Neubrandenburg. Während in vielen Teilen Mecklenburg-Vorpommerns Wohnungen leer stehen, wächst in Neubrandenburg der Bedarf an modernen, bezahlbaren und gut erreichbaren Wohnungen. Besonders gefragt sind kleinere barrierearme Einheiten, familiengeeignete Grundrisse und Wohnungen mit niedrigen Heizkosten.

Die großen Neubrandenburger Wohnungsunternehmen reagieren darauf mit mehreren Bau- und Modernisierungsprojekten. In der Oststadt sollen neue geförderte Wohnungen entstehen. Gleichzeitig werden Hunderte bestehende Wohnungen energetisch saniert, technisch erneuert oder mit Balkonen ausgestattet.

Die Neuwoba kündigte für 2026 Investitionen von rund 30 Millionen Euro an. Dazu gehört der Neubau von 98 Wohnungen in der Oststadt, die nach damaliger Planung 2027 bezugsfertig werden sollen. Darüber hinaus sind Modernisierungen am Ponyweg, in der Nordstadt und auf dem Datzeberg vorgesehen.

Auch die Neuwoges arbeitet an mehreren Projekten. Nach Angaben der Stadt sollen 46 geförderte Wohnungen in der Kepler- und Ziolkowskistraße entstehen. Außerdem werden 95 Wohnungen in der Koszaliner Straße und Tibujewstraße energetisch modernisiert. Weitere Sanierungsmaßnahmen betreffen Bestände der Neuwoba mit insgesamt 281 Wohnungen.

Neuwoba investiert rund 30 Millionen Euro

Die Wohnungsgenossenschaft gehört mit ungefähr 9.000 Mietern zu den größten Vermietern Neubrandenburgs. Für 2026 kündigte sie ein umfangreiches Bau- und Sanierungsprogramm an.

98 neue Wohnungen in der Oststadt

Ein Schwerpunkt liegt auf dem Neubau von 98 Wohnungen. Die Gebäude sollen nach der ursprünglichen Planung 2027 bezugsfertig werden.

Die Oststadt besitzt mit Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, medizinischer Versorgung und öffentlichem Nahverkehr grundsätzlich gute Voraussetzungen für zusätzlichen Wohnungsbau.

Entscheidend wird sein, welche Wohnungsgrößen entstehen und zu welchen Preisen sie angeboten werden. Ein Neubau hilft dem angespannten Teil des Wohnungsmarktes nur begrenzt, wenn die Mieten für Normalverdiener, Rentner oder Alleinerziehende kaum tragbar sind.

Balkone am Ponyweg

In bestehenden Wohnanlagen am Ponyweg sollen Balkone nachgerüstet werden.

Ein Balkon ist längst nicht mehr nur eine Komfortfrage. Für ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Familien kann er einen wichtigen zusätzlichen Aufenthaltsraum darstellen.

Gleichzeitig dürfen solche Verbesserungen nicht zu unverhältnismäßigen Mietsteigerungen führen. Bewohner müssen frühzeitig erfahren, welche Kosten umgelegt werden und wie sich ihre monatliche Gesamtbelastung verändert.

Neue Heizungen in der Nordstadt

Auch Heizungsanlagen in der Nordstadt sollen erneuert werden.

Veraltete Technik verursacht hohe Energieverluste und erhöht die Gefahr von Störungen. Moderne Systeme können Verbrauch und Betriebskosten senken.

Ob Mieter tatsächlich entlastet werden, hängt jedoch von Investitionskosten, Energiepreisen und der konkreten Umlage ab. Deshalb sollte nicht nur die neue Kaltmiete, sondern die gesamte Warmmiete betrachtet werden.

Neue Bäder auf dem Datzeberg

Auf dem Datzeberg sind Modernisierungen von Badezimmern vorgesehen.

Gerade ältere Bestände benötigen häufig schwellenarme Duschen, sichere Bewegungsflächen und moderne Leitungen. Solche Umbauten können es Bewohnern ermöglichen, länger selbstständig in ihrer vertrauten Wohnung zu bleiben.

Neuwoges baut 46 geförderte Wohnungen

Auch die kommunale Wohnungsgesellschaft erweitert ihr Angebot.

Neubau in Kepler- und Ziolkowskistraße

In der Oststadt sollen 46 geförderte Wohnungen für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein entstehen. Der Baubeginn ist für 2026 vorgesehen.

