Frankfurt (Oder). Wie selbstständig können sich Menschen mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen oder einer Sehbehinderung durch Frankfurt bewegen? Sind öffentliche Gebäude tatsächlich erreichbar? Finden sich Bürger auf den Internetseiten der Stadt zurecht? Und wie verständlich sind Formulare, Schilder und amtliche Informationen?

Mit einer aktuellen Befragung möchte die Stadt herausfinden, an welchen Stellen Frankfurt noch nicht barrierefrei ist. Bürger können bestehende Hindernisse benennen, eigene Erfahrungen schildern und Vorschläge für Verbesserungen einreichen.

Nach Angaben der Stadt läuft die Onlinebefragung vom 18. Juni bis zum 22. Juli 2026. Die Ergebnisse sollen in den Maßnahmenplan „Barrierefreies Frankfurt (Oder)“ einfließen.

Stadt will Barrieren im gesamten Alltag erfassen

Die Befragung beschränkt sich nicht auf fehlende Rampen oder defekte Aufzüge. Erfasst werden sollen unterschiedliche Formen von Barrieren im öffentlichen und digitalen Raum.

Straßen, Wege und Plätze stehen im Mittelpunkt

Ein zentraler Bereich sind Gehwege, Straßenquerungen, Plätze und Haltestellen. Bereits wenige Zentimeter Höhenunterschied können für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator ein unüberwindbares Hindernis darstellen.

Auch beschädigte Gehwegplatten, zu schmale Wege, fehlende Absenkungen und schlecht platzierte Verkehrsschilder können die selbstständige Fortbewegung erschweren.

Die Stadt möchte deshalb erfahren, wo Einwohner im Alltag auf solche Hindernisse treffen und welche Orte besonders dringend verändert werden sollten.

Öffentliche Gebäude sollen überprüft werden

Auch Rathäuser, Behörden, Kultureinrichtungen, Schulen, Arztpraxen und andere öffentlich genutzte Gebäude können Barrieren aufweisen.

Dabei geht es nicht nur um den Eingang. Ein Gebäude kann zwar über eine Rampe verfügen, im Inneren aber dennoch ungeeignet sein – etwa wegen schmaler Türen, fehlender Aufzüge, schwer erreichbarer Schalter oder nicht barrierefreier Toiletten.

Digitale Angebote gehören ausdrücklich dazu

Barrierefreiheit endet nicht an der Eingangstür. Auch Internetseiten, Apps und digitale Formulare müssen für möglichst viele Menschen nutzbar sein.

Menschen mit Sehbehinderung benötigen beispielsweise klar strukturierte Seiten, ausreichende Kontraste und Inhalte, die von Vorleseprogrammen erfasst werden können. Videos sollten Untertitel besitzen, während Formulare verständlich aufgebaut und ohne Maus bedienbar sein müssen.

Die Frankfurter Befragung schließt deshalb ausdrücklich auch digitale Angebote ein.

Wer an der Befragung teilnehmen kann

Die Umfrage richtet sich nicht ausschließlich an Menschen mit einer anerkannten Behinderung. Grundsätzlich können alle interessierten Frankfurter ihre Erfahrungen und Beobachtungen mitteilen.

Barrieren betreffen weit mehr Menschen als häufig angenommen

Von einer abgesenkten Bordsteinkante profitieren nicht nur Rollstuhlfahrer. Sie erleichtert ebenso Eltern mit Kinderwagen, Reisenden mit Gepäck, Radfahrern und älteren Menschen den Alltag.

Auch verständliche Formulare oder gut lesbare Wegweiser helfen vielen Bürgern, unabhängig davon, ob eine Behinderung amtlich festgestellt wurde.

Angehörige können Erfahrungen schildern

Angehörige, Pflegekräfte und Begleitpersonen erleben häufig unmittelbar, wo eine Stadt nicht ausreichend zugänglich ist.

Sie wissen beispielsweise, welche Arztpraxis nur über Treppen erreichbar ist, wo ein Rollstuhl nicht in einen Aufzug passt oder an welcher Haltestelle ein sicherer Einstieg kaum möglich ist.

Auch Menschen ohne eigene Einschränkung sind gefragt

Wer im Alltag eine problematische Stelle beobachtet, kann ebenfalls teilnehmen. Barrierefreiheit ist keine private Angelegenheit einzelner Betroffener, sondern eine Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft.

