Sie liegt seit Jahrzehnten im Wolgaster Hafen und gehört doch zu den außergewöhnlichsten Schiffen Deutschlands. Die Eisenbahndampffähre „Stralsund“ transportierte früher Eisenbahnwagen, Güter und Hunderte Reisende über den Strelasund, die Swine und den Peenestrom.
Nun steht das 1890 gebaute Schiff vor einer ungewissen Zukunft.
Der bisherige Förderverein will seine Tätigkeit zum Ende des Jahres 2026 beenden. Die Stadt Wolgast sucht deshalb einen neuen Betreiber, der die historische Fähre ab 2027 erhält, öffentlich zugänglich macht und mit einem tragfähigen Nutzungskonzept weiterentwickelt. Interessenbekundungen können bis zum 30. September 2026 um 12 Uhr eingereicht werden.
Gesucht werden nicht nur klassische Museumsvereine. Auch Unternehmen, Kulturträger, Initiativen und engagierte Privatpersonen können sich beteiligen. Die Stadt nennt Ausstellungen, Führungen, Bildungsangebote, Veranstaltungen, touristische Nutzungen und sogar ein kleines Café an Bord als mögliche Bestandteile eines neuen Konzepts.
Damit beginnt für eines der wichtigsten maritimen Wahrzeichen Wolgasts eine entscheidende Phase.
Ein weltweit einzigartiges technisches Denkmal
Die „Stralsund“ wurde 1890 auf der Schichau-Werft im damaligen Elbing gebaut. Die Stadt beschreibt sie unter Berufung auf den Förderverein als das älteste noch erhaltene Eisenbahndampffährschiff dieser Bauart weltweit.
Das Schiff dokumentiert gleich mehrere Kapitel der Verkehrsgeschichte: Eisenbahntrajekte, Dampfschifffahrt, Hafenarbeit, Schiffbautechnik und die Entwicklung der Verkehrsverbindungen zu den vorpommerschen Inseln.
Ganze Eisenbahnwagen fuhren auf das Schiff
Die Fähre besitzt ein etwa 32 Meter langes Gleis. Darauf konnten drei zweiachsige Reisezugwagen oder bis zu vier Güterwagen transportiert werden. Im Personenverkehr war Platz für bis zu 300 Fahrgäste. Das Schiff ist knapp 37,5 Meter lang und rund 9,8 Meter breit.
Die Eisenbahnwagen wurden über den Bug auf das Schiff geschoben. Nach der Überfahrt konnten sie auf der anderen Seite wieder auf das Schienennetz rollen.
Heute wirkt dieses Verfahren ungewöhnlich. Vor dem Bau fester Brücken gehörten Eisenbahnfähren jedoch zu den wichtigsten Möglichkeiten, Inseln und durch Wasser getrennte Streckenabschnitte mit dem Bahnnetz zu verbinden.
100 Jahre im regulären Einsatz
Die „Stralsund“ wurde zunächst auf der Verbindung zwischen Stralsund und Altefähr auf Rügen eingesetzt.
Später kam sie nach Swinemünde und verband dort die Inseln Usedom und Wollin. Das Schiff konnte auch als Eisbrecher verwendet werden und half dabei, Fahrrinnen und Hafenbereiche im Winter freizuhalten.
Einsatz zwischen Wolgast und Usedom
Ab den 1930er-Jahren übernahm die Fähre zunehmend Aufgaben im Raum Wolgast und Peenemünde.
Sie transportierte unter anderem Material zur Greifswalder Oie und war später auf der Fährverbindung zwischen Wolgast Hafen und dem damaligen Bahnhof Wolgaster Fähre auf Usedom im Einsatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg beförderte sie Passagiere, Güter und Eisenbahnwagen über den Peenestrom.
Ihre letzte reguläre Dienstfahrt fand im Dezember 1990 statt. Damit war das Schiff rund 100 Jahre im aktiven Einsatz.
Die Fähre wurde sogar noch einmal reaktiviert
Nach ihrer Außerdienststellung übernahm die Stadt Wolgast das Schiff im Jahr 1992.
