Im Osten der Hansestadt Wismar entsteht einer der bedeutendsten neuen Gewerbestandorte Mecklenburg-Vorpommerns. Die Stadt Wismar und die benachbarte Gemeinde Hornstorf wollen das rund 160 Hektar große Areal künftig gemeinsam vermarkten.

Dafür unterzeichneten beide Kommunen am Montag, dem 13. Juli 2026, eine Sondervereinbarung. Die Vermarktung übernimmt die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Nordwestmecklenburg. Zunächst soll ein Vertriebskonzept entstehen, anschließend ist ein gemeinsamer Internetauftritt für den Standort geplant. Besonders angesprochen werden sollen Unternehmen aus der maritimen Wirtschaft und der Holzindustrie.

Das Projekt verbindet große verfügbare Flächen mit einer unmittelbaren Anbindung an Hafen und Autobahn. Für Wismar und Hornstorf ist es die Chance, neue Unternehmen, Investitionen und Arbeitsplätze in die Region zu holen.

Ein Selbstläufer wird das Vorhaben dennoch nicht. Während im Hornstorfer Bereich bereits erste Ansiedlungen angekündigt sind, gibt es für die seit September 2025 erschlossenen Wismarer Flächen bislang keine öffentlich bekannten Interessenten.

Wismar und Hornstorf unterschreiben Sondervereinbarung

Der gemeinsame Standort erstreckt sich über die Grenzen zweier Kommunen.

Ein Teil liegt auf dem Gebiet der Hansestadt Wismar, der andere in der Gemeinde Hornstorf. Damit Unternehmen nicht mit unterschiedlichen Ansprechpartnern, Vermarktungswegen und Standortdarstellungen konfrontiert werden, wollen beide Kommunen künftig geschlossen auftreten.

Landkreis übernimmt die Vermarktung

Nach der Auflösung der bisherigen Wismarer Wirtschaftsfördergesellschaft im Februar 2026 übernimmt nun die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landkreises Nordwestmecklenburg die Vermarktung.

Geschäftsführer Martin Kopp kündigte an, zunächst ein gemeinsames Vertriebskonzept zu entwickeln. Dieses soll festlegen, welche Branchen angesprochen, wie die Flächen präsentiert und welche Standortvorteile besonders hervorgehoben werden.

Die gemeinsame Vermarktung ist sinnvoll. Ein großes Industrie- und Gewerbegebiet lässt sich gegenüber überregionalen Investoren besser als ein zusammenhängender Standort präsentieren als über mehrere kommunale Einzelangebote.

Die Gesamtfläche beträgt rund 160 Hektar

Die häufig genannte Zahl von 160 Hektar beschreibt das gesamte Standortgebiet.

Davon kann jedoch nicht jeder Quadratmeter mit Betriebsgebäuden bebaut werden. Straßen, Versorgungsanlagen, Regenrückhaltung sowie Grün- und Ausgleichsflächen benötigen ebenfalls erheblichen Raum.

108 Hektar sind gewerblich oder industriell nutzbar

Westlich der Osttangente befindet sich der Wismarer Abschnitt. Dort stehen nach Angaben des NDR 48 Hektar gewerblich nutzbare Fläche zur Verfügung.

Östlich der Straße liegt der Hornstorfer Teil mit 45 Hektar Gewerbefläche und weiteren 15 Hektar für industrielle Nutzungen. Insgesamt können damit rund 108 Hektar unmittelbar gewerblich beziehungsweise industriell vermarktet werden.

Diese Differenz ist für eine sachliche Darstellung wichtig. Das Projekt umfasst rund 160 Hektar, aber die tatsächlich bebaubare Unternehmensfläche ist deutlich kleiner.

Osttangente teilt und verbindet das Gebiet

Der Standort liegt östlich von Wismar und wird durch die sogenannte Osttangente in zwei Bereiche geteilt.

Diese Straße ist zugleich der wichtigste Standortvorteil. Sie verlängert die Autobahn 14 in Richtung Seehafen und Holzindustriegebiet und schafft damit eine schnelle Verbindung zwischen Gewerbeflächen, Hafen und Fernstraßennetz.