Damit richtet sich das Projekt gezielt an Menschen, die auf dem normalen Neubauwohnungsmarkt nur schwer eine bezahlbare Wohnung finden.

Dazu gehören unter anderem Rentner mit niedrigen Einkommen, Alleinerziehende, Auszubildende, Menschen mit Behinderung und Beschäftigte im Niedriglohnbereich.

Förderung muss langfristig wirken

Öffentlich geförderte Wohnungen bleiben nur für einen bestimmten Zeitraum an Miet- und Belegungsbedingungen gebunden.

Die Stadt sollte deshalb auf möglichst lange Bindungsfristen achten. Je kürzer die Sozialbindung, desto schneller kann eine mit Steuergeld unterstützte Wohnung wieder in den normalen Markt wechseln.

Wohnberechtigungsschein darf kein Stigma sein

Geförderte Wohnungen sollten gestalterisch und baulich nicht von anderen Wohnungen abfallen.

Eine soziale Mischung funktioniert besser, wenn unterschiedliche Einkommensgruppen im selben Quartier wohnen und öffentlich geförderte Gebäude nicht als gesonderte Wohnanlagen erkennbar sind.

Neubauten in der Robert-Koch-Straße

Ein weiteres Wohnungsprojekt entsteht in der Robert-Koch-Straße.

Erste Gebäude sollen 2026 fertig werden

Nach Angaben der Stadt sollen dort Wohnungen für Haushalte mit Wohnberechtigungsschein entstehen. Die Fertigstellung der ersten Gebäude ist für das dritte Quartal 2026 vorgesehen. Weitere Bauabschnitte sollen folgen.

Damit wächst der geförderte Wohnungsbestand nicht nur durch ein einzelnes Projekt.

Bauabschnitte schaffen Flexibilität

Eine schrittweise Entwicklung ermöglicht es, Nachfrage und Kosten regelmäßig neu zu bewerten.

Sie birgt jedoch auch das Risiko, dass spätere Abschnitte verschoben werden, wenn Fördermittel fehlen oder Baupreise weiter steigen.

Die Stadt sollte deshalb offenlegen, wie viele Wohnungen insgesamt vorgesehen sind und welche Finanzierung für die weiteren Bauphasen bereits gesichert ist.

95 Wohnungen werden energetisch saniert

Neubau ist nur ein Teil des Programms.

Arbeiten in Koszaliner Straße und Tibujewstraße

Zwischen Februar beziehungsweise März und Dezember 2026 sollen insgesamt 95 Wohnungen in der Koszaliner Straße 20 bis 26 sowie der Tibujewstraße 43 bis 47 modernisiert beziehungsweise energetisch saniert werden.

Bei solchen Projekten können Fassaden, Dächer, Fenster, Leitungen oder Heizsysteme erneuert werden.

Bestandserhalt ist häufig günstiger als Neubau

Eine bereits vorhandene Wohnung muss nicht vollständig neu errichtet und erschlossen werden.

Sanierung kann deshalb günstiger und ressourcenschonender sein als ein Neubau auf bislang unbebautem Boden.

Voraussetzung ist, dass die Gebäudesubstanz grundsätzlich erhaltenswert ist und die Modernisierung nicht fast so teuer wird wie ein Ersatzneubau.

Bewohner brauchen verlässliche Informationen

Energetische Arbeiten verursachen Lärm, Staub und zeitweise Einschränkungen.

Mieter müssen frühzeitig erfahren:

  • wann ihre Wohnung betroffen ist,
  • ob Fenster oder Heizungen ausgetauscht werden,
  • welche Räume zugänglich sein müssen,
  • wie lange einzelne Arbeiten dauern,
  • ob Ausweichwohnungen angeboten werden,
  • wie sich die Miete anschließend verändert.

Weitere 281 Wohnungen werden modernisiert

Die Investitionsoffensive erfasst zahlreiche Stadtteile.

Zu den genannten Modernisierungsstandorten gehören die Neustrelitzer Straße 101, die Max-Adrion-Straße 13 bis 19, der Ponyweg 1 bis 7, die Rühlower Straße 17 bis 31 sowie die Cölpiner Straße 10 bis 16. Insgesamt geht es um 281 Wohnungen.

Große Wirkung auf bestehende Quartiere

Die Modernisierung mehrerer Hundert Wohnungen kann ganze Straßenzüge sichtbar aufwerten.

