Eine überdimensionale Muschel wächst an einer hellblauen Häuserwand empor. Daneben sollen Wasserwelten, Tiere und weitere Motive entstehen, die zeigen, dass die Havel mehr ist als eine schöne Kulisse für Feriengäste und Wassersportler.
In Fürstenberg an der Havel gestalten derzeit zehn Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene eine 70 Quadratmeter große Hausfassade. Die Teilnehmer sind zwischen neun und 25 Jahre alt. Unter Anleitung der Künstlerin Silke Kirschning entsteht ein dauerhaftes Wandbild mit dem Titel „Die Havel als Lebewesen“.
Das Projekt verbindet Kunst, Feriengestaltung und Umweltschutz. Es gibt jungen Menschen die Möglichkeit, eine weithin sichtbare Fläche ihrer Stadt selbst zu verändern – nicht nur für wenige Tage, sondern möglicherweise für viele Jahre.
Junge Menschen gestalten ihre Stadt selbst
Für die Teilnehmer ist das Projekt deutlich mehr als ein gewöhnlicher Malkurs.
Die zehnjährige Johanna erklärte dem rbb, sie habe schon immer gern gemalt. Besonders freue sie, dass ihr Bild später von vielen anderen Menschen gesehen werden könne. Die 15-jährige Lina betonte dagegen das gemeinsame Arbeiten und das Ziel, miteinander etwas Bleibendes zu schaffen.
Vom Zeichenblatt auf die fünfgeschossige Fassade
Bevor Pinsel und Farbe an der Hauswand eingesetzt werden, entwickeln die Teilnehmer ihre Ideen zunächst auf Papier.
Das ist notwendig, weil sich ein kleines Motiv nicht einfach unverändert auf eine 70 Quadratmeter große Fläche übertragen lässt. Proportionen, Farben und Übergänge müssen genau geplant werden. Erst danach werden die Entwürfe Schritt für Schritt auf die Fassade übertragen.
Für die Arbeiten wurde ein fünfgeschossiges Gerüst aufgebaut. Der größte Teil der Wand erhielt bereits einen hellblauen Grundanstrich, auf dem die einzelnen Motive entstehen.
Das Thema lautet „Die Havel als Lebewesen“
Die künstlerische Idee geht auf Silke Kirschning zurück.
Sie möchte die Havel nicht nur als Gewässer darstellen, sondern als lebendiges Wesen, das mit Pflanzen, Tieren und den Menschen verbunden ist. Das Bild soll Betrachter dazu bringen, über den Wert und den Zustand der örtlichen Wasserlandschaft nachzudenken.
Fürstenberg lebt mit Fluss und drei Seen
Kirschning beschreibt die Havel und die drei Seen als einen Schatz, den Fürstenberg stärker schätzen und pflegen müsse. Genau diese Botschaft soll auf der Fassade sichtbar werden.
Fürstenberg trägt nicht ohne Grund den Zusatz „Wasserstadt“. Havel, Seen, Kanäle und Uferbereiche prägen das Stadtbild, den Tourismus und das tägliche Leben.
Das Kunstwerk greift diese Identität auf, ohne lediglich eine hübsche Urlaubskulisse zu malen. Es stellt die Frage, welche Verantwortung Menschen für das Wasser tragen, das ihren Ort wirtschaftlich und landschaftlich prägt.
Eine Muschel wird zum sichtbaren Mittelpunkt
Zu den ersten erkennbaren Motiven gehört eine große Muschel.
Johanna und Lina zeichneten deren Umrisse mit weißer Farbe auf die Wand. Die Muschel steht sinnbildlich für das Leben im Wasser, aber auch für die Verletzlichkeit von Gewässern und ihren Bewohnern.
Keine fertige Vorlage von oben
Das Besondere des Projekts liegt darin, dass die jungen Teilnehmer nicht lediglich ein vollständig vorbereitetes Bild ausmalen.
Sie entwickeln eigene Entwürfe und bringen ihre Vorstellungen davon ein, wie die Havel als lebendiger Organismus dargestellt werden kann.