Nähe zu A14, A20 und Seehafen

Wismar besitzt über die A14 eine direkte Anbindung in Richtung Schwerin und zum weiteren Autobahnnetz. Die A20 ist ebenfalls schnell erreichbar.

Für Industrie- und Logistikunternehmen ist jedoch vor allem die Nähe zum Seehafen entscheidend. Schwere Güter, Holzprodukte, Bauteile und maritime Ausrüstung können ohne lange Wege zwischen Betriebsgelände, Straße und Hafen transportiert werden.

Bereits 2021 erklärte die Stadt Wismar, die Kombination aus A14, naher A20 und Seehafen verleihe dem Standort eine Bedeutung, die über Stadt und Landkreis hinausreiche.

Maritime Wirtschaft soll eine zentrale Rolle spielen

Wismar besitzt eine lange Schiffbau- und Hafentradition.

Auch wenn die Werftgeschichte in den vergangenen Jahrzehnten von Eigentümerwechseln, Insolvenzen und politischen Entscheidungen geprägt war, bleibt die maritime Wirtschaft ein wichtiger Bestandteil des Standorts.

Zulieferer benötigen Flächen in Hafennähe

Nicht jedes Unternehmen der maritimen Branche muss unmittelbar auf dem Werft- oder Hafengelände sitzen.

Zulieferer, Metallverarbeiter, Logistiker, Ausrüster und technische Dienstleister benötigen häufig größere Grundstücke, Hallen und gute Schwerlastverbindungen. Genau hier könnte das neue Gewerbegebiet seine Stärke entfalten.

Die Nähe zu bestehenden maritimen Betrieben bietet die Möglichkeit, Lieferketten zu verkürzen und zusätzliche Unternehmen dauerhaft in Westmecklenburg anzusiedeln.

Holzindustrie gehört bereits zu Wismars wirtschaftlichen Schwerpunkten

Neben der maritimen Wirtschaft soll die Holzbranche gezielt angesprochen werden.

Wismar verfügt bereits über einen bedeutenden Holzindustrie- und Hafenstandort. Unternehmen können Rohstoffe über den Seeweg erhalten, vor Ort verarbeiten und fertige Produkte über Straße, Schiene oder Schiff weitertransportieren.

Ansiedlungen können bestehende Wertschöpfung ergänzen

Besonders interessant wären Unternehmen, die vorhandene Produktionsketten erweitern.

Denkbar sind beispielsweise Zulieferer, Hersteller von Holzbauelementen, Recyclingbetriebe, Logistikunternehmen oder Firmen, die Reststoffe aus der Holzverarbeitung weiterverwenden.

Die Wirtschaftsförderung muss dabei stärker argumentieren als nur mit freien Grundstücken. Unternehmen interessieren sich für verfügbare Fachkräfte, Energiepreise, Genehmigungszeiten, Bahnanschlüsse und die Nähe zu Kunden und Lieferanten.

Hornstorfer Abschnitt soll im September 2026 öffnen

Der Bereich auf Hornstorfer Gemeindegebiet befindet sich noch vor seiner offiziellen Eröffnung.

Nach Angaben des NDR soll dieser Teil des Großgewerbestandortes im September 2026 freigegeben werden.

Damit erreicht ein jahrelanges Infrastrukturprojekt einen weiteren wichtigen Meilenstein.

Erste Unternehmen stehen offenbar bereits fest

Für den Hornstorfer Abschnitt werden bereits mehrere konkrete Ansiedlungen genannt.

Dazu gehören das regionale Verkehrsunternehmen Nahbus, der Energie- und Tankstellenbetreiber Hoyer sowie eine Filiale der Schnellrestaurantkette McDonald’s. Außerdem ist von einem Autohof für große Lastwagen die Rede.

Diese Betriebe werden nicht allein die erhoffte industrielle Entwicklung tragen. Sie schaffen jedoch eine erste Grundversorgung für Beschäftigte, Busse, Lastwagen und Durchgangsverkehr.

Ein gut ausgestatteter Autohof kann zugleich verhindern, dass Lastwagen ungeordnet in Wohn- oder Gewerbestraßen abgestellt werden.