Eigentlich sollte die alte Fähre bereits zum Museumsschiff werden. Weil die Fahrzeuge auf der Inselbahn umgestellt wurden, wurde sie zwischen 1993 und 1995 jedoch noch einmal als Eisenbahnfähre benötigt.
Seit 1997 Museumsschiff
Ab 1997 lag die „Stralsund“ als technisches Denkmal im Wolgaster Museumshafen. Im März 2017 wurde sie an ihren heutigen Liegeplatz im Stadthafen verholt.
Dort entwickelte sie sich zu einem weithin sichtbaren Bestandteil des Hafenbildes. Besucher konnten das Schiff besichtigen, technische Anlagen betrachten und mehr über die Geschichte des Eisenbahnverkehrs nach Usedom erfahren.
Förderverein kümmerte sich seit 2014 um das Schiff
Der Förderverein Dampf-Eisenbahnfährschiff „Stralsund“ wurde 2014 gegründet.
Seine Mitglieder übernahmen Führungen, Pflegearbeiten, technische Sicherungen und die Vermittlung der Schiffsgeschichte. Ziel war es, den weiteren Verfall zu verhindern und möglichst viele ursprüngliche Anlagen zu erhalten.
Ehrenamtliche hielten das Denkmal zugänglich
Die Arbeit an einem historischen Schiff ist deutlich aufwendiger als die Pflege einer gewöhnlichen Ausstellung.
Metallflächen müssen vor Korrosion geschützt, technische Anlagen kontrolliert und öffentliche Bereiche sicher gehalten werden. Hinzu kommen Führungen, Veranstaltungen, Öffentlichkeitsarbeit und die Abstimmung mit Stadt, Denkmalschutz und Hafenbehörden.
Dass die „Stralsund“ über Jahre öffentlich erlebbar blieb, ist deshalb zu einem erheblichen Teil dem ehrenamtlichen Einsatz des Vereins zu verdanken.
Warum der bisherige Verein aufhört
Die Stadt erklärt bislang vor allem, dass der Förderverein seine Tätigkeit Ende 2026 beendet und Nachfolger gesucht werden. Einzelne Mitglieder hatten bereits zuvor darauf hingewiesen, dass sie jüngere beziehungsweise neue Mitstreiter benötigen.
Ein typisches Problem vieler Kulturvereine
Viele technische Denkmale werden von Menschen erhalten, die sich seit Jahrzehnten mit ihrer Geschichte verbunden fühlen.
Doch Mitglieder werden älter, körperlich schwere Arbeiten werden schwieriger und neue Ehrenamtliche kommen nicht automatisch nach. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Organisation und Dokumentation.
Das Problem betrifft nicht nur die Wolgaster Fähre. Zahlreiche Heimatstuben, Museumseisenbahnen, historische Schiffe und kleinere Museen in Ostdeutschland stehen vor einem Generationswechsel.
Die Stadt sucht ausdrücklich neue Ideen
Die Wolgaster Stadtvertretung beschloss am 6. Juli 2026 die Durchführung eines Interessenbekundungsverfahrens zur künftigen Nutzung und Betreibung des Schiffes.
Die Stadt legt sich dabei nicht auf einen einzigen Betreiber- oder Nutzungstyp fest.
Museum allein muss nicht die einzige Lösung sein
Denkbar sind nach Angaben der Stadt unter anderem:
- historische Ausstellungen,
- Führungen und Bildungsangebote,
- kulturelle Veranstaltungen,
- touristische Programme,
- maritime Workshops,
- ein kleiner gastronomischer Bereich,
- Mischkonzepte aus mehreren Nutzungen.
Das Ziel bleibt jedoch klar: Die maritime Geschichte muss bewahrt und das Schiff weiterhin für Einwohner und Gäste zugänglich gehalten werden.
Ein Café an Bord klingt attraktiv – ist aber nicht einfach
Ein kleiner gastronomischer Betrieb könnte zusätzliche Besucher anziehen und eigene Einnahmen ermöglichen.
