssen offen festgelegt werden

Nicht alle Wünsche können gleichzeitig finanziert werden.

Sicherheit zuerst

Brandschutzmaßnahmen haben Vorrang vor optischen Verbesserungen.

Eine Halle, die nicht sicher betrieben werden kann, verliert jede andere Funktion.

Sportbetrieb sichern

Unmittelbar notwendige Trainings-, Wettkampf- und Funktionsbereiche sollten vor repräsentativen Zusatzelementen stehen.

Energie und Betriebskosten berücksichtigen

Maßnahmen, die dauerhaft Kosten senken, können wirtschaftlich wichtiger sein als einzelne architektonische Verbesserungen.

Erweiterungen nur mit tragfähigem Konzept

Ein größeres Foyer oder zusätzliche Veranstaltungsflächen sind sinnvoll, wenn konkrete Nachfrage und ein realistisches Betriebskonzept vorliegen.

Bundesförderung könnte entscheidend werden

Neubrandenburg kann ein Projekt dieser Größenordnung kaum allein aus dem städtischen Haushalt finanzieren.

Konkurrenz um Fördermittel ist groß

Der Bund hat Programme für kommunale Sportstätten aufgelegt. Der bundesweite Sanierungsbedarf ist jedoch erheblich, sodass nicht jeder Antrag vollständig berücksichtigt werden kann.

Land Mecklenburg-Vorpommern muss sich beteiligen

Das Jahnsportforum besitzt Bedeutung für den Spitzensport des gesamten Bundeslandes.

Eine Finanzierung ausschließlich durch Neubrandenburg wäre deshalb kaum angemessen.

Stadt braucht einen realistischen Eigenanteil

Auch hohe Förderquoten verlangen häufig kommunale Eigenmittel.

Die Stadt muss sicherstellen, dass Schulen, Straßen, Feuerwehr und soziale Einrichtungen dadurch nicht finanziell ausgehöhlt werden.

Förderzusage vor Baubeginn sichern

Ein vorzeitiger Baustart ohne belastbare Gesamtfinanzierung wäre riskant.

Halbfertige öffentliche Großprojekte werden meist teurer als eine später begonnene, aber vollständig finanzierte Sanierung.

Baukosten können weiter steigen

Die genannten 44 oder 53 Millionen Euro sind Planungswerte.

Alte Gebäude bergen Überraschungen

Erst nach Öffnung von Wänden, Decken und technischen Schächten werden manche Schäden vollständig sichtbar.

Schadstoffe, Korrosion oder unzureichende Tragfähigkeit können zusätzliche Arbeiten notwendig machen.

Baupreise bleiben ein Risiko

Material, Energie und Fachleistungen können sich während einer mehrjährigen Planungs- und Bauphase verteuern.

Kostenreserve ist notwendig

Eine seriöse Kalkulation muss Risiken berücksichtigen.

Das bedeutet nicht, einen unbegrenzten finanziellen Puffer zu schaffen. Es verhindert aber, dass jede vorhersehbare Abweichung später als überraschender Kostenanstieg dargestellt wird.

Projektumfang nicht während des Baus erweitern

Nachträgliche Sonderwünsche sind bei öffentlichen Bauprojekten besonders teuer.

Ausstattung und Nutzungskonzept müssen deshalb vor der Ausschreibung möglichst vollständig feststehen.

Die Stadt braucht ein belastbares Betriebskonzept

Mit der Wiedereröffnung beginnen neue laufende Kosten.

Wer betreibt und vermarktet die Halle?

Verantwortlichkeiten für Sportbetrieb, Veranstaltungen, Technik und Gastronomie müssen eindeutig geregelt sein.

Wie viele Großveranstaltungen sind realistisch?

Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung darf nicht mit überhöhten Besucher- oder Veranstaltungszahlen arbeiten.

Welche Zeiten bleiben den Vereinen?

Kommerzielle Vermietungen dürfen den regelmäßigen Trainingsbetrieb nicht unplanbar machen.

Welche Zuschüsse bleiben notwendig?

Eine kommunale Sporthalle muss nicht zwingend Gewinn erwirtschaften.

Die Stadt sollte jedoch offen darstellen, welchen jährlichen Zuschuss sie nach der Sanierung erwartet und welche öffentlichen Leistungen damit finanziert werden.

Erreichbarkeit muss mitgedacht werden

Große Veranstaltungen erzeugen erhebliche Verkehrsströme.

Parkplätze sind begrenzt

Besucher, Sportler, Trainer und Beschäftigte kommen teilweise aus der gesamten Region.

Bei großen Veranstaltungen kann der Parkraum rund um den Sportkomplex schnell knapp werden.

Busverkehr verstärken

Zusätzliche Fahrten vor und nach Großveranstaltungen könnten die Anreise ohne Auto erleichtern.

