Sachsen muss sich an diesem Mittwoch auf einen Wettertag mit erheblichen regionalen Unterschieden einstellen. Während es mancherorts längere Zeit ruhig bleiben kann, drohen besonders im Süden und Osten des Freistaates kräftige Gewitter mit Starkregen und stürmischen Böen.

Im Mittelpunkt der Warnlage stehen das Erzgebirge und die Oberlausitz. Dort können sich bereits am Vormittag gewittrige Regengebiete festsetzen. Der Deutsche Wetterdienst hält örtlich auch unwetterartige Entwicklungen für möglich.

Erzgebirge und Oberlausitz besonders gefährdet

Die höchste Gewittergefahr besteht nach der aktuellen Vorhersage in einem Streifen vom Erzgebirge bis in die Oberlausitz. Betroffen sein können damit unter anderem Teile der Landkreise Erzgebirgskreis, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Bautzen und Görlitz.

Entscheidend ist weniger die Größe der Gewittergebiete als deren mögliche Intensität. Innerhalb kurzer Zeit kann so viel Regen fallen, dass Straßen, Unterführungen und tiefer gelegene Grundstücke überflutet werden.

Bis zu 30 Liter Regen in kurzer Zeit möglich

Der Deutsche Wetterdienst rechnet bei stärkeren Gewittern lokal mit heftigem Starkregen. Eng begrenzt können Mengen von bis zu 30 Litern je Quadratmeter in kurzer Zeit zusammenkommen. Hinzu kommen stürmische Böen, die Geschwindigkeiten von rund 65 Kilometern pro Stunde erreichen können.

Solche Regenmengen reichen aus, um kleinere Bäche rasch anschwellen zu lassen. Auch Kanalisationen können an ihre Grenzen geraten, wenn ein kräftiger Gewitterschauer längere Zeit über demselben Ort stehen bleibt.

Oberlausitz muss mit Starkregen rechnen

Für die Oberlausitz ist die Wetterlage besonders heikel. Die Region liegt in dem Gebiet, in dem sich gewittriger Regen am Morgen und Vormittag konzentrieren kann. Betroffen sein können Städte und Gemeinden zwischen Bautzen, Löbau, Görlitz, Zittau und dem Zittauer Gebirge.

Nicht jeder Ort wird gleichermaßen getroffen. Bei Gewittern können wenige Kilometer darüber entscheiden, ob es lediglich regnet oder ob innerhalb kurzer Zeit Keller und Straßen volllaufen.

Kleine Flüsse können rasch anschwellen

Besondere Aufmerksamkeit gilt kleineren Flüssen und Bächen. In der Oberlausitz gehören dazu etwa Mandau, Lausur, Neiße und Spree sowie zahlreiche Nebenläufe.

Eine akute Hochwasserlage lässt sich daraus zunächst nicht automatisch ableiten. Starkregen kann jedoch sehr lokal auftreten und Wasserstände innerhalb kurzer Zeit verändern. Anwohner in bekannten Überflutungsbereichen sollten deshalb die weitere Entwicklung verfolgen.

Stürmische Böen können Äste abbrechen

Neben dem Regen stellen die erwarteten Windböen ein Risiko dar. Bei kräftigen Gewittern können Äste abbrechen, Bauzäune umstürzen und lose Gegenstände durch die Luft geschleudert werden.

Gartenmöbel, Sonnenschirme, Mülltonnen und nicht gesicherte Gegenstände sollten rechtzeitig befestigt oder ins Haus gebracht werden. Fahrzeuge sollten nach Möglichkeit nicht direkt unter großen Bäumen abgestellt werden.

Vorsicht in Wäldern und Parks

Wer im Erzgebirge, in der Sächsischen Schweiz oder im Zittauer Gebirge unterwegs ist, sollte die Wetterentwicklung besonders aufmerksam beobachten. Bei Gewitter sind Wälder, Aussichtspunkte und freie Höhenlagen keine geeigneten Aufenthaltsorte.

Auch nach einem Gewitter können beschädigte Äste noch unvermittelt herabfallen. Wanderungen und längere Radtouren sollten deshalb nicht allein nach der Wetterlage am Startpunkt geplant werden.

