Brandenburg an der Havel. Für Einwohner, Pendler und Gewerbetreibende in Plaue ist das Ende einer langwierigen Baustelle in Sicht.
Die Sanierung der Bundesstraße 1 zwischen dem Görneweg und der Großen Mühlenstraße befindet sich im letzten Bauabschnitt. Nachdem Fahrbahnflächen und Kreuzungsbereiche erneuert wurden, konzentrieren sich die Arbeiten nun auf das Brückenbauwerk über die Havel. Dort wird die Strecke unter halbseitiger Sperrung saniert. Eine Baustellenampel führt den Verkehr wechselweise an den Arbeiten vorbei.
Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenwesen soll die gesamte Maßnahme voraussichtlich Mitte Juli 2026 beendet werden. Damit könnte eine der wichtigsten Straßenverbindungen im westlichen Stadtgebiet wieder ohne größere baubedingte Einschränkungen befahrbar sein.
Wichtige Verbindung durch Plaue
Die Bundesstraße 1 verbindet Brandenburg an der Havel unter anderem mit Plaue, Kirchmöser, Wusterwitz und weiter westlich gelegenen Regionen.
Für Plaue ist die Straße zugleich Ortsdurchfahrt und zentrale Verkehrsachse. Sie wird täglich genutzt von:
- Berufspendlern,
- Linienbussen,
- Lieferfahrzeugen,
- Handwerksbetrieben,
- Anwohnern,
- Touristen,
- sowie dem überregionalen Verkehr.
Entsprechend deutlich waren die Auswirkungen der Bauarbeiten.
Ampelregelungen, veränderte Verkehrsführungen und zeitweise gesperrte Kreuzungsbereiche führten zu längeren Fahrzeiten. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten entstanden Rückstaus.
Kreuzung am Görneweg bereits wieder frei
Ein wesentlicher Teil des Projekts betraf den Knotenpunkt der B1 mit dem Görneweg.
Dort wurde nicht nur die Fahrbahndecke erneuert. Auch der Kreuzungsbereich musste saniert und an die neue Straßenoberfläche angepasst werden. Inzwischen ist die Kreuzung wieder vollständig für den Verkehr freigegeben.
Damit verbessert sich die Erreichbarkeit der angrenzenden Wohngebiete und Grundstücke.
Die Arbeiten hatten im Mai ihren nächsten größeren Abschnitt erreicht. Seit dem 22. Mai wurde die Sanierung zwischen Görneweg und Großer Mühlenstraße vorbereitet und fortgesetzt.
Jetzt steht die Havelbrücke im Mittelpunkt
Der letzte Abschnitt ist technisch besonders anspruchsvoll.
Auf der Brücke können die Arbeiten nicht ohne Weiteres unter vollständiger Freigabe aller Fahrspuren erfolgen. Gleichzeitig soll eine Vollsperrung der B1 möglichst vermieden werden.
Deshalb wird der Verkehr halbseitig geführt.
Während auf einer Seite gearbeitet wird, nutzen Fahrzeuge die verbleibende Fahrspur abwechselnd in beide Richtungen. Geregelt wird dies durch eine mobile Ampelanlage.
Dieses Verfahren hält die wichtige Verbindung offen, führt aber insbesondere bei starkem Verkehrsaufkommen zu Wartezeiten.
Verkehrsteilnehmer sollten deshalb mehr Fahrzeit einplanen und ausreichend Abstand halten.
Warum die Straßendecke erneuert werden musste
Bundesstraßen sind hohen Belastungen ausgesetzt.
Neben dem täglichen Pkw-Verkehr nutzen Busse, Lastwagen und schwere Lieferfahrzeuge die Strecke. Hinzu kommen Frost, Niederschläge, große Hitze und wiederholte Temperaturschwankungen.
Mit der Zeit entstehen:
- Risse,
- Unebenheiten,
- Spurrinnen,
- ausgebrochene Fahrbahnränder,
- und Schäden im Bereich von Einmündungen.
Dringt Wasser in beschädigte Fahrbahnschichten ein, kann sich der Zustand weiter verschlechtern. Im Winter gefriert das Wasser, dehnt sich aus und vergrößert vorhandene Risse.
Eine rechtzeitige Erneuerung der Oberfläche kann verhindern, dass später auch tiefere Schichten des Straßenaufbaus ersetzt werden müssen.
