Magdeburg. Die Stadthalle auf der Rotehorninsel gehört seit fast einem Jahrhundert zu den wichtigsten Bauwerken der Landeshauptstadt. Seit 2020 ist das denkmalgeschützte Veranstaltungshaus geschlossen und wird grundlegend saniert. Aus der historischen Halle soll ein modernes Kongress-, Konzert- und Veranstaltungszentrum für mehr als 2.000 Besucher werden.

Die Arbeiten sind inzwischen weit fortgeschritten. Rohinstallationen der Haus- und Betriebstechnik wurden nach Angaben der Stadt bereits weitgehend ausgeführt. 2026 stehen unter anderem der weitere Innenausbau, technische Anlagen, Fassadenarbeiten und die Gestaltung des unmittelbaren Umfeldes im Mittelpunkt. Die Stadt beziffert ihre Investition mittlerweile auf mehr als 103 Millionen Euro.

Die Wiedereröffnung wird derzeit für Ende 2027 angekündigt. Damit verzögert sich das Projekt erneut gegenüber früheren Zeitplänen.

Stadthalle wurde 1927 eröffnet

Das Gebäude entstand anlässlich der Deutschen Theaterausstellung.

Beispiel der Magdeburger Moderne

Die Stadthalle wurde 1927 nach Plänen des Architekten Johannes Göderitz errichtet. Sie gehört zu den bedeutenden Bauten des sogenannten Neuen Bauens in Magdeburg.

Die klare Form, die Klinkerfassade und die großen Fensterbänder prägen das Erscheinungsbild bis heute. Das Gebäude ist nicht nur ein Veranstaltungsort, sondern ein wichtiger Teil der Architekturgeschichte der Stadt.

Kriegsschäden und Wiederaufbau

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadthalle schwer beschädigt. Der Wiederaufbau begann Ende der 1950er-Jahre und wurde 1966 abgeschlossen.

Dabei wurde das Gebäude in Teilen verändert. Die aktuelle Sanierung versucht deshalb nicht nur, die Halle technisch zu modernisieren, sondern auch gestalterische Merkmale des ursprünglichen Baus wieder stärker sichtbar zu machen.

Mehrere Generationen verbinden Erinnerungen mit dem Haus

Konzerte, Kongresse, Tanzveranstaltungen, politische Versammlungen und Feiern machten die Stadthalle über Jahrzehnte zu einem wichtigen gesellschaftlichen Ort.

Die Sanierung betrifft deshalb nicht nur ein beliebiges öffentliches Gebäude. Viele Magdeburger verbinden persönliche Erinnerungen mit der Halle.

Kosten steigen auf mehr als 103 Millionen Euro

Die ursprünglichen Planungen gingen von deutlich niedrigeren Ausgaben aus.

Frühe Kalkulation lag bei rund 65 Millionen Euro

Zu Beginn des Projekts wurde ein Kostenrahmen von etwa 65,5 Millionen Euro genannt.

Spätere Untersuchungen zeigten jedoch, dass Bausubstanz, Gründung, Fassade, Stahlkonstruktionen und Brandschutz erheblich aufwendiger bearbeitet werden mussten als zunächst angenommen.

Schlechte Bausubstanz wurde erst während der Arbeiten sichtbar

Bei einem fast 100 Jahre alten und mehrfach veränderten Gebäude lassen sich nicht alle Schäden im Voraus vollständig erkennen.

Nach der Entkernung wurden unter anderem Probleme an tragenden Bauteilen und korrodierte Stahlkonstruktionen sichtbar. Solche Schäden können nicht einfach überbaut werden, wenn das Gebäude anschließend jahrzehntelang sicher genutzt werden soll.

Baupreise erhöhten sich erheblich

Die Sanierung begann in einer Phase, die von Pandemie, Lieferproblemen, steigenden Energiepreisen und höheren Materialkosten geprägt war.

Auch Fachkräfte, Gerüste, technische Anlagen und Spezialarbeiten am Denkmal wurden teurer.

Stadt nennt mittlerweile mehr als 103 Millionen Euro

Für 2026 weist Magdeburg eine Gesamtinvestition von mehr als 103 Millionen Euro aus.

Damit gehört die Stadthalle zu den teuersten kommunalen Bauprojekten der Stadt.