Dresden, Chemnitz und Leipzig: Lage kann sich rasch ändern

Auch außerhalb der derzeitigen Warnschwerpunkte sind Gewitter nicht ausgeschlossen. Für Dresden und Chemnitz besteht vor allem durch die Nähe zum Erzgebirge das Risiko, dass Gewitterzellen kurzfristig in Richtung der Städte ziehen.

In Leipzig und Nordsachsen ist die Unwettergefahr zunächst geringer. Dennoch kann sich die Lage im Tagesverlauf verändern. Gewitter lassen sich oft erst wenige Stunden oder sogar Minuten vor ihrem Eintreffen genau eingrenzen.

Am Nachmittag erneut kräftige Gewitter möglich

Nach einer möglichen vorübergehenden Beruhigung am Mittag können sich am Nachmittag erneut Schauer und Gewitter bilden. Dabei sind wieder Starkregen, Hagel und kräftige Böen möglich. Der Wetterdienst erwartet für weite Teile Sachsens Temperaturen zwischen 23 und 27 Grad.

Die warme und feuchte Luft liefert ausreichend Energie für neue Gewitter. Entscheidend wird sein, wie schnell sich die morgendlichen Regengebiete auflösen und wo sich anschließend die stärksten Aufheizungen entwickeln.

Autofahrer müssen mit gefährlichen Situationen rechnen

Starkregen kann die Sicht innerhalb weniger Sekunden deutlich verschlechtern. Gleichzeitig steigt auf nassen Straßen die Gefahr von Aquaplaning.

Wer in ein starkes Gewitter gerät, sollte die Geschwindigkeit deutlich reduzieren, den Abstand vergrößern und hektische Lenkbewegungen vermeiden. Überflutete Straßen dürfen nicht ohne Einschätzung der Wassertiefe durchfahren werden.

Unterführungen können zur Falle werden

Besonders riskant sind tiefer gelegene Straßenabschnitte und Unterführungen. Schon wenige Dezimeter Wasser können ausreichen, damit ein Auto die Bodenhaftung verliert oder der Motor ausfällt.

Absperrungen von Feuerwehr, Polizei oder Straßenmeisterei müssen beachtet werden. Wer sie umfährt, bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern bindet im Ernstfall zusätzliche Rettungskräfte.

Keller und Grundstücke rechtzeitig sichern

Hausbesitzer sollten prüfen, ob Abflüsse, Dachrinnen und Einläufe frei sind. Empfindliche Gegenstände in Kellern sollten nicht direkt auf dem Boden stehen.

Rückstauklappen schützen nur dann, wenn sie funktionsfähig und ordnungsgemäß gewartet sind. Mobile Schutzvorrichtungen sollten nicht erst aufgebaut werden, wenn das Wasser bereits auf der Straße steht.

Warn-Apps können entscheidende Minuten bringen

Aktuelle Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sowie Mitteilungen der örtlichen Behörden sollten im Tagesverlauf verfolgt werden. Warn-Apps können kurzfristige Änderungen direkt auf das Mobiltelefon übermitteln.

Bei einer amtlichen Unwetterwarnung gilt: Aufenthalte im Freien vermeiden, Fenster schließen und gefährdete Bereiche verlassen. Besonders schwere Gewitter können sehr lokal auftreten und sich schnell entwickeln.

Sachsen steht vor einem unberechenbaren Wettertag

Der Mittwoch wird nicht überall in Sachsen gleichermaßen gefährlich. Genau darin liegt jedoch das Problem: Während es in einer Gemeinde nahezu trocken bleiben kann, können wenige Kilometer entfernt erhebliche Regenmengen niedergehen.

Besonders im Erzgebirge und in der Oberlausitz sollte die Lage deshalb nicht unterschätzt werden. Wer Warnungen ernst nimmt und rechtzeitig vorsorgt, kann viele Schäden vermeiden.

Entscheidend ist an diesem Tag nicht der Blick aus dem Fenster am Morgen. Entscheidend ist, wie sich die Gewitter im Laufe der nächsten Stunden entwickeln.