Dadurch entsteht kein anonymes Auftragskunstwerk. Das fertige Bild wird die Ideen und Handschriften verschiedener Kinder und Jugendlicher miteinander verbinden.
Teilnehmer kommen auch aus Berlin
Nicht alle jungen Künstler leben direkt in Fürstenberg.
Die beiden 13-jährigen Teilnehmerinnen Ada und Awa sind für das Projekt aus Berlin angereist. Sie hatten für die Ferien noch keine anderen Pläne und wollten die Gelegenheit nutzen, ausgiebig zu malen und etwas Neues auszuprobieren.
Stadt und Land begegnen sich beim gemeinsamen Arbeiten
Solche Projekte können Menschen zusammenbringen, die sich im Alltag kaum kennenlernen würden.
Einheimische Kinder arbeiten mit Jugendlichen aus Berlin. Jüngere Teilnehmer treffen auf junge Erwachsene. Anfänger stehen gemeinsam mit Menschen am Gerüst, die bereits Erfahrungen mit Zeichnen und Malen besitzen.
Die gemeinsame Aufgabe schafft dabei eine unmittelbare Verbindung: Am Ende soll eine große Wand vollständig gestaltet sein.
Teilnahme war ohne Vorkenntnisse möglich
Das Projekt wurde offen ausgeschrieben.
Interessierte bis zum Alter von 25 Jahren konnten sich beteiligen, ohne bereits besondere künstlerische Erfahrungen nachweisen zu müssen. Die Teilnahme ist kostenlos. Auch eine Mitarbeit für nur einen Tag, ein Wochenende oder einen längeren Zeitraum war möglich. Fahrtkosten können erstattet werden. Wer mehrere Tage mitarbeitet, konnte nach der Ausschreibung zudem eine Übernachtungsmöglichkeit und Verpflegung erhalten.
Kunst darf nicht am Geldbeutel scheitern
Gerade bei Ferienangeboten ist die Kostenfrage wichtig.
Nicht jede Familie kann mehrtägige Kunstkurse, Reisen oder umfangreiche Freizeitangebote bezahlen. Ein kostenloses Projekt mit Unterstützung bei Fahrt und Unterkunft ermöglicht auch jungen Menschen die Teilnahme, deren finanzielle Möglichkeiten begrenzt sind.
Damit wird kulturelle Bildung nicht nur angeboten, sondern tatsächlich zugänglich gemacht.
Gemalt wird in der Fritz-Reuter-Straße
Das Fassadenprojekt findet an einem privaten Gebäude in der Fritz-Reuter-Straße 1 statt.
Der Hauseigentümer stellte die Wand für die Gestaltung zur Verfügung. Die Stadt Fürstenberg genehmigte das Vorhaben.
Ohne privaten Eigentümer kein öffentliches Kunstwerk
Kunst im öffentlichen Raum benötigt meist mehrere Partner.
Ein Künstler allein kann nicht einfach eine beliebige Hauswand bemalen. Eigentumsrechte, Sicherheit, Gerüstbau und die städtebauliche Wirkung müssen geklärt werden.
Dass ein privater Eigentümer eine große Fassade zur Verfügung stellt, ist deshalb ein wesentlicher Bestandteil des Projekts. Die Wand bleibt Teil des Gebäudes, wirkt aber künftig in den gesamten Straßenraum hinein.
Projektzeitraum vom 9. bis 23. Juli
Die gemeinsame Arbeitsphase wurde für den Zeitraum vom 9. bis zum 23. Juli 2026 angekündigt.
Damit stehen den Beteiligten zwei intensive Wochen zur Verfügung, um Entwürfe zu entwickeln, Farben vorzubereiten und große Teile des Bildes auf die Wand zu bringen.
Fertigstellung spätestens Anfang September geplant
Auch nach dem offiziellen Projektzeitraum können noch Arbeiten nötig sein.
Nach Angaben des rbb soll das vollständige Fassadenbild spätestens Anfang September fertiggestellt werden.