Je breiter die Beteiligung ausfällt, desto genauer lässt sich erkennen, welche Hindernisse besonders häufig auftreten.

Teilnahme ist online und auf Papier möglich

Der Fragebogen steht auf der Internetseite der Stadt zur Verfügung. Bürger können ihn dort direkt ausfüllen.

Onlinebefragung läuft bis zum 22. Juli

Die Stadt nennt als Zeitraum den 18. Juni bis zum 22. Juli 2026. Damit bleibt Interessierten noch Zeit, konkrete Beobachtungen zu sammeln und in die Befragung einzutragen.

Papierfragebogen kann angefordert werden

Wer keinen Internetzugang besitzt oder den Onlinefragebogen nicht nutzen kann, kann eine Papierfassung erhalten.

Dafür sollen sich Interessierte an die Gleichstellungs- und Behindertenbeauftragte der Stadt, Isabell von Dechend, wenden. Die Stadt nennt hierfür die Telefonnummer 0335 5521340.

Einfache Sprache soll Zugang erleichtern

Die Stadt stellt Informationen zur Befragung auch in einfacher Sprache bereit. Darin wird erklärt, dass Bürger mitteilen sollen, was bereits gut funktioniert, wo es Probleme gibt und was verbessert werden sollte.

Das ist ein wichtiger Schritt. Eine Befragung über Barrierefreiheit wäre wenig glaubwürdig, wenn bereits die Teilnahme selbst durch komplizierte Sprache erschwert würde.

Diese Hindernisse könnten in Frankfurt eine Rolle spielen

Welche konkreten Orte besonders häufig genannt werden, steht erst nach Abschluss der Befragung fest. Dennoch lassen sich typische Problembereiche benennen, die in nahezu jeder Stadt auftreten.

Hohe Bordsteine verhindern selbstständige Wege

Fehlende Absenkungen können dazu führen, dass Menschen mit Rollstuhl Umwege fahren oder fremde Hilfe benötigen.

Besonders problematisch sind solche Stellen an Kreuzungen, Fußgängerüberwegen und Haltestellen. Dort verbinden sich bauliche Hindernisse häufig mit erhöhten Sicherheitsrisiken.

Unebene Gehwege gefährden ältere Menschen

Lockere Platten, Schlaglöcher und starke Unebenheiten sind nicht nur unbequem. Sie können Stürze verursachen und Menschen mit Rollator oder Gehhilfe von bestimmten Wegen fernhalten.

Eine barrierefreie Stadt braucht deshalb nicht nur einzelne Vorzeigeprojekte, sondern dauerhaft gepflegte Gehwege in allen Stadtteilen.

Zu kurze Ampelphasen erzeugen Stress

Ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Beweglichkeit benötigen häufig länger, um eine breite Straße zu überqueren.

Sind Grünphasen zu kurz, entsteht Zeitdruck. Akustische oder tastbare Signale fehlen zudem an manchen Ampeln, obwohl sie für blinde und sehbehinderte Menschen entscheidend sind.

Haltestellen müssen zuverlässig zugänglich sein

Ein moderner Niederflurbus hilft wenig, wenn die Haltestelle nur über eine hohe Kante, einen unbefestigten Weg oder eine enge Verkehrsinsel erreicht werden kann.

Barrierefreiheit im Nahverkehr beginnt deshalb bereits auf dem Weg zur Haltestelle.

Öffentlicher Nahverkehr ist entscheidend für Selbstständigkeit

Für Menschen, die kein Auto fahren können, ist ein funktionierender Bus- und Straßenbahnverkehr besonders wichtig.

Fahrzeuge und Haltestellen müssen zusammenpassen

Barrierearme Fahrzeuge entfalten ihren Nutzen nur, wenn Einstiegshöhen, Bordsteine und Haltepositionen aufeinander abgestimmt sind.

Zu große Spalten oder Höhenunterschiede können einen selbstständigen Einstieg verhindern. Dann sind Fahrgäste auf Klapprampen und die Hilfe des Fahrpersonals angewiesen.

Informationen müssen lesbar und hörbar sein

Haltestellenanzeigen sollten kontrastreich und groß genug sein. Gleichzeitig braucht es verständliche akustische Ansagen in den Fahrzeugen.

