Die Städtische Wohnungsgesellschaft Pirna plant eines ihrer größten Modernisierungsprojekte der kommenden Jahre. Rund 14,8 Millionen Euro sollen in das elfgeschossige Wohnhaus Remscheider Straße 56 und 57 im Stadtteil Sonnenstein fließen.
Das Gebäude umfasst derzeit 86 Wohnungen. Die Baustellenvorbereitung soll im Januar 2027 beginnen. Der eigentliche Baustart ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen, die Fertigstellung nach aktuellem Stand für den Herbst 2028.
Was im Wohnhaus erneuert wird
Die Maßnahme betrifft nahezu sämtliche wesentlichen Bereiche des Gebäudes. Nach Angaben der WGP sollen Fassade, Fenster, Balkonbrüstungen sowie Heizungs-, Sanitär- und Teile der Elektroinstallation erneuert werden.
Neue Fenster, Dämmung und Sonnenschutz
Die Fassade erhält einen verbesserten Wärmedämmstandard. Neue Fenster und Sonnenschutzlamellen sollen den Wohnkomfort erhöhen und den Energiebedarf des Gebäudes senken.
Auch die Balkonbrüstungen werden ausgetauscht und gestalterisch aufgewertet.
Bäder und Leitungen werden modernisiert
Die gesamte Heizungs- und Sanitärinstallation soll erneuert werden. Gleichzeitig ist die Modernisierung sämtlicher Bäder vorgesehen.
In leer stehenden Wohnungen plant die WGP teilweise neue Grundrisse. Einige Wohnungen sollen größere Bäder mit Badewanne und Dusche sowie zeitgemäßere Wohnungszuschnitte erhalten.
Barriereärmere Zugänge und neue Aufzüge
Ein wichtiger Teil des Projekts ist die Verbesserung der Zugänglichkeit.
Geplant sind neue, barrierearme Hauseingänge mit modernen Vorhäusern. Außerdem sollen die Aufzüge vollständig erneuert werden.
Sonnenstein braucht Wohnungen für ältere Menschen
Pirna steht wie viele ostdeutsche Städte vor einer alternden Bevölkerung. Barrierearme Wohnungen werden deshalb immer wichtiger.
Gerade größere Wohngebäude können dazu beitragen, dass ältere Menschen länger in ihrem vertrauten Stadtteil leben können. Voraussetzung sind funktionierende Aufzüge, gut erreichbare Eingänge und ausreichend große Bäder.
Rund 9,5 Millionen Euro Förderung
Das Bauvorhaben wird über die sächsische Förderrichtlinie für preisgünstigen Mietwohnraum unterstützt. Rund 9,5 Millionen Euro Fördermittel sollen in das Projekt fließen.
Die Förderung soll helfen, die umfassende Modernisierung mit dem Ziel dauerhaft bezahlbarer Wohnungen zu verbinden.
Förderung muss sich bei den Mieten bemerkbar machen
Der Einsatz öffentlicher Mittel ist besonders dann nachvollziehbar, wenn die Wohnungen anschließend für Haushalte mit normalen Einkommen erschwinglich bleiben.
Entscheidend wird daher sein, wie sich die Modernisierung langfristig auf die Mieten auswirkt und welche Bindungen mit der Förderung verbunden sind.
WGP will frühzeitig mit Mietern sprechen
Vor Beginn der Arbeiten will das kommunale Wohnungsunternehmen persönliche Gespräche mit den Bewohnern führen.
Dabei sollen Bauablauf, mögliche Einschränkungen und individuelle Lösungen während der Sanierungszeit besprochen werden.
Zwei Jahre Baustelle verlangen gute Organisation
Eine umfassende Sanierung im bewohnten Zustand kann für Mieter belastend sein.
Lärm, Staub, zeitweise gesperrte Bereiche und Arbeiten in den Wohnungen lassen sich nicht vollständig vermeiden. Umso wichtiger sind:
- verbindliche Zeitpläne,
- rechtzeitige Informationen,
- erreichbare Ansprechpartner,
- Hilfe für ältere oder eingeschränkte Bewohner,
- schnelle Beseitigung baubedingter Schäden.
Großwohnsiedlungen bleiben Teil der Zukunft
Der Sonnenstein wird häufig über Plattenbau, soziale Herausforderungen und Sanierungsbedarf beschrieben. Das greift zu kurz.
Der Stadtteil bietet bezahlbare Wohnungen, Einkaufsmöglichkeiten, soziale Einrichtungen und eine gute Lage oberhalb der Altstadt. Investitionen in den Bestand können verhindern, dass ganze Wohnquartiere gegenüber Neubaugebieten zurückfallen.
Erhalten ist oft sinnvoller als abreißen
Die Modernisierung vorhandener Wohnungen kann wirtschaftlicher sein als vollständiger Neubau.
Gebäude, Straßen, Versorgungsleitungen und soziale Infrastruktur sind bereits vorhanden. Werden diese Bestände technisch und gestalterisch verbessert, bleibt zugleich Wohnraum erhalten, der nicht erst auf neuen Flächen geschaffen werden muss.
Pirna investiert sichtbar in den Sonnenstein
Die 14,8-Millionen-Euro-Sanierung ist ein starkes Signal für den Stadtteil Sonnenstein.
86 Wohnungen sollen energetisch, technisch und funktional erneuert werden. Neue Aufzüge und barriereärmere Eingänge verbessern die Nutzung, während Fördermittel helfen sollen, bezahlbaren Wohnraum zu sichern.
Nun kommt es darauf an, die Arbeiten termingerecht umzusetzen und die Belastungen für die Mieter so gering wie möglich zu halten.