Der längere Zeitplan ist nachvollziehbar. Wetter, Trocknungszeiten und die Arbeit in großer Höhe können den Fortschritt beeinflussen. Zudem müssen die einzelnen Bildteile am Ende zu einem stimmigen Gesamtmotiv verbunden werden.
Ferien werden zu einer produktiven Zeit
Für Kinder und Jugendliche sind die Sommerferien zunächst eine Zeit ohne Unterricht und feste Stundenpläne.
Das Fürstenberger Projekt zeigt jedoch, dass Ferienangebote weder wie Schule wirken noch reine Beschäftigungstherapie sein müssen.
Lernen ohne Klassenzimmer
Die Teilnehmer beschäftigen sich mit Farbwirkung, Maßstab, Planung und Teamarbeit.
Sie lernen, dass ein großes gemeinsames Werk Absprachen verlangt. Nicht jede Idee kann unabhängig von den anderen umgesetzt werden. Farben müssen zueinander passen, Flächen verteilt und Arbeitsschritte koordiniert werden.
Gleichzeitig übernehmen die jungen Künstler Verantwortung. Ihr Bild verschwindet nicht nach Ende eines Workshops in einer Mappe. Es bleibt öffentlich sichtbar und wird damit auch öffentlich bewertet.
Jugendbeteiligung wird unmittelbar sichtbar
Kommunen sprechen häufig davon, junge Menschen stärker an Entscheidungen zu beteiligen.
In der Praxis bleiben solche Beteiligungsangebote jedoch manchmal abstrakt. Jugendliche füllen Fragebögen aus oder diskutieren in Workshops, ohne anschließend eine erkennbare Veränderung in ihrer Umgebung zu sehen.
Eine Wand zeigt, dass Beteiligung Folgen haben kann
Das Fassadenprojekt funktioniert anders.
Die Teilnehmer können jeden Tag beobachten, wie ihre Ideen ein Gebäude verändern. Auch andere Einwohner sehen, dass junge Menschen an der Gestaltung der Stadt beteiligt sind.
Das Ergebnis ist konkret, dauerhaft und öffentlich.
Gerade für kleinere Städte kann diese Form der Beteiligung wertvoll sein. Sie vermittelt jungen Menschen, dass ihr Engagement vor Ort etwas bewirken kann.
Kunst greift ein lokales Umweltthema auf
Das Bild beschäftigt sich nicht mit einem beliebigen Motiv.
Die Havel und die drei Seen gehören zum unmittelbaren Lebensumfeld der Teilnehmer. Wer in Fürstenberg lebt, begegnet dem Wasser beim Schulweg, beim Baden, beim Angeln, beim Paddeln oder bei einem Spaziergang.
Umweltbildung ohne erhobenen Zeigefinger
Ein gemaltes Bild kann keine Gewässer reinigen und keine politischen Entscheidungen ersetzen.
Es kann jedoch Aufmerksamkeit schaffen. Menschen bleiben stehen, betrachten Details und fragen sich möglicherweise, warum die Havel als Lebewesen dargestellt wird.
Damit vermittelt das Projekt Umweltbewusstsein auf eine niedrigschwellige Weise. Es belehrt nicht mit Verbotsschildern oder langen Texttafeln, sondern lädt durch Farben und Formen zum Nachdenken ein.
Die Havel ist Naturraum und wirtschaftliche Grundlage
Fürstenbergs Seen- und Flusslandschaft ist nicht nur ökologisch bedeutend.
Sie spielt auch für Tourismus, Freizeitwirtschaft, Gastronomie und Beherbergung eine wichtige Rolle. Viele Gäste kommen wegen der Möglichkeit zum Baden, Paddeln, Bootfahren oder Angeln in die Region.
Schutz des Wassers ist auch Standortpolitik
Verschmutzte Ufer, schlechte Wasserqualität oder geschädigte Lebensräume würden deshalb nicht nur Tiere und Pflanzen treffen.
Sie könnten langfristig auch die Attraktivität der Wasserstadt beeinträchtigen.