Neue Fassaden, bessere Eingänge, Balkone und gepflegte Außenanlagen stärken das Wohnumfeld und verhindern, dass Bestände schrittweise an Attraktivität verlieren.

Aufwertung darf keine Verdrängung verursachen

Eine Modernisierung ist für Bewohner nur dann ein Gewinn, wenn sie sich die Wohnung anschließend weiterhin leisten können.

Hohe Mietsteigerungen könnten gerade ältere oder einkommensschwache Menschen dazu zwingen, ihr langjähriges Umfeld zu verlassen.

Kommunale und genossenschaftliche Vermieter tragen deshalb eine besondere soziale Verantwortung.

Neubrandenburg besitzt weiterhin vergleichsweise günstige Mieten

Der seit dem 1. Juli 2025 gültige qualifizierte Mietspiegel gilt bis zum 30. Juni 2027. Er bildet die ortsübliche Vergleichsmiete nach Wohnungsgröße, Baualter, Ausstattung und weiteren Merkmalen ab.

Mietspiegel ist keine Angebotsliste

Der Mietspiegel zeigt nicht einfach den Durchschnitt aller aktuell im Internet angebotenen Wohnungen.

Er berücksichtigt bestehende Mietverhältnisse sowie Neuvermietungen und dient unter anderem zur Prüfung von Mieterhöhungen.

Günstiger Bestand bleibt entscheidend

Viele ältere Mietverträge liegen deutlich unter den Kosten eines heutigen Neubaus.

Der Erhalt preiswerter Bestände ist deshalb mindestens so wichtig wie die Errichtung zusätzlicher Wohnungen.

Umzug wird häufig teurer

Wer eine langjährig bewohnte Wohnung aufgibt, muss bei einer Neuvermietung oft mit einer höheren Quadratmetermiete rechnen.

Das kann dazu führen, dass Senioren in zu großen Wohnungen bleiben, weil eine kleinere moderne Wohnung trotz geringerer Fläche nicht günstiger wäre.

Neubau wird durch hohe Baukosten erschwert

Der Wohnungsbau in Mecklenburg-Vorpommern ist zuletzt zurückgegangen. 2024 wurden landesweit 4.598 Wohnungen fertiggestellt. Die durchschnittlichen Baukosten lagen bei rund 2.065 Euro pro Quadratmeter und damit fast zwei Drittel höher als zehn Jahre zuvor.

Baukosten bestimmen spätere Mieten

Grundstück, Material, Löhne, Finanzierung und technische Standards müssen über Verkaufspreise oder Mieten refinanziert werden.

Je höher die Herstellungskosten, desto schwieriger wird ein freifinanzierter Neubau zu niedrigen Mieten.

Förderung bleibt notwendig

Sozialwohnungen können unter heutigen Bedingungen häufig nur entstehen, wenn Land oder Bund Zuschüsse und günstige Darlehen bereitstellen.

Förderprogramme müssen jedoch verlässlich und über mehrere Jahre planbar sein. Kurzfristig wechselnde Bedingungen erschweren die Vorbereitung großer Projekte.

Standards sinnvoll abwägen

Brandschutz, Barrierefreiheit und Energieeffizienz sind notwendig.

Trotzdem muss geprüft werden, ob jede technische oder gestalterische Zusatzanforderung den späteren Nutzen rechtfertigt. Überzogene Standards können bezahlbaren Wohnraum verhindern.

Barrierearme Wohnungen werden immer wichtiger

Neubrandenburg muss sich auf eine älter werdende Bevölkerung einstellen.

Viele Gebäude besitzen keinen Aufzug

Gerade in älteren Mehrfamilienhäusern sind obere Stockwerke nur über Treppen erreichbar.

Für Bewohner mit Rollator, Gehbehinderung oder gesundheitlichen Einschränkungen kann die eigene Wohnung dadurch irgendwann praktisch unbewohnbar werden.

Kleine Umbauten können viel bewirken

Nicht jedes Gebäude braucht sofort einen vollständigen Neubau.

Schwellenarme Eingänge, Handläufe, bessere Beleuchtung, bodengleiche Duschen und automatische Türen können den Alltag erheblich erleichtern.

Aufzüge sind teuer, aber langfristig wertvoll

Der nachträgliche Einbau eines Aufzugs ist technisch und finanziell aufwendig.