Fertigstellung wurde mehrfach verschoben

Ursprünglich sollte die Sanierung deutlich früher abgeschlossen werden.

Arbeiten begannen 2020

Im September 2020 starteten die bauvorbereitenden Maßnahmen. Damals war noch vorgesehen, die Halle nach wenigen Jahren wieder für Veranstaltungen zu öffnen.

Frühere Termine konnten nicht gehalten werden

Zwischenzeitlich wurde eine Fertigstellung für 2024 und später für 2026 erwartet.

Die Kombination aus zusätzlichen Schäden, Planungsänderungen, aufwendiger Denkmalpflege und Kostensteigerungen führte zu neuen Verzögerungen.

Ende 2027 ist jetzt das offizielle Ziel

Die künftige Betreibergesellschaft MVGM nennt Ende 2027 als geplanten Abschluss. Erst dann soll die modernisierte Stadthalle feierlich präsentiert und regulär genutzt werden.

Dieser Termin steht allerdings weiterhin unter dem Vorbehalt eines störungsfreien Bauablaufs, erfolgreicher technischer Abnahmen und der Übertragung der Betreiberrechte.

Großer Saal wird vollständig neu ausgerichtet

Eine der auffälligsten Veränderungen findet im Inneren statt.

Bühne wandert von der Süd- auf die Nordseite

Der große Saal wird um 180 Grad gedreht. Die Bühne befindet sich künftig auf der gegenüberliegenden Seite des bisherigen Standorts.

Dadurch sollen Anlieferung, Bühnenaufbau und Veranstaltungslogistik verbessert werden.

Flexible Nutzung für Konzerte und Kongresse

Die Stadthalle soll künftig nicht nur klassische Konzerte aufnehmen.

Geplant sind auch Kongresse, Galas, Firmenveranstaltungen, Ausstellungen, Tagungen und größere gesellschaftliche Empfänge.

Die technische Ausstattung muss deshalb unterschiedliche Bühnen-, Licht-, Ton- und Bestuhlungsvarianten ermöglichen.

Mehr als 2.000 Gäste möglich

Nach der Sanierung soll das Gebäude Veranstaltungen mit mehr als 2.000 Teilnehmern aufnehmen können.

Damit liegt die Stadthalle zwischen kleineren Kulturhäusern und der deutlich größeren Mehrzweckarena.

Neue Veranstaltungstechnik zieht ein

Ein historisches Gebäude muss mit heutigen technischen Anforderungen verbunden werden.

Ton und Beleuchtung werden modernisiert

Konzerte, Kongresse und Fernsehproduktionen benötigen leistungsfähige Audio-, Licht- und Datentechnik.

Mobile Notlösungen würden langfristig hohe Zusatzkosten verursachen. Deshalb wird ein erheblicher Teil der Technik fest in das Gebäude integriert.

Neue Hängevorrichtungen

Moderne Veranstaltungen benötigen Möglichkeiten, Lautsprecher, Scheinwerfer, Leinwände und Dekorationen sicher über Bühne und Saal anzubringen.

Die Konstruktion muss hohe Lasten tragen und gleichzeitig flexibel nutzbar sein.

Lastenaufzug erleichtert Anlieferungen

Ein neuer Lastenaufzug soll Bühnenmaterial, Instrumente und Veranstaltungstechnik transportieren.

Damit werden schwere und zeitaufwendige Transporte durch Besucherbereiche vermieden.

Foyer wird vollständig neu gestaltet

Auch der Empfangsbereich verändert sich.

Multifunktionsfoyer statt enger Durchgangsfläche

Besucher sollen künftig durch ein neu gestaltetes Foyer in die Halle gelangen.

Der Bereich muss Garderoben, Einlasskontrollen, Pausenversorgung und Kommunikation aufnehmen können.

Mehrere Veranstaltungen gleichzeitig möglich

Ein flexibles Foyer kann auch für Empfänge, Ausstellungen oder kleinere Formate genutzt werden.

Dadurch lässt sich das Gebäude an mehr Tagen wirtschaftlich betreiben.

Orientierung muss einfach bleiben

Große Kultur- und Kongresshäuser werden schnell unübersichtlich.