Gerade am Stadthafen wäre ein Café auf einem historischen Schiff touristisch reizvoll. Es könnte Führungen, Veranstaltungen und Aufenthalte miteinander verbinden.
Denkmalschutz setzt Grenzen
Eine gastronomische Nutzung benötigt Wasser, Strom, Abwasseranschlüsse, Kühlung, Lagerflächen, Brandschutz und hygienisch geeignete Arbeitsbereiche.
Solche Einbauten dürfen die historische Substanz und die technischen Anlagen des Schiffes nicht zerstören. Auch Fluchtwege, Tragfähigkeit und Barrierefreiheit müssten geprüft werden.
Ein Café kann deshalb Teil eines Konzepts sein. Als einfache und schnell umsetzbare Rettungslösung taugt die Idee jedoch kaum.
Auch Veranstaltungen könnten das Schiff beleben
Lesungen, kleine Konzerte, Theater, Filmvorführungen oder maritime Vorträge würden gut zum besonderen Ort passen.
Die Fähre wurde bereits in der Vergangenheit auch als Theater- und Veranstaltungsschiff genutzt.
Kleine Räume schaffen besondere Atmosphäre
Historische Schiffe bieten eine Nähe und Authentizität, die ein gewöhnlicher Veranstaltungssaal nicht besitzt.
Gleichzeitig ist die Zahl der Besucher begrenzt. Lärm, Rettungswege, Toiletten und technische Ausstattung setzen enge Grenzen.
Das Schiff sollte deshalb nicht als große Eventhalle geplant werden. Geeigneter wären kleinere, hochwertige Veranstaltungen mit klarem maritimem oder regionalem Bezug.
Bildungsangebote könnten eine tragende Rolle übernehmen
Die „Stralsund“ eignet sich besonders für Schulen, Berufsschulen und technische Bildungsprojekte.
An kaum einem anderen Ort lassen sich Dampfmaschinen, Schiffbau, Eisenbahngeschichte und regionale Verkehrsentwicklung so unmittelbar miteinander verbinden.
Technik wird im Original verständlich
Ein Modell oder eine digitale Animation kann viel erklären.
Eine echte Dampfmaschine, das historische Gleis auf dem Deck und die räumlichen Bedingungen des Schiffes vermitteln jedoch eine andere Vorstellung davon, wie industrielle Technik des 19. Jahrhunderts funktionierte.
Kooperationen mit Schulen, Hochschulen, Eisenbahnvereinen und technischen Ausbildungsbetrieben könnten daher ein wichtiger Bestandteil des künftigen Konzepts werden.
Ohne regelmäßige Einnahmen bleibt das Schiff abhängig
Ein neues Betreiberkonzept muss nicht nur kulturell überzeugen. Es muss auch finanziell tragfähig sein.
Zu den laufenden Kosten gehören Versicherungen, Liegeplatz, Strom, Wartung, Korrosionsschutz, Sicherheitsprüfungen und Reparaturen.
Eintritt allein dürfte kaum reichen
Ein kleines Museumsschiff kann seinen Unterhalt selten vollständig aus Eintrittsgeldern finanzieren.
Die Besucherzahlen schwanken mit Saison, Wetter und touristischer Nachfrage. Gleichzeitig können einzelne technische Reparaturen hohe Summen verschlingen.
Ein realistisches Modell wird daher wahrscheinlich mehrere Finanzierungsquellen benötigen:
kommunale Unterstützung, Spenden, Fördermittel, Mitgliedsbeiträge, Eintritt, Veranstaltungen, Sponsoren und möglicherweise gastronomische Einnahmen.
Das Unterwasserschiff bleibt eine Daueraufgabe
Bei einem schwimmenden Denkmal entscheidet nicht nur der sichtbare Aufbau über den Erhalt.
Besonders wichtig ist der Zustand des Schiffsrumpfes unterhalb der Wasserlinie. Dort können Korrosion und Materialermüdung lange unbemerkt bleiben.
Konservierung sichert die Schwimmfähigkeit
Ende 2018 begann eine umfassende Unterwasserkonservierung auf der Wolgaster Peene-Werft. Ziel war es, die Schwimmfähigkeit des historischen Schiffes langfristig zu erhalten.