Wismarer Abschnitt ist bereits seit September 2025 freigegeben

Der Wismarer Teil wurde schon am 24. September 2025 für den öffentlichen Verkehr geöffnet.

Dort entstanden neue Straßen mit Geh- und Radwegen auf einer Gesamtlänge von 2,42 Kilometern. Hinzu kamen 76 Straßenleuchten, kilometerlange Abwasser-, Wasser-, Gas-, Strom- und Glasfaserleitungen sowie ein Regenrückhaltebecken mit einer Kapazität von 11.700 Kubikmetern.

Infrastruktur ist vollständig vorbereitet

Unternehmen sollen nicht erst jahrelang auf Straßen, Kanalisation oder Breitbandanschlüsse warten müssen.

Im Wismarer Gebiet wurden unter anderem rund 4,3 Kilometer Regen- und Schmutzwasserkanäle, sechs Kilometer Elektroleitungen sowie mehr als zwei Kilometer Leerrohre mit Glasfaserkabeln verlegt.

Damit verfügt das Areal über wesentliche Voraussetzungen für moderne Gewerbe- und Industriebetriebe.

Rund 28 Millionen Euro wurden investiert

Allein die Erschließung des Wismarer Abschnitts kostete rund 28,12 Millionen Euro.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern förderte das Vorhaben mit etwa 22,9 Millionen Euro. Die übrigen Kosten wurden durch Eigenanteile der Flächeneigentümer und Beiträge der beteiligten Versorgungsunternehmen getragen.

Öffentliche Investitionen müssen nun Unternehmen anziehen

Straßen und Leitungen schaffen noch keine Arbeitsplätze.

Die hohen öffentlichen Ausgaben rechtfertigen sich langfristig nur, wenn sich Unternehmen ansiedeln, investieren, Gewerbesteuern zahlen und Beschäftigung schaffen.

Gerade deshalb ist die nun gestartete gemeinsame Vermarktung entscheidend. Nach Abschluss der Bauarbeiten beginnt die wirtschaftlich schwierigere Phase: Aus erschlossenen Flächen müssen tatsächlich genutzte Unternehmensstandorte werden.

Bislang fehlen Investoren für den Wismarer Teil

Nach NDR-Angaben sind für die 48 Hektar vermarktbare Fläche im Wismarer Abschnitt bislang keine Interessenten öffentlich bekannt.

Das ist nach fast einem Jahr seit der Verkehrsfreigabe noch kein Scheitern. Große Industrieansiedlungen benötigen häufig lange Vorläufe. Standortprüfungen, Grundstücksverhandlungen, Finanzierung und Genehmigungen können mehrere Jahre dauern.

Frühere Erwartungen waren optimistischer

Bereits 2021 erklärte Wismars Bürgermeister Thomas Beyer, die Nachfrage von Unternehmen sei groß. Damals befand sich das Gebiet allerdings noch in der Entwicklung.

Nun muss sich zeigen, wie viele dieser damaligen Anfragen zu ernsthaften Investitionsprojekten werden.

Eine transparente Kommunikation wäre hilfreich. Die Wirtschaftsförderung muss vertrauliche Unternehmensgespräche schützen, sollte Öffentlichkeit und Kommunalpolitik aber regelmäßig darüber informieren, wie viele Anfragen vorliegen und welche Branchen Interesse zeigen.

Standort wurde seit 2003 geplant

Das Gewerbegebiet ist kein kurzfristiges Projekt.

Nach Angaben der Stadt Wismar reichen die Planungen bis in das Jahr 2003 zurück. Bis zur Freigabe der ersten Flächen vergingen damit mehr als zwei Jahrzehnte.

Planung, Archäologie und Naturschutz kosteten Zeit

Vor der Erschließung waren umfangreiche Untersuchungen notwendig.

Bei archäologischen Arbeiten wurden Siedlungsspuren aus vorgeschichtlicher Zeit und der römischen Kaiserzeit dokumentiert. Außerdem entdeckten Fachleute einen zuvor unbekannten Fundplatz aus der jüngeren Bronzezeit beziehungsweise frühen Eisenzeit.

Auch Entwässerung, Lärmschutz, Bodenverhältnisse und Eingriffe in Natur und Landschaft mussten untersucht und ausgeglichen werden.