Klare Beschilderung, sichtbare Zugänge und kurze Wege zu Sälen, Garderoben und Toiletten sind deshalb ebenso wichtig wie die Architektur.

Blüthnersaal wird wiederhergestellt

Neben dem großen Saal erhält auch der historische Blüthnersaal besondere Aufmerksamkeit.

Raum für kleinere Veranstaltungen

Der Saal eignet sich künftig für Empfänge, Konzerte, Vorträge und Tagungen.

Damit kann die Stadthalle auch Veranstaltungen aufnehmen, für die der große Saal überdimensioniert wäre.

Zusätzlicher teilbarer Saal entsteht

Neben dem Blüthnersaal wird ein neuer kleinerer Saal geschaffen. Dieser soll sich in bis zu drei Tagungs- oder Kongressräume teilen lassen.

Das ist besonders für mehrtägige Kongresse wichtig, bei denen parallel Arbeitsgruppen und Vorträge stattfinden.

Kongressgeschäft soll gestärkt werden

Tagungen und Kongresse bringen Besucher häufig für mehrere Tage in die Stadt.

Davon profitieren Hotels, Gastronomie, Einzelhandel und Dienstleister stärker als von einer einzelnen Abendveranstaltung.

Dachterrasse soll neuer Höhepunkt werden

Nach Abschluss der Arbeiten soll auch das Dach für Besucher nutzbar sein.

Blick über Stadtpark und Elbe

Die neue Dachterrasse könnte einen besonderen Ausblick auf die Elbe, den Stadtpark und die Stadtsilhouette bieten.

Damit erhält die Stadthalle ein Angebot, das über den eigentlichen Veranstaltungsbetrieb hinausgeht.

Nutzung darf nicht nur wenigen Gästen vorbehalten bleiben

Es sollte früh geklärt werden, ob die Terrasse ausschließlich bei geschlossenen Veranstaltungen oder auch zeitweise öffentlich zugänglich sein wird.

Ein mit Steuergeld geschaffener Aussichtspunkt sollte möglichst vielen Bürgern offenstehen.

Sicherheit und Lärmschutz beachten

Veranstaltungen auf einer Dachterrasse können zusätzliche Geräusche verursachen.

Betriebszeiten und technische Ausstattung müssen deshalb so geplant werden, dass der Stadtpark und umliegende Bereiche nicht unnötig belastet werden.

Hochwasserschutz wird deutlich verbessert

Die Lage auf der Rotehorninsel bringt besondere Risiken mit sich.

Elbe liegt unmittelbar neben dem Veranstaltungsensemble

Hochwasser kann Zufahrten, Keller und technische Anlagen bedrohen.

Ein modernes Veranstaltungshaus benötigt deshalb ein Schutzkonzept, das auch extreme Ereignisse berücksichtigt.

Mobile Schutzsysteme vorgesehen

Die Stadthalle soll mit technischen und baulichen Maßnahmen besser gegen Überflutungen geschützt werden.

Wichtige Technik muss möglichst so angeordnet sein, dass sie nicht bereits bei kleineren Wasserständen beschädigt wird.

Klimawandel erhöht Planungsanforderungen

Die Stadt muss sowohl auf Hochwasser als auch auf längere Hitzeperioden vorbereitet sein.

Ein Gebäude mit einer erwarteten Nutzungsdauer von mehreren Jahrzehnten darf nicht nur anhand vergangener Wasserstände geplant werden.

Fassade soll historisches Erscheinungsbild zurückerhalten

Die Klinkerfassade prägt den Charakter der Stadthalle.

Denkmalgerechte Sanierung

Schäden an Mauerwerk, Fenstern und Fassadenelementen werden beseitigt.

Gleichzeitig sollen typische Gestaltungsmerkmale der Magdeburger Moderne erhalten beziehungsweise rekonstruiert werden.

Lichtbänder bleiben wichtiges Element

Die horizontalen Fenster- und Glasflächen gehören zu den bekanntesten Merkmalen des Hauses.

Sie bringen Tageslicht in das Gebäude, stellen aber hohe Anforderungen an Wärmeschutz und technische Ausführung.

Denkmalschutz und Energieeffizienz müssen zusammenpassen

Historische Fassaden können nicht beliebig mit moderner Dämmung verändert werden.