Das Fassadenbild verbindet damit zwei Botschaften: Die Havel ist ein schützenswerter Lebensraum und zugleich ein zentraler Teil der örtlichen Identität.
Kunst im öffentlichen Raum verändert die Wahrnehmung
Eine große, bislang unscheinbare oder einfarbige Fassade kann einen Straßenzug deutlich prägen.
Wird sie künstlerisch gestaltet, entsteht ein neuer Orientierungspunkt. Einwohner geben möglicherweise künftig nicht mehr nur eine Hausnummer an, sondern sprechen vom Gebäude mit dem großen Havelbild.
Ein Kunstwerk ohne Eintrittskarte
Museen und Galerien erreichen meist nur Menschen, die sich bewusst für einen Besuch entscheiden.
Eine bemalte Fassade begegnet dagegen auch Passanten, Autofahrern, Nachbarn und Touristen, die ursprünglich gar kein Kunstangebot gesucht haben.
Damit wird Kunst Teil des Alltags. Sie ist kostenlos sichtbar und rund um die Uhr zugänglich.
Ein bleibendes Werk verlangt handwerkliche Qualität
Damit das Bild tatsächlich lange erhalten bleibt, muss es mehr aushalten als ein gewöhnliches Gemälde.
Sonne, Regen, Frost und Temperaturschwankungen beanspruchen Farben und Untergrund. Deshalb sind geeignete Fassadenfarben und eine fachgerechte Vorbereitung der Wand entscheidend.
Jugendliche arbeiten an einem echten Bauwerk
Die Teilnehmer erleben dadurch, dass öffentliche Kunst auch Handwerk ist.
Es geht nicht nur darum, eine gute Idee zu haben. Untergrund, Material, Sicherheit und Haltbarkeit müssen ebenso berücksichtigt werden.
Das Gerüst ermöglicht die Arbeit an höheren Fassadenbereichen, verlangt aber zugleich klare Sicherheitsregeln und eine sorgfältige Betreuung.
Fürstenberg verfügt bereits über kreative Bildungsangebote
In der Stadt gibt es mit dem KreativRaum einen Ort, an dem Kunst, Handwerk und kulturelle Bildung miteinander verbunden werden.
Der von havel und dem Verstehbahnhof getragene Raum bietet unter anderem Möglichkeiten für Siebdruck, Nähen, Malen, Zeichnen und verschiedene Drucktechniken. Er richtet sich ausdrücklich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene – unabhängig von ihren Vorkenntnissen.
Fassadenkunst passt zu einer wachsenden Kreativszene
Das aktuelle Wandbild steht damit nicht vollkommen allein.
Es fügt sich in eine örtliche Entwicklung ein, bei der Werkstätten, Ferienangebote und künstlerische Projekte stärker als Treffpunkte und Bildungsorte genutzt werden.
Für eine Kleinstadt ist das nicht selbstverständlich. Kulturelle Angebote konzentrieren sich häufig auf größere Städte, während Jugendliche auf dem Land längere Wege zurücklegen müssen.
Umso wichtiger sind Projekte, die direkt vor Ort stattfinden und zugleich über die Stadt hinaus Teilnehmer anziehen.
Das Projekt stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl
Wer mehrere Tage gemeinsam an einer Wand arbeitet, erlebt Erfolge und Schwierigkeiten unmittelbar miteinander.
Ein Motiv gelingt, ein anderes muss überarbeitet werden. Wetter kann den Arbeitsplan verändern, Farben verhalten sich auf der Fassade anders als auf Papier und nicht jede Linie sitzt sofort richtig.
Das Ergebnis gehört allen Beteiligten
Gerade dadurch entsteht ein gemeinsames Werk.
Am Ende lässt sich nicht jeder Quadratmeter nur einer Person zuordnen. Die Teilnehmer müssen ihre Ideen miteinander verbinden und einander helfen.
Das stärkt Fähigkeiten, die weit über Kunst hinausgehen: Rücksichtnahme, Ausdauer, Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für einen gemeinsamen Auftrag zu übernehmen.
Auch Erwachsene können von dem Bild lernen
Der pädagogische Wert richtet sich nicht nur an die jungen Künstler.