Solche Verfahren verlängern Projekte, sind bei einem Standort dieser Größe jedoch unvermeidlich.

Mehr als 70 Hektar Grün- und Ausgleichsflächen

Die Entwicklung des Gewerbegebietes bedeutet einen erheblichen Eingriff in bisher unbebaute Flächen.

Als Ausgleich wurden im Zusammenhang mit dem Wismarer Teil unter anderem 60,8 Hektar extensiv bewirtschaftete Wiesen und 11,2 Hektar Gehölz- und Heckenstrukturen angelegt. Hinzu kamen 41 neu gepflanzte Bäume sowie weitere externe Kompensationsmaßnahmen.

Wirtschaftswachstum und Flächenverbrauch bleiben ein Konflikt

Ein Großgewerbegebiet dieser Dimension bietet wirtschaftliche Chancen, verbraucht aber zugleich Boden und verändert Landschaft.

Deshalb ist entscheidend, welche Unternehmen angesiedelt werden. Flächen sollten nicht leichtfertig an Betriebe vergeben werden, die nur wenige Arbeitsplätze schaffen, große Hallen errichten und überwiegend Durchgangsverkehr erzeugen.

Je knapper verfügbare Flächen werden, desto wichtiger wird die Qualität einer Ansiedlung.

Neue Arbeitsplätze können Wismar und das Umland stärken

Die wichtigste Hoffnung richtet sich auf zusätzliche Beschäftigung.

Industrieunternehmen schaffen häufig nicht nur Stellen im eigenen Betrieb. Sie benötigen Wartung, Reinigung, Transport, Sicherheit, Handwerk, Beratung und weitere Dienstleistungen.

Auch Hornstorf kann direkt profitieren

Für die kleinere Gemeinde Hornstorf besitzt der Standort besondere Bedeutung.

Neue Gewerbesteuereinnahmen könnten den kommunalen Haushalt stärken und Investitionen in Straßen, Feuerwehr, Schulen oder soziale Einrichtungen erleichtern.

Gleichzeitig entstehen Belastungen durch zusätzlichen Verkehr, Flächenverbrauch und mögliche Emissionen. Die Gemeinde muss deshalb darauf achten, dass der wirtschaftliche Nutzen nicht durch hohe Folgekosten aufgezehrt wird.

Wohnraum und Fachkräfte werden zur nächsten Herausforderung

Sollte die Vermarktung erfolgreich sein, benötigen neue Unternehmen Beschäftigte.

Wismar konkurriert dabei mit anderen Wirtschaftsstandorten in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und dem Hamburger Raum.

Ein Gewerbegebiet allein hält junge Menschen nicht in der Region

Gute Arbeitsplätze sind ein wichtiger Anfang.

Fachkräfte achten jedoch auch auf bezahlbare Wohnungen, Kinderbetreuung, Schulen, medizinische Versorgung, öffentliche Verkehrsmittel und kulturelle Angebote.

Wismar besitzt als Hochschul- und Hafenstadt gute Voraussetzungen. Dennoch muss die Entwicklung des Gewerbegebietes mit Wohnungsbau und regionaler Verkehrsplanung verbunden werden.

Nahbus-Ansiedlung kann den Nahverkehr stärken

Dass das Verkehrsunternehmen Nahbus zu den ersten angekündigten Nutzern im Hornstorfer Abschnitt gehört, ist für die Region besonders interessant.

Ein Betriebshof oder technischer Standort könnte Arbeitsplätze schaffen und zugleich die Organisation des regionalen Busverkehrs verbessern.

Beschäftigte dürfen nicht allein auf das Auto angewiesen sein

Große Gewerbegebiete liegen häufig außerhalb geschlossener Ortschaften.

Ohne regelmäßige Busverbindungen können Beschäftigte den Arbeitsplatz kaum erreichen, wenn sie keinen eigenen Wagen besitzen. Das erschwert besonders Jugendlichen, Auszubildenden und Menschen mit niedrigem Einkommen den Zugang zu neuen Arbeitsplätzen.