Deshalb müssen individuelle Lösungen gefunden werden, die Energieverluste reduzieren, ohne den Charakter des Gebäudes zu zerstören.

Event-Plaza soll bis zu 11.000 Menschen aufnehmen

Das Umfeld der Stadthalle wird ebenfalls umgestaltet.

Freifläche für große Veranstaltungen

Zwischen Stadthalle, Hyparschale und Albinmüller-Turm entsteht eine neue Event-Plaza.

Nach Angaben der MVGM sollen dort Veranstaltungen mit bis zu 11.000 Gästen möglich sein.

Damit könnte Magdeburg große Freiluftkonzerte, Feste und Sonderveranstaltungen direkt im Stadtpark ausrichten.

Dom-Elbe-Panorama als Standortvorteil

Die Lage zwischen Elbe, Stadtpark und historischer Stadtsilhouette bietet eine Kulisse, die andere Veranstaltungsgelände kaum besitzen.

Dieses Potenzial kann Magdeburg im Wettbewerb um Konzerte und Kongresse nutzen.

Belastung für den Stadtpark begrenzen

11.000 Besucher erzeugen Lärm, Abfall, Verkehr und erhebliche Belastungen für Grünflächen.

Die Event-Plaza braucht deshalb klare Nutzungsgrenzen, belastbare Wege, ausreichende Toiletten und ein überzeugendes Reinigungskonzept.

Hyparschale ergänzt das neue Ensemble

Unmittelbar neben der Stadthalle steht die bereits sanierte Hyparschale.

Architektur von Ulrich Müther

Das 1969 errichtete Bauwerk gehört zu den bekanntesten Schalenkonstruktionen des DDR-Ingenieurs Ulrich Müther.

Die dünne, geschwungene Dachkonstruktion galt lange als gefährdet und wurde mit moderner Carbonbetontechnik gesichert.

Sanierung gilt als ingenieurtechnischer Erfolg

Die Hyparschale wurde 2024 wiedereröffnet. 2026 erhielt das Projekt besondere Anerkennung durch einen renommierten Ingenieurbaupreis.

Damit verfügt Magdeburg bereits über einen funktionierenden Teil des künftigen Veranstaltungsensembles.

Gemeinsame Vermarktung ist entscheidend

Stadthalle, Hyparschale, Albinmüller-Turm und Event-Plaza sollten nicht als getrennte Einzelorte beworben werden.

Zusammen können sie Kongresse und Veranstaltungen unterschiedlicher Größe aufnehmen und Magdeburg als überregionalen Veranstaltungsstandort stärken.

Albinmüller-Turm wird ebenfalls einbezogen

Auch der markante Aussichtsturm gehört zum Ensemble.

Neues Empfangsgebäude geplant

Am Albinmüller-Turm entsteht ein neues Empfangsgebäude.

Damit sollen Zugang, Service und touristische Nutzung verbessert werden.

Aussicht über Magdeburg

Der Turm besitzt großes touristisches Potenzial, weil Besucher von dort über Stadtpark, Elbe und Innenstadt blicken können.

Eine regelmäßige und verlässliche Öffnung ist allerdings notwendig, damit er tatsächlich als Sehenswürdigkeit wahrgenommen wird.

Gemeinsame Eintritts- und Veranstaltungsangebote denkbar

Kombinationen aus Turmbesuch, Ausstellung in der Hyparschale und Veranstaltung in der Stadthalle könnten das Ensemble auch außerhalb großer Events beleben.

Magdeburg will mehr Kongresse gewinnen

Die Stadthalle soll wirtschaftlich nicht allein von Konzerten abhängen.

Zentrale Lage in Mitteldeutschland

Magdeburg ist über Autobahn und Bahn grundsätzlich gut erreichbar.

Für Tagungen aus Berlin, Hannover, Leipzig und weiteren Regionen kann die Stadt eine preislich interessante Alternative sein.

Hotels und Gastronomie profitieren

Kongressgäste benötigen Übernachtungen, Verpflegung und häufig zusätzliche Dienstleistungen.

Eine mehrtägige Veranstaltung erzeugt daher eine deutlich größere örtliche Wertschöpfung als ein Konzertbesucher, der nach dem Ende sofort abreist.