Fällt eines dieser Systeme aus, können Fahrgäste mit Seh- oder Hörbehinderung ihre Orientierung verlieren.

Grenzüberschreitende Mobilität mitdenken

Frankfurt und Słubice verstehen sich als Doppelstadt. Deshalb sollte Barrierefreiheit nicht an der Oderbrücke oder an der nächsten Landesgrenze enden.

Busverbindungen, Wege und touristische Informationen sollten möglichst auf beiden Seiten der Oder zugänglich und verständlich gestaltet werden.

Digitale Barrierefreiheit wird immer wichtiger

Viele Dienstleistungen der Stadt werden zunehmend online angeboten. Bürger sollen Formulare herunterladen, Termine buchen oder Informationen im Internet abrufen.

Nicht jeder kann komplizierte Internetseiten bedienen

Unübersichtliche Menüs, kleine Schriften oder Formulare mit schwer verständlichen Fehlermeldungen können Bürger ausschließen.

Das betrifft nicht nur Menschen mit Behinderung. Auch ältere Einwohner oder Personen mit wenig digitaler Erfahrung können Schwierigkeiten haben.

Vorleseprogramme benötigen klare Strukturen

Blinde und stark sehbehinderte Nutzer arbeiten häufig mit sogenannten Screenreadern. Diese Programme lesen Inhalte und Bedienelemente vor.

Fehlen Überschriften, Beschriftungen oder Alternativtexte für Bilder, können wichtige Informationen unverständlich oder vollständig unzugänglich bleiben.

Die Internetseite der Stadt bietet bereits ein eigenes Formular, über das Barrieren und Fehler gemeldet werden können.

Digitale Angebote dürfen analoge Wege nicht vollständig ersetzen

Selbst eine technisch gut zugängliche Internetseite erreicht nicht alle Bürger. Manche Menschen besitzen kein geeignetes Gerät, keinen Internetanschluss oder benötigen persönliche Unterstützung.

Behördliche Dienstleistungen müssen deshalb weiterhin telefonisch, schriftlich oder vor Ort erreichbar bleiben.

Warum Barrierefreiheit für eine alternde Stadt wichtig ist

Frankfurt (Oder) muss sich wie viele ostdeutsche Städte auf eine alternde Bevölkerung einstellen.

Einschränkungen nehmen im Alter häufig zu

Mit zunehmendem Alter können Sehvermögen, Beweglichkeit und Reaktionsfähigkeit nachlassen. Viele Menschen sind dann zeitweise oder dauerhaft auf Rollator, Gehstock oder andere Hilfsmittel angewiesen.

Eine Stadt, die heute Barrieren abbaut, investiert deshalb unmittelbar in die Lebensqualität ihrer künftigen älteren Bevölkerung.

Selbstständigkeit entlastet Angehörige und Pflege

Kann ein älterer Mensch selbst zum Arzt, zum Einkauf oder zur Bushaltestelle gelangen, bleibt er länger unabhängig.

Fehlende Barrierefreiheit führt dagegen dazu, dass Angehörige, Pflegedienste oder Fahrdienste Aufgaben übernehmen müssen, die bei einer zugänglichen Infrastruktur nicht notwendig wären.

Wohnumfeld entscheidet über Verbleib im eigenen Zuhause

Die Stadt bietet bereits Beratung zum selbstständigen Wohnen und zu technischen sowie baulichen Hilfen im Alltag an. Dazu gehört eine Musterausstellung, in der individuelle Lösungen für altersgerechtes Wohnen gezeigt werden.

Doch eine barrierefreie Wohnung allein reicht nicht aus. Auch das Umfeld muss zugänglich sein, damit Menschen ihre Wohnung tatsächlich selbstständig verlassen und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Maßnahmenplan soll aus Befragung entstehen

Die Rückmeldungen sollen nach Angaben der Stadt in den Maßnahmenplan „Barrierefreies Frankfurt (Oder)“ einfließen.

Bürgerhinweise müssen ausgewertet werden

Nach Ende der Befragung sollte die Stadt offenlegen, wie viele Menschen teilgenommen haben und welche Problemfelder besonders häufig genannt wurden.

Eine reine interne Auswertung wäre zu wenig. Wer Zeit investiert und konkrete Hindernisse meldet, sollte später nachvollziehen können, was daraus entstanden ist.