Wege zum Bahnhof ausschildern

Das Jahnsportforum liegt vergleichsweise stadtnah.

Eine sichere, beleuchtete und verständlich ausgeschilderte Fußverbindung zum Bahnhof und in die Innenstadt kann den Autoverkehr reduzieren.

Fahrräder sicher abstellen

Sportler und Zuschauer aus Neubrandenburg sollten die Halle bequem mit dem Fahrrad erreichen können.

Ausreichend sichere und überdachte Abstellanlagen gehören zu einer modernen Sportstätte.

Ein möglicher Neubau muss zumindest geprüft worden sein

Bei Sanierungskosten von bis zu 53 Millionen Euro stellt sich zwangsläufig die Grundsatzfrage.

Sanierung erhält einen etablierten Standort

Das Jahnsportforum liegt in einem gewachsenen Sportkomplex mit Stadion, Sportgymnasium und weiteren Anlagen.

Diese Verbindungen wären bei einem Standortwechsel schwer zu ersetzen.

Neubau könnte technische Vorteile bieten

Ein vollständiger Neubau ließe sich ohne Kompromisse aus der bestehenden Konstruktion planen.

Allerdings würden Grundstück, Erschließung, Abriss oder Nachnutzung des Altbaus zusätzliche Kosten verursachen.

Vergleich muss öffentlich nachvollziehbar sein

Die Stadt sollte offenlegen, ob eine Neubauvariante geprüft wurde und warum sie wirtschaftlich oder städtebaulich schlechter abschneidet.

Bei einer Investition von mehr als 50 Millionen Euro genügt der Hinweis nicht, eine Sanierung sei traditionell gewünscht.

Was die Stadt jetzt veröffentlichen sollte

Vor einer endgültigen Entscheidung fehlen zentrale Informationen.

Verbindlicher Projektumfang

Es muss klar sein, ob mit 44 oder 53 Millionen Euro geplant wird und welche Maßnahmen jeweils enthalten sind.

Finanzierungsanteile

Bund, Land und Stadt sollten getrennt ausgewiesen werden.

Bauzeit und mögliche Schließung

Vereine und Veranstalter benötigen einen belastbaren Zeitplan.

Ersatzstandorte

Trainings- und Wettkampfbetrieb müssen während der Bauphase organisiert werden.

Folgekosten

Energie, Personal, Wartung und jährlicher Zuschuss gehören zur Entscheidung.

Aktuelle Sicherheitslage

Die Stadt sollte erklären, wie lange die Halle unter den bestehenden Bedingungen noch sicher betrieben werden kann.

Eine Sportstadt darf ihr wichtigstes Hallenprojekt nicht erneut vertagen

Neubrandenburg trägt den Anspruch einer Sportstadt nicht ohne Grund. Olympiasieger, Weltmeister und erfolgreiche Nachwuchssportler haben den Namen der Stadt weit über Mecklenburg-Vorpommern hinaus bekannt gemacht.

Diese Tradition benötigt funktionierende Sportstätten.

Wenn dem Jahnsportforum ohne Sanierung langfristig eine Sperrung aus Brandschutzgründen droht, gibt es keine ernsthafte Alternative zum Handeln. Sicherheit lässt sich nicht durch weitere Gutachten oder politische Vertagungen ersetzen.

Trotzdem darf die Stadt nicht einfach einen Blankoscheck über 53 Millionen Euro ausstellen.

Sie muss sauber zwischen zwingendem Brandschutz, notwendiger technischer Erneuerung und wünschenswerten Erweiterungen unterscheiden. Ein neues Foyer kann sinnvoll sein. Es ist aber nicht genauso dringlich wie sichere Fluchtwege oder eine funktionierende Brandmeldeanlage.

Ebenso wichtig ist die Finanzierung. Das Jahnsportforum dient dem Spitzensport des gesamten Landes und darf nicht allein auf Kosten der Neubrandenburger Bürger modernisiert werden. Bund und Mecklenburg-Vorpommern müssen einen erheblichen Anteil übernehmen.

Die größte Gefahr wäre eine erneute Verschiebung. Je länger gewartet wird, desto höher werden Reparaturkosten und das Risiko einer kurzfristigen Sperrung. Dann müssten Vereine, Nachwuchssportler und Veranstalter innerhalb weniger Wochen Ersatz finden.

Neubrandenburg braucht jetzt eine klare Entscheidung: ein realistisches Sanierungspaket, eine gesicherte Finanzierung und einen belastbaren Zeitplan.

Eine Sportstadt beweist sich nicht nur mit den Erfolgen ihrer Athleten. Sie beweist sich auch dadurch, ob sie ihnen dauerhaft würdige und sichere Bedingungen bietet.