Frankfurt (Oder). Der Logistikstandort an der Autobahn A12 soll weiter wachsen. Das Immobilien- und Logistikunternehmen Alcaro hat am 10. Juli 2026 den Bauantrag für eine dritte Halle im sogenannten Log Plaza Frankfurt (Oder) eingereicht.
Die neue Halle C soll eine Fläche von rund 20.000 Quadratmetern erhalten und auf einem etwa 40.000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen. Nach Angaben der Stadt rechnet Alcaro mit einem möglichen Baustart Ende 2026 oder Anfang 2027. Die Bauzeit soll ungefähr ein Jahr betragen.
Damit setzt sich die Entwicklung des Güterverkehrszentrums Süd zu einem der größten Logistikstandorte im östlichen Brandenburg fort. Bereits heute stehen dort zwei große Hallen. Zusammen mit Halle C soll das gesamte Areal langfristig rund 170.000 Quadratmeter Mietfläche umfassen.
Halle C soll auf 40.000 Quadratmetern Grundstück entstehen
Der neue Bauantrag betrifft die mittlerweile dritte Halle des Alcaro-Projekts an der A12. Die Stadt Frankfurt (Oder) nahm die Unterlagen am 10. Juli offiziell entgegen.
Neue Halle soll rund 20.000 Quadratmeter groß werden
Nach Angaben der Stadt ist für Halle C eine Gebäudefläche von etwa 20.000 Quadratmetern vorgesehen. Das Grundstück selbst umfasst rund 40.000 Quadratmeter.
Alcaro hatte in früheren Projektbeschreibungen teilweise von bis zu 24.000 Quadratmetern Mietfläche gesprochen. Wie groß die tatsächlich genehmigte Nutz- und Mietfläche am Ende sein wird, hängt von der weiteren Planung und dem Genehmigungsverfahren ab.
Baustart könnte bereits Anfang 2027 erfolgen
Der Projektentwickler geht davon aus, Ende 2026 oder Anfang 2027 mit dem Bau beginnen zu können. Voraussetzung ist, dass das Genehmigungsverfahren ohne größere Verzögerungen abgeschlossen wird.
Für die Errichtung der Halle ist eine Bauzeit von ungefähr zwölf Monaten vorgesehen. Bei einem Baustart Anfang 2027 wäre eine Fertigstellung damit im Verlauf des Jahres 2028 denkbar. Ein verbindlicher Termin wurde bislang jedoch nicht genannt.
Mieter für Halle C noch nicht öffentlich bekannt
Ob bereits ein konkreter Nutzer für die neue Halle feststeht, wurde nicht mitgeteilt. Auch Angaben zu möglichen Arbeitsplätzen, zur Art der gelagerten Waren oder zu den späteren Verkehrsbewegungen liegen für Halle C bislang nicht vor.
Damit bleibt eine der wichtigsten Fragen offen: Wird die neue Halle auf einen bereits gesicherten Bedarf zugeschnitten oder zunächst ohne festen Mieter errichtet?
Log Plaza wächst zu einem riesigen Gewerbestandort
Das neue Bauprojekt ist Teil einer Entwicklung, die bereits seit mehreren Jahren läuft. Alcaro baut auf einem etwa 44 Hektar großen Grundstück im Güterverkehrszentrum Süd einen Logistikpark mit mehreren Hallen.
Halle A wurde bereits 2022 fertiggestellt
Die erste Halle des Log Plaza wurde im Jahr 2022 fertiggestellt. Sie verfügt über mehr als 47.500 Quadratmeter Mietfläche und wurde zunächst vollständig an die internationale Logistikgruppe EV Cargo vermietet.
Das Gebäude war für die Lagerung und Verteilung von Lithium-Ionen-Akkus für Elektrofahrzeuge vorgesehen. Zur Ausstattung gehören nach Angaben von Alcaro energieeffiziente Technik, Photovoltaikanlagen und moderne Wärmeversorgung.
Halle B besitzt nahezu 100.000 Quadratmeter Fläche
Deutlich größer ist die zweite Halle. Sie umfasst ungefähr 94.000 Quadratmeter Hallenfläche sowie zusätzliche Büro-, Sozial- und Lagerbereiche.
Die Gesamtmietfläche liegt bei rund 100.000 Quadratmetern. Damit gehört Halle B zu den größten Logistikimmobilien der Region. Das Gebäude wurde im September 2025 fertiggestellt.