Die Ansiedlung eines Verkehrsunternehmens sollte deshalb genutzt werden, um von Beginn an gute Busverbindungen zwischen Wismar, Hornstorf, Bahnhof und Gewerbegebiet zu planen.

Gemeinsame Vermarktung verhindert kommunale Konkurrenz

Wismar und Hornstorf hätten ihre Flächen auch getrennt anbieten können.

Dann bestünde jedoch die Gefahr, dass beide Kommunen um dieselben Investoren konkurrieren und sich mit Grundstückspreisen oder Zugeständnissen gegenseitig unterbieten.

Der Standort muss als Einheit auftreten

Für ein überregional tätiges Unternehmen ist die kommunale Grenze innerhalb des Gebietes kaum relevant.

Entscheidend sind Grundstücksgröße, Baurecht, Verkehrsanbindung, Energieversorgung und Genehmigungsdauer.

Ein gemeinsamer Auftritt ermöglicht es, den jeweils geeigneten Teil des Standortes anzubieten, ohne dass ein Investor zwischen zwei kommunalen Wirtschaftsförderungen vermitteln muss.

Schnelle Genehmigungen werden zum Wettbewerbsvorteil

Freie Flächen allein reichen im Standortwettbewerb nicht aus.

Andere Regionen in Ost- und Norddeutschland bieten ebenfalls große Gewerbegebiete und staatliche Fördermöglichkeiten.

Investoren erwarten verlässliche Verfahren

Unternehmen müssen wissen, wie schnell ein Bauantrag geprüft wird, welche Umweltauflagen gelten und ob Strom, Wasser oder Abwasser in ausreichender Menge verfügbar sind.

Die gemeinsame Wirtschaftsförderung sollte deshalb nicht nur Werbung betreiben, sondern Investoren durch sämtliche Verfahren begleiten.

Ein Standort, der jahrelang erschlossen wurde, darf anschließend nicht durch unklare Zuständigkeiten und langsame Entscheidungen ausgebremst werden.

Nicht jede Ansiedlung passt zu Wismar

Eine 15 Hektar große Industriefläche im Hornstorfer Teil ermöglicht auch größere Vorhaben.

Damit wächst die Verantwortung bei der Auswahl möglicher Investoren.

Wertschöpfung statt bloßer Flächenbelegung

Besonders attraktiv wären Betriebe, die gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen, bestehende Branchen ergänzen und langfristig am Standort bleiben.

Weniger überzeugend wären großflächige Lagerhallen mit wenigen Beschäftigten oder Geschäftsmodelle, die hohe Umwelt- und Infrastrukturkosten verursachen, aber kaum regionale Wertschöpfung erzeugen.

Die Kommunen sollten ihre Grundstücke nicht möglichst schnell, sondern strategisch vergeben.

Ein großes Versprechen für Westmecklenburg

Der Gewerbestandort Wismar-Hornstorf besitzt eine ungewöhnliche Kombination aus großen Flächen, Autobahnanbindung und Hafennähe.

Rund 108 Hektar können gewerblich oder industriell genutzt werden. Der Wismarer Abschnitt ist seit September 2025 erschlossen, der Hornstorfer Teil soll im September 2026 folgen. Erste Ansiedlungen sind dort bereits angekündigt.

Damit sind die baulichen Voraussetzungen weitgehend geschaffen.

Nun beginnt die entscheidende Aufgabe: Unternehmen müssen überzeugt werden, nicht nur Grundstücke zu reservieren, sondern tatsächlich zu investieren.

Die gemeinsame Vermarktung durch den Landkreis ist dafür ein richtiger Schritt. Sie beendet getrennte Zuständigkeiten und stellt den Standort als das dar, was er wirtschaftlich sein soll – ein zusammenhängendes Großprojekt für Wismar, Hornstorf und ganz Nordwestmecklenburg.

Ob daraus tatsächlich neue industrielle Stärke entsteht, wird sich nicht an der Zahl von Internetaufrufen oder Interessentengesprächen zeigen.

Entscheidend sind gebaute Betriebe, dauerhafte Arbeitsplätze und Unternehmen, die zur maritimen und industriellen Tradition Wismars passen.

160 Hektar Fläche sind vorhanden.

Jetzt muss daraus wirtschaftliche Zukunft werden.