Er kann jedoch die Nutzbarkeit eines Gebäudes um Jahrzehnte verlängern und verhindern, dass ältere Bewohner ihr vertrautes Quartier verlassen müssen.

Familien brauchen größere bezahlbare Wohnungen

Der Wohnungsmarkt darf nicht ausschließlich auf kleine Haushalte ausgerichtet werden.

Drei- und Vierraumwohnungen bleiben gefragt

Familien benötigen ausreichend Schlafräume, Stauraum und Möglichkeiten für Arbeiten oder Lernen zu Hause.

Besonders Neubauten mit mehreren Zimmern erreichen jedoch schnell hohe Gesamtmieten.

Wohnumfeld entscheidet mit

Eine familiengeeignete Wohnung braucht Schulen, Kitas, sichere Wege, Spielplätze und Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe.

Ein günstiger Grundriss allein reicht nicht, wenn Eltern täglich weite Wege zurücklegen müssen.

Oststadt besitzt gute Voraussetzungen

Die vorhandene Infrastruktur macht die Oststadt grundsätzlich für Familien attraktiv.

Neue Projekte sollten deshalb ausreichend größere Wohnungen einplanen und nicht nur kleine Einheiten mit höherem Quadratmeterpreis bauen.

Studenten und Auszubildende benötigen kleine Wohnungen

Neubrandenburg ist Hochschul- und Ausbildungsstandort.

Kleine Wohnungen dürfen nicht unverhältnismäßig teuer sein

Einzimmerwohnungen haben häufig einen höheren Quadratmeterpreis als größere Wohnungen.

Für Studenten oder Auszubildende zählt jedoch die gesamte monatliche Belastung, nicht nur der Preis pro Quadratmeter.

Wohngemeinschaften brauchen geeignete Grundrisse

Nicht jede Mehrraumwohnung eignet sich für eine Wohngemeinschaft.

Annähernd gleich große Zimmer und eine gut nutzbare Küche machen Wohnungen für junge Menschen attraktiver.

Gute Bus- und Radverbindungen sind wichtig

Wer kein Auto besitzt, benötigt zuverlässige Wege zu Hochschule, Berufsschule und Ausbildungsbetrieb.

Wohnungsbau und Verkehrsplanung müssen deshalb gemeinsam gedacht werden.

Energetische Sanierung darf Warmmieten nicht erhöhen

Eine bessere Gebäudehülle und moderne Heiztechnik sollen Energie sparen.

Kaltmiete kann trotzdem steigen

Vermieter dürfen bestimmte Modernisierungskosten teilweise auf die Miete umlegen.

Mieter zahlen dann weniger für Energie, aber mehr für die Wohnung selbst.

Gesamtbelastung muss offen dargestellt werden

Vor einer Sanierung sollten Wohnungsunternehmen beispielhaft zeigen, wie sich Kaltmiete, Heizkosten und Gesamtmiete voraussichtlich verändern.

Nur dann können Bewohner beurteilen, ob die Maßnahme auch finanziell ein Vorteil ist.

Tatsächliche Einsparung später prüfen

Nach Abschluss sollten Verbrauch und Kosten mit den vorherigen Werten verglichen werden.

Bleiben versprochene Einsparungen aus, muss untersucht werden, ob Technik, Planung oder Nutzerinformation mangelhaft waren.

Fernwärmepreise beeinflussen die Wohnkosten

Viele Mehrfamilienhäuser sind an zentrale Wärmeversorgungssysteme angeschlossen.

Mieter können Anbieter nicht frei wählen

Anders als beim Strom besitzen Bewohner häufig keine direkte Wahlmöglichkeit beim Wärmelieferanten.

Deshalb sind transparente Preise und nachvollziehbare Abrechnungen besonders wichtig.

Sanierung allein reicht nicht

Ein gut gedämmtes Gebäude kann die benötigte Wärmemenge reduzieren.

Sind Grundpreise oder Netzkosten sehr hoch, bleibt die Belastung trotzdem erheblich.

Wohnungsunternehmen können gemeinsam verhandeln

Große Vermieter verfügen über eine stärkere Position als einzelne Haushalte.

Sie sollten günstige und langfristig verlässliche Lieferverträge im Interesse ihrer Mieter anstreben.