Gesamtes Areal soll rund 170.000 Quadratmeter erreichen
Mit den drei Bauabschnitten entsteht ein Logistikpark mit insgesamt rund 170.000 Quadratmetern Mietfläche. Zusätzlich sind auf dem Areal rund 900 Pkw-Stellplätze und 84 Lkw-Stellplätze vorgesehen.
Die Dimension zeigt, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Lagerhalle am Stadtrand handelt. Der Log Plaza entwickelt sich zu einem eigenen Wirtschaftsstandort, der Auswirkungen auf Beschäftigung, Verkehr, Infrastruktur und Flächennutzung in Frankfurt (Oder) haben wird.
Bis zu 800 neue Arbeitsplätze in Halle B angekündigt
Während für Halle C noch keine Beschäftigungszahlen genannt wurden, gibt es für die bereits fertiggestellte Halle B konkretere Angaben.
Ceva Logistics baut großes Logistikzentrum auf
Nach Angaben der Stadt richtet der internationale Konzern Ceva Logistics in der rund 94.000 Quadratmeter großen Halle ein umfangreiches Logistikzentrum ein.
Die Flächen sollen für die Warenlogistik eines international tätigen Onlinehändlers genutzt werden. Der Name dieses Auftraggebers wurde bislang nicht öffentlich genannt.
Zwischen 500 und 800 Stellen sollen entstehen
Für den neuen Standort werden nach Angaben der Stadt zwischen 500 und 800 Arbeitsplätze erwartet. Die ersten Beschäftigten seien bereits eingestellt worden, weitere Bewerbungsverfahren liefen.
Sollten tatsächlich 800 Stellen entstehen, wäre die Ansiedlung für Frankfurt (Oder) von erheblicher Bedeutung. Die Stadt kämpft seit Jahren um neue Unternehmen, Einwohner und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.
Entscheidend ist die Qualität der Beschäftigung
Die reine Zahl der Arbeitsplätze erzählt allerdings noch nicht die ganze Geschichte. Wichtig ist, welche Tätigkeiten angeboten werden, wie hoch die Löhne sind und wie viele Stellen dauerhaft bestehen bleiben.
In großen Logistikzentren entstehen häufig Arbeitsplätze in Lagerung, Verpackung, Transportsteuerung, Technik, Verwaltung und IT. Ein Teil der Tätigkeiten kann allerdings körperlich belastend oder im Schichtbetrieb organisiert sein.
Die Stadt sollte deshalb nicht nur die Zahl der Stellen öffentlich hervorheben. Sie sollte ebenso darauf achten, dass tarifnahe Löhne, verlässliche Verträge, Ausbildungsmöglichkeiten und gute Arbeitsbedingungen entstehen.
Warum Frankfurt (Oder) für Logistikunternehmen attraktiv ist
Die Lage an der deutsch-polnischen Grenze gehört zu den größten wirtschaftlichen Vorteilen der Stadt.
Direkter Anschluss an die Autobahn A12
Das Log Plaza befindet sich unmittelbar an der A12. Die Autobahn verbindet Berlin mit Frankfurt (Oder), dem Grenzübergang nach Polen und der weiteren Strecke in Richtung Posen und Warschau.
Damit liegt der Standort an einer der wichtigsten Ost-West-Verbindungen Europas. Waren können von Frankfurt (Oder) sowohl in den deutschen Markt als auch nach Polen und weiter nach Mittel- und Osteuropa transportiert werden.
Nähe zu Słubice stärkt die grenzüberschreitende Lage
Frankfurt (Oder) und die polnische Nachbarstadt Słubice bilden einen gemeinsamen deutsch-polnischen Wirtschaftsraum. Unternehmen können von Arbeitskräften, Kunden, Lieferanten und Dienstleistern auf beiden Seiten der Oder profitieren.
Gerade in Logistik und Handel ist diese Lage ein klarer Vorteil. Sie macht Frankfurt (Oder) zu einem möglichen Bindeglied zwischen Berlin, Westpolen und den großen europäischen Transportkorridoren.
Güterverkehr kann auch über die Schiene laufen
Neben der Autobahn besitzt das Güterverkehrszentrum ein Terminal für kombinierten Verkehr. Container können dort zwischen Lkw und Zug umgeladen werden.
Nach früheren Angaben von Alcaro bestehen regelmäßige Zugverbindungen zu großen europäischen Häfen wie Hamburg, Bremerhaven, Antwerpen, Rotterdam und Danzig. Das eröffnet die Möglichkeit, einen Teil der Transporte über die Schiene abzuwickeln.
