Einer der bekanntesten Wanderwege Deutschlands feiert 2026 Jubiläum. Der Malerweg Elbsandsteingebirge wurde 2006 in seiner heutigen Form eröffnet und besteht damit seit 20 Jahren.
Der Rundwanderweg ist 116 Kilometer lang und gliedert sich in acht Tagesetappen. Er orientiert sich an Wegen und Aussichtspunkten, die bereits Künstler der Romantik nutzten und in ihren Bildern festhielten.
Warum der Malerweg so bekannt ist
Der Weg verbindet Felslandschaften, Wälder, Elbtal und historische Orte.
Sein Name erinnert an Künstler, die im 18. und 19. Jahrhundert in der Sächsischen Schweiz Motive suchten. Entlang der Route informieren Tafeln über Werke, die an den jeweiligen Orten entstanden.
Wandern trifft Kunstgeschichte
Der Malerweg ist deshalb mehr als eine sportliche Strecke.
Er verbindet Naturerlebnis mit Kulturgeschichte. Gerade diese Kombination spricht Wanderer an, die nicht nur Kilometer sammeln, sondern Landschaft und Geschichte verstehen möchten.
Sächsische Schweiz mit starkem Tourismusjahr
Bis Ende Oktober 2025 registrierten Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten rund 1,5 Millionen Übernachtungen in der Sächsischen Schweiz. Das waren nur 2,1 Prozent weniger als im vergleichbaren Zeitraum des Rekordjahres 2019.
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 3,5 Tagen. Kleine Pensionen und Ferienwohnungen sind in dieser Statistik nur teilweise enthalten.
Pirna ist Eingangstor zur Region
Viele Besucher reisen über Pirna in die Sächsische Schweiz. Die Stadt verfügt über Bahnanschlüsse, eine historische Altstadt, Gastronomie und Übernachtungsangebote.
Dennoch fahren zahlreiche Urlauber direkt weiter zu den bekannten Felsgebieten. Pirna muss deshalb deutlicher als Teil des Wandererlebnisses auftreten.
Mehr Wanderer in die Altstadt holen
Eine gezielte Verbindung zwischen Malerweg und Innenstadt könnte Pirna zusätzliche Gäste bringen.
Denkbar wären:
- Gepäckaufbewahrung am Bahnhof,
- Wanderinformationen in der Altstadt,
- Kombiangebote mit Stadtführungen,
- frühe Frühstücksangebote für Wanderer,
- Gepäcktransport zu Unterkünften,
- Wanderpakete mit mehreren Übernachtungen,
- Hinweise auf regionale Ausrüstungsgeschäfte.
Von der Durchreise zur Übernachtung
Ein Wanderer, der nur am Bahnhof umsteigt, bringt der Stadt wenig wirtschaftliche Wertschöpfung.
Ein Gast, der vor oder nach seiner Tour in Pirna übernachtet, besucht dagegen möglicherweise Gaststätten, Geschäfte, Museen und Stadtführungen.
Besucher sollen besser verteilt werden
Die Tourismusverantwortlichen wollen künftig auch weniger bekannte Ziele der Sächsischen Schweiz stärker bewerben. Damit sollen besonders stark besuchte Orte entlastet und weitere Teile der Region wirtschaftlich beteiligt werden.
Pirna kann Alternativen anbieten
Pirna selbst besitzt zahlreiche Ziele, die sich als Ergänzung zu den bekannten Felsen eignen:
- historische Altstadt,
- Schloss Sonnenstein,
- Stadtmuseum,
- Richard-Wagner-Stätten Graupa,
- Elberadweg,
- Canalettoweg,
- Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein.
Eine breitere Vermarktung kann helfen, Besucherströme zu entzerren.
Tourismus braucht Parkplätze und Verkehr
Der Landrat verwies bei der regionalen Tourismusstrategie darauf, dass neue Ziele nur dann stärker beworben werden können, wenn auch die Bedingungen vor Ort stimmen, etwa ausreichende Parkmöglichkeiten.
Das gilt ebenso für Bus und Bahn.
Ohne Erreichbarkeit keine Besucherlenkung
Touristen lassen sich nicht allein durch Broschüren auf weniger bekannte Ziele verteilen.
Notwendig sind:
- verlässliche Busverbindungen,
- klare Beschilderung,
- sichere Parkplätze,
- digitale Fahrplaninformationen,
- gute Wanderweganschlüsse.
Jubiläum als Marketingchance
Der 20. Geburtstag bietet eine gute Gelegenheit für geführte Wanderungen, Ausstellungen, Vorträge und touristische Pakete.
Pirna könnte dabei besonders die Verbindung zwischen Stadtgeschichte, Romantik und Landschaft betonen.
Regionale Betriebe beteiligen
Von Jubiläumsangeboten sollten lokale Hotels, Pensionen, Gaststätten und Händler profitieren.
Regionale Wertschöpfung entsteht, wenn Gäste nicht nur die Natur kostenlos nutzen, sondern zugleich Geld in der Region ausgeben.
Pirna muss sich stärker als Wanderstadt zeigen
Der Malerweg gehört zu den stärksten touristischen Marken der Sächsischen Schweiz.
Sein 20-jähriges Jubiläum ist für Pirna eine Chance, sich nicht nur als Durchgangsort, sondern als Ausgangspunkt und Übernachtungsstandort zu präsentieren.
Die Stadt besitzt dafür gute Voraussetzungen: Bahnanschluss, Altstadt, Kultur und Nähe zur Landschaft. Nun müssen diese Angebote besser mit dem Malerweg verbunden werden.