Kommunale Wohnungen sind ein strategischer Vorteil

Mit der Neuwoges besitzt die Stadt ein wichtiges Instrument der Wohnungspolitik.

Stadt kann Einfluss auf Mieten nehmen

Ein kommunales Unternehmen muss wirtschaftlich arbeiten, ist aber nicht ausschließlich auf maximale Rendite ausgerichtet.

Es kann soziale, städtebauliche und langfristige Ziele stärker berücksichtigen.

Verkauf wäre nur kurzfristige Entlastung

Ein Verkauf kommunaler Wohnungen könnte einmalig Geld in den Stadthaushalt bringen.

Langfristig verlöre Neubrandenburg jedoch Einfluss auf Mietentwicklung, Modernisierung und Belegung.

Gewinne sollten im Bestand bleiben

Überschüsse des Unternehmens sollten vorrangig in Neubau, Sanierung und Wohnumfeld investiert werden.

So profitieren Mieter und Stadt dauerhaft vom kommunalen Eigentum.

Genossenschaften stabilisieren den Markt

Auch die Neuwoba besitzt eine wichtige Funktion.

Mitgliederorientierung statt externer Rendite

Genossenschaften gehören ihren Mitgliedern.

Das kann zu langfristigeren Entscheidungen und einer stärkeren Bindung an die Quartiere führen.

Investitionen müssen trotzdem finanziert werden

Auch eine Genossenschaft zahlt Bauunternehmen, Zinsen, Energie und Personal.

Sie kann Kosten nicht dauerhaft ignorieren, ohne ihre wirtschaftliche Stabilität zu gefährden.

Transparenz schafft Akzeptanz

Mitglieder sollten verständlich erfahren, warum bestimmte Projekte Vorrang erhalten und wie Investitionen finanziert werden.

Leerstand und Nachfrage können gleichzeitig bestehen

Neubrandenburg besitzt keinen Wohnungsmarkt wie Berlin oder München.

Trotzdem kann es bei bestimmten Wohnungstypen Engpässe geben.

Nicht jede freie Wohnung passt zur Nachfrage

Eine Wohnung ohne Aufzug im vierten Stock hilft einem gehbehinderten Rentner nicht.

Eine kleine Zweiraumwohnung löst nicht das Problem einer Familie mit drei Kindern.

Zustand und Lage entscheiden

Unsanierte Wohnungen mit hohen Heizkosten oder schlechter Verkehrsanbindung bleiben möglicherweise frei, während moderne Wohnungen stark nachgefragt werden.

Umbau kann sinnvoller als Neubau sein

Bestehende größere Wohnungen können teilweise geteilt oder Grundrisse verändert werden.

Umgekehrt lassen sich kleine Wohnungen zusammenlegen, wenn Familienwohnungen fehlen.

Solche Maßnahmen müssen jedoch wirtschaftlich und baulich sorgfältig geprüft werden.

Neubau darf Grünflächen nicht unnötig verdrängen

Zusätzliche Wohnungen benötigen Platz.

Nachverdichtung zuerst prüfen

Baulücken, ungenutzte Parkflächen und brachliegende Grundstücke können teilweise bebaut werden, ohne neue Flächen am Stadtrand auszuweisen.

Freiflächen besitzen eigene Bedeutung

Grünflächen verbessern das Stadtklima, nehmen Regenwasser auf und bieten Platz für Erholung.

Nicht jede freie Fläche ist deshalb automatisch Bauland.

Dichte braucht Qualität

Mehr Wohnungen auf kleinerer Fläche können sinnvoll sein.

Dann müssen jedoch ausreichende Bäume, Spielplätze, Fahrradstellplätze und Aufenthaltsbereiche erhalten bleiben.

Neue Quartiere brauchen soziale Infrastruktur

Wohnungsbau endet nicht an der Haustür.

Schulen und Kitas müssen ausreichend Platz besitzen

Zusätzliche Familien erhöhen die Nachfrage nach Betreuung und Bildung.

Diese Einrichtungen müssen rechtzeitig vorbereitet werden und dürfen nicht erst reagieren, wenn Gruppen und Klassen bereits überfüllt sind.

Ärzte und Pflege werden wichtiger

Eine älter werdende Bevölkerung benötigt gut erreichbare Hausärzte, Apotheken, Pflegedienste und Beratungsangebote.

Nahversorgung erhalten

Kleine Geschäfte und Dienstleistungen profitieren von zusätzlichen Bewohnern.