Lage zwischen Berlin und Polen wird zum Standortvorteil
Frankfurt (Oder) kann mit Berlin bei Größe, Kaufkraft und Unternehmensdichte nicht konkurrieren. Die Stadt besitzt jedoch Flächen, Grenznähe und Verkehrsanbindungen, die in der Hauptstadt kaum noch verfügbar oder bezahlbar sind.
Genau daraus kann sich ein eigenes wirtschaftliches Profil entwickeln: nicht als verlängerter Rand Berlins, sondern als eigenständiger Industrie-, Logistik- und Grenzstandort.
Frankfurt (Oder) braucht mehr als Lagerhallen
Die neuen Investitionen sind ein positives Signal. Dennoch sollte sich die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt nicht allein auf Logistik beschränken.
Logistik schafft Arbeit, aber häufig wenig Forschung
Große Lagerhallen können in kurzer Zeit viele Arbeitsplätze bringen. Sie erzeugen jedoch nicht automatisch Forschung, Produktentwicklung oder hochqualifizierte technische Beschäftigung.
Für die langfristige Entwicklung braucht Frankfurt (Oder) daher zusätzlich produzierende Unternehmen, innovative Mittelständler, Technologieanbieter und wirtschaftliche Verbindungen zur Europa-Universität Viadrina.
Ansiedlungen sollten regionale Unternehmen einbeziehen
Von einem großen Logistikzentrum profitieren nicht nur die direkten Beschäftigten. Aufträge können auch an Sicherheitsfirmen, Reinigungsunternehmen, Handwerker, Transportunternehmen, Gastronomie und technische Dienstleister gehen.
Die regionale Wirkung ist besonders groß, wenn solche Leistungen an Unternehmen aus Frankfurt (Oder), dem Landkreis Oder-Spree und weiteren Teilen Ostbrandenburgs vergeben werden.
Ausbildungsmöglichkeiten müssen mitwachsen
Bei mehreren Hundert neuen Stellen braucht der Standort eine Strategie für Ausbildung und Qualifizierung. Berufsschulen, Arbeitsagentur, Unternehmen und Stadt sollten frühzeitig zusammenarbeiten.
Ausbildungsplätze in Lagerlogistik, Spedition, Mechatronik, Betriebstechnik oder kaufmännischen Berufen könnten jungen Menschen eine Perspektive in der Region geben.
Zusätzlicher Lkw-Verkehr wird zur Herausforderung
Wo große Mengen an Waren gelagert und verteilt werden, entstehen zwangsläufig zusätzliche Verkehrsbewegungen.
A12 ist bereits stark belastet
Die Autobahn zwischen Berlin und der polnischen Grenze gehört zu den stark befahrenen Routen in Brandenburg. Besonders vor dem Grenzübergang und bei Störungen entstehen immer wieder lange Lkw-Schlangen.
Neue Logistikflächen können die wirtschaftliche Bedeutung der Strecke erhöhen. Sie können aber auch zusätzliche Belastungen für Fahrer, Anwohner und Infrastruktur verursachen.
Stadt braucht klare Verkehrsprognosen
Im Genehmigungsverfahren für Halle C sollte deshalb transparent dargestellt werden, wie viele Lkw- und Pkw-Fahrten täglich erwartet werden.
Wichtig ist auch, ob die vorhandenen Zufahrten, Kreuzungen und Stellplätze ausreichen. Rückstaus dürfen nicht auf öffentliche Straßen oder in angrenzende Stadtbereiche verlagert werden.
Schienentransport muss tatsächlich genutzt werden
Der Anschluss an den kombinierten Verkehr ist ein großer Vorteil des Standorts. Er entfaltet seinen Nutzen jedoch nur, wenn Unternehmen ihn auch einsetzen.
Stadt und Betreiber sollten darauf hinwirken, dass möglichst viele Container über die Schiene transportiert werden. Dadurch ließen sich Lkw-Fahrten reduzieren und die Lage des Güterverkehrszentrums besser nutzen.
Nachhaltigkeit der Hallen muss überprüfbar sein
Alcaro wirbt mit hohen Umwelt- und Nachhaltigkeitsstandards. Die Hallen sollen unter anderem mit Photovoltaik, Wärmepumpen und moderner Dämmung ausgestattet werden.
Photovoltaik auf großen Dachflächen
Logistikhallen besitzen enorme Dachflächen, die sich grundsätzlich gut für Solaranlagen eignen. Auf mehreren Alcaro-Standorten wurden bereits große Photovoltaikanlagen installiert.