Vermarktung muss vor der Eröffnung beginnen

Veranstalter planen große Kongresse teilweise mehrere Jahre im Voraus.

Die künftige Betreibergesellschaft muss deshalb bereits während der Bauphase mit belastbaren Raumplänen, Technikangaben und Eröffnungsterminen werben.

Verkehrsanbindung bleibt eine offene Aufgabe

Die Rotehorninsel ist landschaftlich attraktiv, aber verkehrlich anspruchsvoll.

Große Veranstaltungen erzeugen hohe Besucherströme

Mehr als 2.000 Gäste in der Stadthalle und bis zu 11.000 Menschen auf der Event-Plaza können nicht überwiegend mit dem Auto anreisen.

Straßen und Parkflächen rund um den Stadtpark besitzen begrenzte Kapazitäten.

Öffentlicher Nahverkehr muss verstärkt werden

Bei großen Veranstaltungen braucht es zusätzliche Straßenbahnen und Busse sowie gute Anschlüsse nach Veranstaltungsende.

Ein attraktives Kombiticket aus Eintrittskarte und Nahverkehr könnte die Anreise ohne Auto fördern.

Fuß- und Radwege verbessern

Die Verbindung von Innenstadt und Hauptbahnhof zum Stadtpark sollte sicher, beleuchtet und gut ausgeschildert sein.

Auch ausreichend bewachte oder abschließbare Fahrradstellplätze gehören zu einem modernen Veranstaltungsort.

Neue Parkflächen sind vorgesehen

Im Umfeld der Stadthalle sollen zusätzliche Stellplätze entstehen.

Barrierefreie Plätze sind notwendig

Menschen mit Behinderung benötigen Stellflächen in unmittelbarer Nähe der Eingänge.

Auch Künstler, Technik und Lieferverkehr brauchen gesicherte Zufahrten.

Parkplätze dürfen Stadtpark nicht dominieren

Die Grünanlage darf nicht zu einem großen Parkplatz für Veranstaltungen werden.

Flächen sollten möglichst wasserdurchlässig gestaltet und außerhalb von Veranstaltungen auch anders nutzbar sein.

Park-and-Ride kann entlasten

Besucher könnten an weiter entfernten Standorten parken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Halle fahren.

Dafür braucht es klare Informationen bereits beim Ticketkauf.

Wirtschaftlicher Betrieb muss nachgewiesen werden

Mit der Eröffnung beginnen dauerhaft hohe Betriebskosten.

Moderne Technik kostet auch nach dem Bau Geld

Lüftung, Beleuchtung, Tonanlagen, Aufzüge, Brandschutz und Sicherheit müssen gewartet werden.

Hinzu kommen Personal, Reinigung, Heizung und laufende Reparaturen.

Auslastung wird entscheidend

Ein Veranstaltungshaus dieser Größenordnung benötigt regelmäßig Konzerte, Kongresse, Tagungen und private Veranstaltungen.

Bleibt die Halle an zu vielen Tagen leer, steigen die Zuschüsse aus dem Stadthaushalt.

Kulturauftrag darf nicht nur kommerziell sein

Eine kommunale Stadthalle sollte nicht ausschließlich an den zahlungskräftigsten Veranstalter vergeben werden.

Auch regionale Kultur, Vereine und gesellschaftliche Veranstaltungen müssen Zugang erhalten.

Dafür braucht es transparente und gegebenenfalls gestaffelte Mietmodelle.

Das AMO Kulturhaus bleibt während der Bauzeit wichtig

Die Schließung der Stadthalle musste durch andere Veranstaltungsorte aufgefangen werden.

GETEC-Arena übernimmt große Formate

Konzerte und Shows mit vielen Besuchern können in der Mehrzweckarena stattfinden.

Diese ist allerdings stärker auf Sport und Großveranstaltungen ausgerichtet.

AMO bietet Raum für kleinere Veranstaltungen

Das AMO Kulturhaus bleibt ein wichtiger Ort für Konzerte, Feiern und Versammlungen.

Nach der Wiedereröffnung der Stadthalle darf es nicht automatisch als überflüssig betrachtet werden.

Magdeburg braucht unterschiedliche Größen

Eine große Stadthalle ersetzt keine kleineren Kulturhäuser.