Solche Arbeiten müssen regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden.
Ein künftiger Betreiber übernimmt deshalb nicht nur ein Ausstellungsstück, sondern ein schwimmendes technisches Bauwerk mit entsprechendem Wartungsbedarf.
Die Stadt bleibt als Eigentümerin in der Verantwortung
Wolgast übernahm die Fähre bereits 1992 mit dem Ziel, sie als technisches Denkmal zu erhalten.
Auch wenn ein neuer Verein oder privater Partner den Betrieb übernimmt, wird die Stadt ihre Verantwortung kaum vollständig abgeben können.
Betreiberwechsel darf kein Rückzug der Kommune sein
Ein ehrenamtlicher Verein kann Führungen, Veranstaltungen und kleinere Pflegearbeiten leisten.
Große Instandsetzungen, denkmalgerechte Sanierungen oder Arbeiten am Schiffsrumpf können jedoch schnell die Möglichkeiten eines Vereins übersteigen.
Vor einer Übergabe muss deshalb eindeutig geklärt werden:
Wer trägt welche Kosten? Wer haftet bei Schäden? Wer finanziert größere Reparaturen? Welche Unterstützung leistet die Stadt? Was geschieht, wenn der neue Betreiber nach einigen Jahren aufgibt?
Das Schiff ist ein Teil der Wolgaster Identität
Die „Stralsund“ ist nicht irgendein altes Schiff, das zufällig im Hafen liegt.
Sie erinnert an die Zeit, als Wolgast noch über eine Eisenbahnfähre mit Usedom verbunden war. Sie steht für Hafenarbeit, Dampftechnik, Eisenbahnverkehr und die industrielle Geschichte der Region.
Verbindung zwischen Stadt und Insel
Heute gelangen Straßen- und Bahnverkehr über Brücken nach Usedom.
Über viele Jahrzehnte war die Überfahrt mit der Fähre jedoch Teil des Alltags. Eisenbahnwagen mussten auf das Schiff geschoben, über den Peenestrom transportiert und auf der anderen Seite wieder in die Strecke eingegliedert werden.
Diese Geschichte erklärt, warum Wolgast nicht nur das Tor nach Usedom, sondern selbst ein wichtiger Verkehrs- und Industriestandort war.
Touristisch wird das Denkmal bislang nicht vollständig genutzt
Die Dampffähre liegt in unmittelbarer Nähe von Hafen, Altstadt und weiteren Sehenswürdigkeiten.
Trotzdem gehört sie nicht für jeden Usedom-Urlauber selbstverständlich zum Besuchsprogramm.
Wolgast braucht gemeinsame Angebote
Ein neues Konzept könnte die Fähre stärker mit Stadtmuseum, Petrikirche, Hafenführungen und der Geschichte der Peene-Werft verbinden.
Denkbar wären gemeinsame Eintrittskarten, thematische Stadtrundgänge oder Angebote für Reisegruppen.
So würde das Schiff nicht isoliert beworben, sondern Teil einer umfassenden Erzählung über Wolgast als Hafen-, Werft- und Verkehrsstadt.
Neuer Betreiber benötigt Fachwissen und viele Helfer
Gute Ideen allein werden nicht genügen.
Der künftige Träger braucht Erfahrung in Vereinsführung, Museumsarbeit, Technik, Denkmalschutz, Veranstaltungen, Förderanträgen und Öffentlichkeitsarbeit.
Eine einzelne Person kann das Schiff nicht retten
Das Interessenbekundungsverfahren richtet sich zwar auch an engagierte Privatpersonen. Dauerhaft wird aber ein belastbares Team notwendig sein.
Sinnvoll wäre möglicherweise ein Zusammenschluss mehrerer Partner:
ein Förderverein für Geschichte und Technik, ein Kulturträger für Veranstaltungen, ein gastronomischer Partner und regionale Unternehmen als Sponsoren.
Ein solches Modell verteilt Aufgaben und verhindert, dass die gesamte Verantwortung erneut auf wenigen älteren Ehrenamtlichen liegt.