Das ist sinnvoll, weil die Gebäude tagsüber einen erheblichen Strombedarf für Beleuchtung, Technik, Kühlung und Ladeinfrastruktur haben können.
Wärmepumpen ersetzen fossile Heizsysteme
Nach Angaben des Unternehmens setzt das Log-Plaza-Konzept auf Wärmepumpen und Fußbodenheizungen. Auf fossile Energieträger soll möglichst verzichtet werden.
Auch Halle B wurde nach modernen Nachhaltigkeitsstandards entwickelt und erhielt eine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.
Flächenversiegelung bleibt ein Problem
Trotz moderner Gebäudetechnik bleibt der Bau großer Hallen mit erheblicher Flächenversiegelung verbunden. Gebäude, Parkplätze, Zufahrten und Rangierflächen verändern den Wasserhaushalt und die Landschaft.
Die Stadt muss daher darauf achten, dass Regenwasser möglichst auf dem Gelände zurückgehalten, Grünflächen geschaffen und Ausgleichsmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.
Nachhaltigkeit darf nicht nur aus Solarmodulen auf dem Dach bestehen. Sie muss den gesamten Flächenverbrauch, den Verkehr und die langfristige Nutzung berücksichtigen.
Zusammenarbeit mit der Stadt wird ausdrücklich gelobt
Alcaro hebt die Zusammenarbeit mit der Frankfurter Verwaltung als wichtigen Standortvorteil hervor.
Unternehmen lobt kurze Wege und verlässliche Verwaltung
Projektentwickler Arne Haeger erklärte, das Unternehmen glaube an Frankfurt (Oder) und betrachte die Lage an einer europäischen Hauptverkehrsachse als ideal.
Besonders positiv bewertete er die Zusammenarbeit mit Stadt und Verwaltung. Diese ermögliche es, Unternehmensziele umzusetzen und zugleich kommunale Interessen zu berücksichtigen.
Schnelle Genehmigungen können Wettbewerbsvorteil sein
Für Investoren ist entscheidend, dass Genehmigungen nicht unnötig lange dauern und Ansprechpartner erreichbar sind. Frankfurt (Oder) kann sich hier gegenüber größeren, langsameren Verwaltungsstandorten profilieren.
Beim Einzug des neuen Mieters in Halle B wurde eine erforderliche Nutzungsänderung nach Unternehmensangaben innerhalb von sechs Wochen ermöglicht.
Geschwindigkeit darf Prüfung nicht ersetzen
Eine investorenfreundliche Verwaltung ist grundsätzlich positiv. Schnelle Entscheidungen dürfen jedoch nicht bedeuten, dass Umwelt-, Verkehrs- oder Arbeitnehmerinteressen vernachlässigt werden.
Gute Wirtschaftsförderung verbindet Tempo mit Transparenz und klaren Bedingungen. Nur dann bleibt die Zustimmung der Bevölkerung erhalten.
Was Halle C für die Stadt bedeuten könnte
Die dritte Halle ist kleiner als Halle B, kann aber dennoch einen weiteren wichtigen Baustein der Standortentwicklung bilden.
Weitere Arbeitsplätze sind wahrscheinlich
Eine Logistikhalle mit 20.000 Quadratmetern benötigt je nach Nutzung Beschäftigte in Lager, Technik, Verwaltung und Transportsteuerung.
Wie viele Stellen tatsächlich entstehen, hängt stark vom Automatisierungsgrad und vom späteren Mieter ab. Eine seriöse Zahl lässt sich deshalb erst nennen, wenn ein konkretes Nutzungskonzept vorliegt.
Gewerbesteuer hängt von Unternehmensstruktur ab
Neue Unternehmen können zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen bringen. Ob und in welcher Höhe Frankfurt (Oder) profitiert, hängt jedoch davon ab, welche Gesellschaft den Standort betreibt und wo Gewinne steuerlich verbucht werden.
Große Hallen und viele Beschäftigte bedeuten nicht automatisch hohe Gewerbesteuereinnahmen. Die Stadt sollte daher offenlegen, welche wirtschaftlichen Effekte realistisch erwartet werden.
Stadt gewinnt im Wettbewerb um Investitionen
Der Bau einer dritten Halle zeigt, dass Investoren Frankfurt (Oder) nicht nur als einmaliges Projekt betrachten. Die schrittweise Erweiterung spricht für Vertrauen in den Standort und in die Nachfrage nach Flächen.