Plaue war über Wochen stark belastet
Für die Menschen im Ortsteil bedeutete die Baustelle erhebliche Einschränkungen.
Plaue besitzt nur begrenzte Möglichkeiten, den Verkehr großräumig aus der Ortslage herauszuführen. Sperrungen oder Ampelregelungen auf der B1 wirken sich daher schnell auf angrenzende Straßen aus.
Anwohner mussten mit zusätzlichem Verkehr in Nebenstraßen, Baulärm und erschwerter Grundstückszufahrt leben.
Auch Gewerbetreibende sind von länger dauernden Straßenbaustellen betroffen. Kunden meiden teilweise Bereiche, in denen sie Staus oder Schwierigkeiten bei der Parkplatzsuche erwarten.
Umso wichtiger ist es, dass die angekündigte Fertigstellung nun möglichst eingehalten wird.
Erreichbarkeit von Kirchmöser besonders wichtig
Die B1 besitzt auch für den Wirtschaftsstandort Kirchmöser große Bedeutung.
Auf dem früheren Bahn- und Industrieareal befinden sich heute Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Beschäftigte, Lieferanten und Kunden sind auf verlässliche Straßenverbindungen angewiesen.
Baustellen auf der B1 wirken sich deshalb nicht nur auf private Fahrten aus.
Sie beeinflussen auch:
- Arbeitswege,
- Lieferzeiten,
- Logistik,
- Kundenverkehr,
- und die Erreichbarkeit von Gewerbeflächen.
Eine sanierte Verbindung stärkt damit auch die wirtschaftliche Anbindung des westlichen Stadtgebiets.
Fertigstellung fällt in eine Zeit zahlreicher Baustellen
Brandenburg an der Havel arbeitet derzeit an mehreren Straßen-, Brücken- und Leitungsprojekten.
In der Spittastraße sind vom 13. bis voraussichtlich 15. Juli Arbeiten an Schachtdeckeln und der Asphaltdecke vorgesehen. Auch dort wird der Verkehr mit einer Ampel an der Baustelle vorbeigeführt.
Weitere Projekte betreffen unter anderem Straßen in der Eigenen Scholle sowie Leitungs- und Asphaltarbeiten in der Mahlenziener Straße. Die dortige Gesamtmaßnahme ist nach aktueller Planung bis Oktober 2026 vorgesehen.
Für Autofahrer entsteht dadurch der Eindruck, dass immer irgendwo gebaut wird.
Diese Belastung lässt sich nicht vollständig vermeiden. Straßen, Leitungen und Brücken müssen regelmäßig erneuert werden. Entscheidend ist jedoch, dass Projekte zeitlich abgestimmt und Baustellen nicht länger als notwendig aufrechterhalten werden.
Stadt braucht eine bessere Baustellenkommunikation
Die Stadt veröffentlicht regelmäßig Informationen zu aktuellen Baumaßnahmen.
Trotzdem erfahren manche Anwohner erst kurzfristig, dass eine Straße eingeschränkt oder eine Zufahrt verändert wird.
Eine moderne Baustellenkommunikation sollte für jedes größere Projekt übersichtlich darstellen:
- Beginn und geplantes Ende,
- aktuelle Bauphase,
- Verkehrsführung,
- betroffene Buslinien,
- Zufahrten zu Grundstücken,
- Umleitungsempfehlungen,
- und mögliche Terminänderungen.
Besonders hilfreich wäre eine zentrale digitale Karte, in der alle städtischen, landes- und bundesweiten Maßnahmen im Stadtgebiet gemeinsam angezeigt werden.
Für Verkehrsteilnehmer spielt es schließlich keine Rolle, ob eine Baustelle von der Stadt, dem Land, einem Versorger oder dem Bund organisiert wird.
Keine vorschnelle Freigabe auf Kosten der Qualität
Der Wunsch nach einer schnellen Fertigstellung ist verständlich.
Trotzdem darf die Straße nicht freigegeben werden, bevor die Arbeiten fachgerecht abgeschlossen sind.
Dazu gehören unter anderem:
- vollständige Aushärtung der neuen Oberfläche,
- Kontrolle der Übergänge,
- Fahrbahnmarkierungen,
- Prüfung von Entwässerung und Schachtabdeckungen,
- sowie die abschließende Verkehrssicherung.
Eine nur scheinbar schnelle Fertigstellung wäre teuer, wenn wenige Monate später erneut nachgebessert werden müsste.