Die Stadt benötigt Veranstaltungsräume für 200, 500, 2.000 und mehrere Tausend Menschen. Erst diese Vielfalt schafft eine lebendige Kulturlandschaft.

Die Stadt muss Kosten transparent erklären

Mehr als 103 Millionen Euro sind eine enorme öffentliche Investition.

Ursprüngliche und aktuelle Planung gegenüberstellen

Die Verwaltung sollte nachvollziehbar darstellen, welche Kosten zu Beginn erwartet wurden und welche zusätzlichen Arbeiten später notwendig wurden.

Fördermittel klar ausweisen

Bürger sollten erkennen können, welcher Anteil von Stadt, Land und Bund getragen wird.

Auch Fördergeld bleibt Steuergeld und ist deshalb kein kostenfreier Zuschuss.

Schlussrechnung nach Fertigstellung veröffentlichen

Nach Ende des Projekts braucht es eine verständliche Gesamtabrechnung.

Diese sollte Baukosten, Planungskosten, Außenanlagen, technische Ausstattung und weitere Teilprojekte getrennt aufführen.

Was bis zur Wiedereröffnung noch geschehen muss

Der sichtbare Baufortschritt bedeutet noch nicht, dass die Halle unmittelbar nutzbar ist.

Innenausbau abschließen

Böden, Wandflächen, Säle, Sanitärbereiche und Besucherzonen müssen fertiggestellt werden.

Veranstaltungstechnik installieren und testen

Ton, Licht, Bühnensteuerung und Sicherheitssysteme benötigen umfangreiche Prüfungen.

Brandschutz abnehmen

Fluchtwege, Türen, Rauchabzug und Brandmeldeanlagen müssen vollständig funktionieren.

Personal einstellen und schulen

Die Betreibergesellschaft benötigt Veranstaltungsleiter, Techniker, Servicekräfte und Sicherheitspersonal.

Probebetrieb durchführen

Vor der offiziellen Eröffnung sollten mehrere Testveranstaltungen stattfinden.

So können technische und organisatorische Probleme erkannt werden, bevor ein ausverkauftes Großereignis beginnt.

103 Millionen Euro verpflichten zu mehr als einer schönen Eröffnung

Die Magdeburger Stadthalle ist ein herausragendes Baudenkmal. Ihr Erhalt ist richtig. Eine Stadt, die ihre wichtigsten Kulturgebäude verfallen lässt, verliert Geschichte und Identität.

Trotzdem dürfen die Kosten nicht kleingeredet werden.

Mehr als 103 Millionen Euro sind für Magdeburg eine gewaltige Summe. Schulen, Brücken, Straßen und Feuerwehren benötigen ebenfalls dringend Investitionen. Deshalb muss die Stadt offen erklären, warum das Projekt so viel teurer und später fertig wird als ursprünglich geplant.

Die Antwort darf nicht nur lauten, ein alter Bau habe eben Überraschungen gebracht. Bürger haben Anspruch auf eine genaue Kostenentwicklung und klare Verantwortlichkeiten.

Entscheidend wird außerdem der Betrieb nach 2027. Eine wunderschön sanierte Stadthalle, die an vielen Tagen leer steht und dauerhaft hohe Zuschüsse benötigt, wäre kein vollständiger Erfolg.

Magdeburg muss das gesamte Ensemble aus Stadthalle, Hyparschale, Albinmüller-Turm und Event-Plaza professionell vermarkten. Kongresse, Konzerte, regionale Veranstaltungen und Tourismus müssen zusammen gedacht werden.

Gleichzeitig darf der Stadtpark nicht zu einem reinen Eventgelände werden. Die Rotehorninsel bleibt ein Erholungsraum für alle Einwohner.

Wenn Baukosten transparent abgerechnet werden, der Eröffnungstermin gehalten wird und ein wirtschaftlich tragfähiger Veranstaltungsbetrieb entsteht, kann die Stadthalle wieder zu einem Wahrzeichen Magdeburgs werden.

Nach Jahren der Verzögerungen zählt jetzt jedoch nicht mehr die nächste Ankündigung. Entscheidend ist, dass Ende 2027 tatsächlich wieder Besucher durch die Türen gehen.