Das kann weitere Unternehmen anziehen. Bereits bestehende Ansiedlungen sind häufig das beste Argument gegenüber neuen Investoren.
Grenzstadt könnte wirtschaftlich stärker zusammenwachsen
Frankfurt (Oder) und Słubice liegen unmittelbar nebeneinander, wirtschaftlich werden die Möglichkeiten der Doppelstadt jedoch noch nicht vollständig genutzt.
Arbeitsmarkt ist längst grenzüberschreitend
Schon heute arbeiten viele Menschen auf der jeweils anderen Seite der Grenze. Neue Logistikzentren könnten diese Entwicklung verstärken.
Dafür braucht es verständliche Informationen zu Arbeitsverträgen, Steuern, Sozialversicherung und Pendlerfragen in deutscher und polnischer Sprache.
Unternehmen brauchen zweisprachige Strukturen
Ein Standort an der Grenze sollte Zweisprachigkeit nicht als Zusatz, sondern als wirtschaftlichen Vorteil behandeln.
Stellenausschreibungen, Behördeninformationen und Ausbildungsangebote könnten stärker auf deutsche und polnische Bewerber ausgerichtet werden. Das würde den verfügbaren Arbeitsmarkt vergrößern.
Frankfurt darf nicht nur Durchgangsort bleiben
Täglich passieren große Warenströme die Region zwischen Berlin und Polen. Die zentrale wirtschaftspolitische Aufgabe lautet, einen größeren Teil dieser Wertschöpfung in Frankfurt (Oder) zu halten.
Lagerung allein ist ein Anfang. Dauerhaft interessanter wären zusätzliche Verarbeitung, Reparatur, Montage, Verpackungsentwicklung und digitale Steuerung direkt am Standort.
Diese Fragen bleiben vor dem Baustart offen
Der Bauantrag ist erst der Beginn des Genehmigungsverfahrens. Mehrere wichtige Details müssen noch geklärt werden.
Wer wird Mieter der neuen Halle?
Ein konkreter Nutzer wurde bislang nicht genannt. Ohne diese Information bleiben Arbeitsplatzanzahl, Verkehrsaufkommen und wirtschaftliche Wirkung schwer einzuschätzen.
Wie viele Lkw werden täglich erwartet?
Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer ist entscheidend, wie sich die dritte Halle auf die Zufahrten und die A12 auswirkt.
Welche Arbeitsplätze entstehen?
Die Stadt sollte später nicht nur eine Gesamtzahl nennen, sondern auch erklären, wie viele Vollzeit-, Teilzeit-, Ausbildungs- und Fachkräftestellen vorgesehen sind.
Welche Umweltauflagen gelten?
Zur Transparenz gehören Angaben zu Photovoltaik, Energieversorgung, Regenwassermanagement, Begrünung, Lärmschutz und Ausgleichsflächen.
Wird die Bahn stärker genutzt?
Der Schienenanschluss ist ein bedeutender Vorteil. Deshalb sollte bekannt werden, welchen Anteil der Transporte der spätere Mieter tatsächlich über das Terminal abwickeln will.
Frankfurt braucht Investitionen – aber mit dauerhafter Wirkung
Der neue Bauantrag ist eine gute Nachricht für Frankfurt (Oder). Während andere ostdeutsche Städte um jede Ansiedlung kämpfen, wächst an der A12 ein Wirtschaftsstandort mit internationaler Bedeutung.
Bis zu 800 angekündigte Arbeitsplätze in der bereits vermieteten Halle B sind ein starkes Signal. Wenn Halle C weitere Beschäftigung bringt, regionale Firmen einbindet und Steuereinnahmen erzeugt, profitiert die gesamte Stadt.
Doch riesige Hallen allein sind noch keine erfolgreiche Wirtschaftspolitik. Frankfurt muss darauf achten, dass gute und langfristige Arbeitsplätze entstehen, dass der zusätzliche Verkehr beherrschbar bleibt und dass die Nähe zu Polen mehr hervorbringt als eine günstige Durchfahrtsroute.
Die Stadt sollte den Investor unterstützen, aber zugleich klare Erwartungen formulieren: Ausbildung, faire Beschäftigung, Schienentransport, ökologische Standards und regionale Wertschöpfung.
Dann kann aus dem Log Plaza mehr werden als ein Lagerstandort an der Autobahn. Er könnte zu einem echten wirtschaftlichen Anker für Frankfurt (Oder) und das östliche Brandenburg werden.