Die Stadt sollte dennoch darauf achten, dass wohnortnahe Angebote nicht durch ausschließlich großflächige Standorte am Stadtrand verdrängt werden.

Bauprojekte müssen transparent begleitet werden

Die angekündigten Investitionen betreffen viele Bewohner direkt.

Zeitpläne veröffentlichen

Mieter und Wohnungssuchende sollten erkennen können, wann Wohnungen fertiggestellt werden und wann Modernisierungen beginnen.

Mietpreise frühzeitig nennen

Bei Neubauten sollte nicht erst kurz vor der Vermietung bekannt werden, welche Mieten verlangt werden.

Förderbindungen offenlegen

Bei Sozialwohnungen muss klar sein, wer anspruchsberechtigt ist und wie lange die Bindung gilt.

Baufortschritt regelmäßig darstellen

Verzögerungen können auftreten. Sie sollten jedoch früh und nachvollziehbar erklärt werden.

Modernisierungsumlagen verständlich berechnen

Betroffene Mieter brauchen konkrete individuelle Angaben und keine allgemeinen Werbeversprechen.

Was Neubrandenburg jetzt tun sollte

Die Stadt besitzt gute Voraussetzungen, den Wohnungsmarkt langfristig stabil zu halten.

Kommunale Bestände nicht verkaufen

Wohnungen in öffentlicher Hand sichern dauerhaften Einfluss.

Sozialbindungen langfristig gestalten

Geförderte Wohnungen sollten möglichst lange bezahlbar bleiben.

Barrierearme Umbauten beschleunigen

Bestehende Häuser müssen stärker auf eine ältere Bevölkerung vorbereitet werden.

Familienwohnungen schaffen

Neubauprogramme dürfen nicht nur kleine und hochpreisige Wohnungen hervorbringen.

Warmmieten stärker berücksichtigen

Energie- und Betriebskosten gehören zu jeder Bezahlbarkeitsprüfung.

Leerstand gezielt aktivieren

Sanierungsfähige Wohnungen sollten möglichst wieder nutzbar gemacht werden.

Wohnungsbau mit Verkehr und Infrastruktur verbinden

Neue Bewohner brauchen Busse, Schulen, Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten.

Neubrandenburg muss jetzt bauen, bevor bezahlbares Wohnen zum Problem wird

Neubrandenburg befindet sich noch in einer besseren Lage als viele westdeutsche Großstädte. Die Mieten sind insgesamt vergleichsweise moderat, und kommunale sowie genossenschaftliche Vermieter besitzen große Bestände.

Gerade deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Handeln.

Die angekündigten Neubauten und Modernisierungen sind sinnvoll. Neue Sozialwohnungen in der Oststadt, energetische Sanierungen und altersgerechte Bäder verbessern das Angebot und erhalten vorhandene Gebäude.

Doch die Stadt darf sich nicht allein von hohen Investitionssummen beeindrucken lassen.

Entscheidend ist, was am Ende für die Mieter herauskommt. Wie hoch ist die Kaltmiete? Wie entwickeln sich Heiz- und Betriebskosten? Sind die Wohnungen barrierearm? Gibt es ausreichend Platz für Familien? Wie lange gelten die Sozialbindungen?

Ein Neubau für fast 13 oder 14 Euro je Quadratmeter löst das Problem bezahlbaren Wohnens nicht automatisch. Ebenso ist eine energetische Sanierung kein sozialer Erfolg, wenn Bewohner danach trotz niedrigerem Verbrauch insgesamt mehr bezahlen.

Neubrandenburg besitzt mit Neuwoges und Neuwoba starke Instrumente. Diese Unternehmen sollten ihre Bestände nicht nur verwalten, sondern langfristig sichern und weiterentwickeln.

Besonders wichtig ist, günstige Wohnungen nicht leichtfertig aufzugeben. Der preiswerte Bestand ist der größte Schutz vor einer späteren Wohnungsnot.

Neubrandenburg kann vermeiden, was in anderen Städten bereits geschehen ist: dass bezahlbares Wohnen erst dann politisch entdeckt wird, wenn es kaum noch vorhanden ist.

Die aktuellen Investitionen sind deshalb richtig. Sie müssen jedoch dauerhaft sozial, transparent und auf den tatsächlichen Bedarf der Stadt ausgerichtet bleiben.