Peene-Werft und regionale Unternehmen könnten sich beteiligen
Wolgast verfügt weiterhin über maritime und technische Kompetenzen.
Werftbetriebe, Metallbauer, Eisenbahnfreunde und Handwerksunternehmen könnten den Erhalt des Schiffes praktisch oder finanziell unterstützen.
Denkmalpflege als Ausbildung
Arbeiten an historischen Maschinen und Schiffskonstruktionen könnten auch in Ausbildungsprojekte eingebunden werden.
Auszubildende könnten unter fachlicher Anleitung bestimmte Bauteile dokumentieren, konservieren oder nachfertigen. Dadurch würde technische Geschichte mit heutiger Berufsbildung verbunden.
Solche Projekte benötigen klare Sicherheits- und Denkmalschutzstandards, könnten aber zusätzliche Partner für das Schiff gewinnen.
Das Verfahren endet am 30. September
Interessenten haben bis zum 30. September 2026 um 12 Uhr Zeit, ihre Vorstellungen bei der Stadt Wolgast einzureichen. Vorher können individuelle Besichtigungen vereinbart werden.
Konzepte müssen mehr als eine schöne Idee enthalten
Ein überzeugender Vorschlag sollte mindestens folgende Fragen beantworten:
- Welche Nutzung ist vorgesehen?
- Wie häufig wird das Schiff geöffnet?
- Wer übernimmt Führungen und Aufsicht?
- Wie wird der Betrieb finanziert?
- Welche fachlichen Erfahrungen sind vorhanden?
- Wie werden Denkmalschutz und Sicherheit gewährleistet?
- Welche Unterstützung wird von der Stadt erwartet?
- Wie viele Ehrenamtliche oder Beschäftigte stehen zur Verfügung?
Die Stadt sollte nicht allein das kreativste Konzept auswählen, sondern dasjenige mit der größten langfristigen Belastbarkeit.
Eine Stilllegung wäre ein schwerer Verlust
Findet sich kein neuer Betreiber, könnte die öffentliche Nutzung des Schiffes eingeschränkt oder vorübergehend vollständig beendet werden.
Das würde nicht automatisch bedeuten, dass die Fähre sofort verschwindet. Der Erhalt würde jedoch schwieriger, wenn regelmäßige Kontrollen, Führungen und Einnahmen wegfallen.
Geschlossene Denkmale geraten aus dem Blick
Ein nicht zugängliches Schiff verliert seine Verbindung zur Öffentlichkeit.
Besucher sehen es dann nur noch von außen. Schulen buchen keine Führungen mehr, Veranstaltungen entfallen und Spendenbereitschaft nimmt ab.
Langfristig wächst damit das Risiko, dass das Denkmal vor allem als kostspielige Verpflichtung wahrgenommen wird.
Die alte Mannschaft geht – jetzt braucht es eine neue
Seit 2014 hat der Förderverein dafür gesorgt, dass die „Stralsund“ gepflegt, vermittelt und öffentlich zugänglich blieb. Ende 2026 endet diese Arbeit.
Die Stadt reagiert richtig, indem sie frühzeitig nach neuen Partnern sucht und unterschiedliche Nutzungsideen zulässt.
Doch das Interessenbekundungsverfahren allein rettet kein Schiff.
Notwendig sind ein belastbares Betreiberteam, eine verlässliche Finanzierung und eine klare Aufgabenteilung zwischen Stadt, Ehrenamtlichen und möglichen wirtschaftlichen Partnern.
Die „Stralsund“ hat Kriege, politische Umbrüche, technische Veränderungen und 100 Jahre Fährbetrieb überstanden. Sie transportierte Eisenbahnwagen, Passagiere und Güter und blieb als älteste erhaltene Eisenbahndampffähre ihrer Art bis heute schwimmfähig.
Nun entscheidet sich, ob sie auch im Jahr 2027 noch ein lebendiger Teil Wolgasts bleibt.
Das Schiff braucht keinen symbolischen Retter.
Es braucht eine neue Mannschaft, die bereit ist, Verantwortung über viele Jahre zu übernehmen.