Problemstellen müssen priorisiert werden

Nicht alle Barrieren können gleichzeitig beseitigt werden. Deshalb braucht es nachvollziehbare Kriterien.

Dringlich sind insbesondere Hindernisse, die medizinische Versorgung, Behörden, Nahverkehr, Bildungseinrichtungen oder wichtige Alltagswege betreffen.

Kleine Maßnahmen können schnell wirken

Nicht jede Verbesserung erfordert einen kostspieligen Umbau. Manchmal helfen bereits eine versetzte Bank, eine besser lesbare Beschilderung, eine zusätzliche Haltestange oder eine angepasste Ampelschaltung.

Solche kleineren Maßnahmen sollten nicht jahrelang auf einen umfassenden Sanierungsplan warten müssen.

Bürgerbeteiligung darf kein Ersatz für fachliche Prüfung sein

Die Befragung kann wertvolle Alltagserfahrungen sichtbar machen. Sie ersetzt jedoch keine systematische Untersuchung der gesamten Stadt.

Nicht jede betroffene Person nimmt teil

Menschen mit besonders starken Einschränkungen können gerade wegen bestehender Barrieren Schwierigkeiten haben, an einer Befragung teilzunehmen.

Auch Bewohner von Pflegeeinrichtungen oder Menschen mit Lernschwierigkeiten werden durch gewöhnliche Onlineangebote möglicherweise nicht ausreichend erreicht.

Fachleute müssen Wege selbst testen

Stadtplaner, Verkehrsbetriebe und Interessenvertretungen sollten zentrale Wege gemeinsam begehen beziehungsweise befahren.

Ein Rollstuhltest oder eine Begehung mit verbundenen Augen kann Probleme sichtbar machen, die auf einem Plan kaum erkennbar sind.

Behindertenverbände frühzeitig einbinden

Menschen mit Behinderung sollten nicht erst fertige Planungen kommentieren dürfen. Sie müssen bereits an der Entwicklung von Bau-, Verkehrs- und Digitalprojekten beteiligt werden.

Dadurch lassen sich Fehlplanungen vermeiden, deren spätere Korrektur meist deutlich teurer wird.

Barrierefreiheit kostet Geld – fehlende Barrierefreiheit ebenfalls

Umbauten, Aufzüge und abgesenkte Bordsteine verursachen Kosten. Trotzdem wäre es falsch, Barrierefreiheit nur als zusätzliche finanzielle Belastung zu betrachten.

Nachträgliche Umbauten sind häufig teurer

Wird Barrierefreiheit von Anfang an mitgeplant, lassen sich viele Anforderungen ohne hohe Mehrkosten umsetzen.

Teuer wird es vor allem dann, wenn Eingänge, Haltestellen oder Internetangebote später vollständig verändert werden müssen.

Fehlende Zugänglichkeit schließt Kunden und Gäste aus

Geschäfte, Gaststätten und kulturelle Einrichtungen verlieren potenzielle Besucher, wenn diese nicht hineingelangen oder Angebote nicht nutzen können.

Barrierefreiheit ist deshalb auch ein wirtschaftlicher Standortfaktor.

Tourismus profitiert von zugänglichen Angeboten

Frankfurt möchte Besucher für die Oderpromenade, Museen, Kirchen und die Doppelstadt mit Słubice gewinnen.

Reisende mit Rollstuhl, ältere Menschen und Familien achten bei der Auswahl eines Reiseziels zunehmend darauf, ob Wege, Hotels und Sehenswürdigkeiten zugänglich sind.

Auch private Eigentümer tragen Verantwortung

Nicht jede Barriere liegt auf städtischem Grund. Viele Geschäfte, Wohnhäuser, Arztpraxen und gastronomische Einrichtungen befinden sich in privatem Eigentum.

Kleine Stufen können Geschäfte ausschließen

Eine einzige Eingangsstufe kann verhindern, dass ein Kunde ein Geschäft betritt. Mobile Rampen oder Klingelsysteme können in manchen Fällen kurzfristig helfen.

Sie ersetzen allerdings nicht immer eine dauerhaft selbstständig nutzbare Lösung.

Denkmalschutz und Barrierefreiheit müssen vereinbar sein

Frankfurt besitzt zahlreiche ältere und historisch bedeutende Gebäude. Dort können Umbauten komplizierter sein.