Wichtiger als einige Tage Zeitgewinn ist eine Fahrbahn, die den täglichen Belastungen möglichst lange standhält.
Die Brücke bleibt ein sensibles Bauwerk
Straßen auf Brücken werden besonders beansprucht.
Das Bauwerk bewegt sich geringfügig durch Verkehr, Wind und Temperaturschwankungen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass Wasser durch beschädigte Fahrbahnschichten in die Konstruktion eindringt.
Deshalb ist eine sorgfältige Sanierung der Brückenoberfläche wichtig.
Schäden an Abdichtung und Fahrbahn können langfristig auch die darunterliegende Konstruktion belasten. Aus einer vergleichsweise überschaubaren Oberflächensanierung könnte später eine deutlich aufwendigere Brückenreparatur werden.
Angesichts der zahlreichen sanierungsbedürftigen Brücken in Brandenburg an der Havel sollte die Stadt jeden vermeidbaren Folgeschaden verhindern.
Busverkehr bleibt während der Arbeiten abhängig vom Stau
Auch der öffentliche Nahverkehr nutzt die Ortsdurchfahrt.
Busse können die Ampelbaustelle nicht umfahren und stehen deshalb grundsätzlich im selben Rückstau wie Autos und Lastwagen.
Dadurch können sich Verspätungen über mehrere Haltestellen und spätere Fahrten fortsetzen.
Fahrgäste sollten während der letzten Bauphase ausreichend Zeit für Anschlüsse einplanen.
Nach Abschluss der Sanierung dürfte der Busverkehr wieder zuverlässiger durch Plaue geführt werden können.
Auch Radfahrer und Fußgänger brauchen sichere Wege
Bei Straßenbaustellen richtet sich die Aufmerksamkeit häufig vor allem auf den Autoverkehr.
Doch auch Fußgänger und Radfahrer müssen die Baustelle sicher passieren können.
Gerade im Bereich einer Brücke sind Ausweichmöglichkeiten begrenzt. Engstellen, Bauzäune und wechselnde Verkehrsführungen können unübersichtlich sein.
Die Verantwortlichen müssen deshalb sicherstellen, dass:
- Wege klar gekennzeichnet sind,
- Absperrungen nicht in den Gehweg ragen,
- Radfahrer rechtzeitig auf Engstellen hingewiesen werden,
- und Querungen auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität nutzbar bleiben.
Straßensanierung darf nicht dazu führen, dass schwächere Verkehrsteilnehmer auf gefährliche Bereiche ausweichen müssen.
Mitte Juli bleibt zunächst ein Zieltermin
Die angekündigte Fertigstellung zur Monatsmitte steht unter dem Vorbehalt eines reibungslosen Bauablaufs.
Wetter, technische Probleme oder zusätzliche Schäden können bei Straßenbauarbeiten zu Verzögerungen führen.
Für Anwohner ist deshalb wichtig, zwischen einem geplanten und einem verbindlich garantierten Fertigstellungstermin zu unterscheiden.
Nach dem bislang veröffentlichten Stand geht der Landesbetrieb Straßenwesen jedoch davon aus, die Arbeiten Mitte Juli abschließen zu können.
Sollte sich der Termin verschieben, sollten Stadt und Landesbetrieb dies frühzeitig und mit nachvollziehbarer Begründung mitteilen.
Plaue kann auf Entlastung hoffen
Die Sanierung der B1 war notwendig.
Sie hat Plaue und den westlichen Teil Brandenburgs an der Havel über Wochen belastet, verbessert aber langfristig eine entscheidende Verkehrsverbindung.
Mit der erneuerten Fahrbahn, dem sanierten Kreuzungsbereich am Görneweg und den abschließenden Arbeiten auf der Havelbrücke nähert sich das Projekt nun seinem Ende.
Für Einwohner, Pendler, Busfahrgäste und Unternehmen wäre eine Fertigstellung Mitte Juli eine deutliche Entlastung.
Die Maßnahme zeigt zugleich, wie wichtig eine vorausschauende Unterhaltung der Infrastruktur ist.
Wer Straßen rechtzeitig saniert, verhindert größere Schäden und noch längere Sperrungen.
Nun kommt es darauf an, dass die letzten Arbeiten sorgfältig abgeschlossen, Verkehrsflächen sicher freigegeben und mögliche Verzögerungen offen kommuniziert werden.