Denkmalschutz darf dennoch nicht pauschal als Begründung dienen, gar nichts zu verändern. Oft lassen sich Lösungen finden, die sowohl das Gebäude als auch die Bedürfnisse der Nutzer berücksichtigen.

Stadt kann beraten und fördern

Die Kommune sollte Eigentümer über mögliche Umbauten, Förderprogramme und technische Lösungen informieren.

Nicht jeder kleine Betrieb kann umfangreiche Planungen allein finanzieren oder fachlich einschätzen.

Was Bürger jetzt konkret melden sollten

Damit die Befragung brauchbare Ergebnisse liefert, sollten Hinweise möglichst genau formuliert werden.

Ort eindeutig beschreiben

Straße, Hausnummer, Kreuzung, Haltestelle oder Gebäude sollten konkret genannt werden.

Allgemeine Aussagen wie „Die Innenstadt ist nicht barrierefrei“ helfen bei der späteren Planung nur begrenzt.

Problem aus Sicht des Nutzers erklären

Wichtig ist, warum eine Stelle nicht nutzbar ist. Ist der Bordstein zu hoch? Fehlt eine Sitzmöglichkeit? Ist ein Schild nicht lesbar? Gibt es keinen stufenlosen Eingang?

Je genauer das Problem beschrieben wird, desto leichter lässt sich eine mögliche Lösung entwickeln.

Verbesserungsmöglichkeit nennen

Bürger können zusätzlich vorschlagen, welche Veränderung ihnen helfen würde.

Nicht jeder Vorschlag wird technisch oder finanziell umsetzbar sein. Er gibt der Verwaltung aber einen wichtigen Hinweis auf den tatsächlichen Bedarf.

Nach der Umfrage beginnt die eigentliche Arbeit

Die Befragung endet am 22. Juli. Danach müssen die Antworten ausgewertet und in konkrete politische Entscheidungen übersetzt werden.

Ergebnisse sollten öffentlich vorgestellt werden

Die Stadt sollte eine übersichtliche Zusammenfassung veröffentlichen und dabei auch benennen, welche Stadtteile und Themen besonders häufig genannt wurden.

Eine öffentliche Veranstaltung könnte Bürgern und Verbänden Gelegenheit geben, die Ergebnisse zu diskutieren.

Maßnahmen brauchen Termine und Zuständigkeiten

Ein Maßnahmenplan ist nur dann glaubwürdig, wenn er Fristen, Verantwortliche und Finanzierungsmöglichkeiten enthält.

Unverbindliche Formulierungen wie „soll langfristig verbessert werden“ reichen nicht aus.

Fortschritte müssen regelmäßig kontrolliert werden

Die Stadt könnte jährlich berichten, welche Barrieren beseitigt wurden und welche Vorhaben noch offen sind.

Damit würde aus einer einmaligen Befragung ein überprüfbarer Prozess.

Die Stadt darf Hinweise nicht in einer Schublade verschwinden lassen

Die Befragung ist sinnvoll. Niemand kennt die Hindernisse einer Stadt besser als jene Menschen, die täglich an ihnen scheitern.

Doch eine Umfrage allein macht noch keinen Gehweg eben, keinen Bahnhof zugänglich und kein Formular verständlicher. Entscheidend ist, was nach dem 22. Juli geschieht.

Frankfurt sollte die Hinweise öffentlich auswerten, klare Prioritäten setzen und zunächst dort handeln, wo Menschen von Behörden, Ärzten, öffentlichem Verkehr oder gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen werden.

Barrierefreiheit ist keine freiwillige Zusatzleistung für eine kleine Gruppe. Sie entscheidet darüber, ob Bürger ihr Leben selbstständig führen können.

Eine moderne Stadt erkennt man nicht an schönen Konzeptpapieren, sondern daran, ob ein älterer Mensch sicher die Straße überqueren kann, ein Rollstuhlfahrer ohne fremde Hilfe ins Rathaus gelangt und eine sehbehinderte Bürgerin ein Onlineformular selbstständig ausfüllen kann.

Frankfurt hat die Bürger nach ihren Erfahrungen gefragt. Nun muss die Stadt beweisen, dass sie die Antworten auch ernst nimmt.