Wenn Erwachsene an der Fassade vorbeigehen, werden sie mit der Sichtweise einer jüngeren Generation konfrontiert. Die Havel erscheint dann nicht nur als Wasserstraße, Grundstückslage oder touristischer Standort, sondern als lebendiger Organismus.
Junge Menschen setzen das Thema
Die Jugendlichen malen nicht das, was Erwachsene ihnen als Stadtwerbung vorgeben.
Sie beteiligen sich an der Entwicklung des Bildes und bringen eigene Ideen ein. Dadurch erhält das fertige Werk eine andere Perspektive als ein professionell entworfenes Werbemotiv.
Es kann verspielter, ungewöhnlicher und möglicherweise auch kritischer werden.
Von der grauen Wand zum Wahrzeichen
Ob das Fassadenbild später tatsächlich zu einem bekannten Wahrzeichen Fürstenbergs wird, lässt sich noch nicht vorhersagen.
Die Voraussetzungen sind jedoch vorhanden: eine große Fläche, ein klarer Bezug zur Stadt und eine Geschichte, die sich gut weitererzählen lässt.
Touristen können auf das Projekt aufmerksam werden
Ein auffälliges Wandbild wird fotografiert und in sozialen Netzwerken geteilt.
So kann es auch Menschen erreichen, die Fürstenberg bisher nicht kennen. Besonders authentisch wirkt dabei, dass das Kunstwerk nicht von einer anonymen Werbeagentur, sondern gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen geschaffen wurde.
Für die touristische Vermarktung sollte das Projekt dennoch nicht vereinnahmt werden. Sein eigentlicher Wert liegt in Beteiligung, Kunst und Naturbewusstsein – nicht nur in einem neuen Fotomotiv.
Das Bild soll Fragen stellen
Silke Kirschning formuliert als zentrale Frage des Projekts: Sind Flüsse lebendig?
Biologisch betrachtet besteht ein Fluss aus einem komplexen Lebensraum mit Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen. Künstlerisch geht die Frage jedoch weiter.
Was schulden Menschen ihrem Fluss?
Ist die Havel nur eine nutzbare Ressource? Darf sie beliebig ausgebaut, befahren und wirtschaftlich genutzt werden? Oder besitzt sie einen eigenen Wert, der bei Entscheidungen stärker berücksichtigt werden muss?
Das Fassadenbild gibt darauf vermutlich keine eindeutige Antwort.
Gerade deshalb kann es wirkungsvoll sein. Gute Kunst erklärt nicht nur, sondern lässt Raum für eigene Gedanken.
Eine positive Geschichte aus Brandenburg
Viele Nachrichten über Jugendliche handeln von Schulproblemen, Gewalt, Sucht oder fehlender Perspektive.
Das Fürstenberger Projekt zeigt eine andere Wirklichkeit.
Zehn junge Menschen verbringen einen Teil ihrer Ferien nicht nur am Smartphone oder im Freibad. Sie steigen auf ein Gerüst, entwickeln Entwürfe und gestalten gemeinsam eine riesige Wand.
Engagement verdient Öffentlichkeit
Solche Projekte lösen keine großen gesellschaftlichen Probleme.
Sie zeigen aber, was möglich ist, wenn Künstler, Eigentümer, Stadt und junge Teilnehmer zusammenarbeiten.
Aus einer freien Hausfassade entsteht ein Lernort. Aus Ferienzeit wird produktive Gemeinschaft. Und aus einer Idee über die Havel wird ein Bild, das eine ganze Straße verändern kann.
Anfang September soll das Kunstwerk vollendet sein
Bis spätestens Anfang September soll die 70 Quadratmeter große Fassade vollständig gestaltet sein. Dann wird sichtbar, wie die einzelnen Entwürfe, Tiere, Wasserformen und Pflanzen zu einem Gesamtbild zusammenfinden.
Schon jetzt besitzt das Projekt jedoch einen besonderen Wert.
Johanna, Lina, Ada, Awa und die weiteren Teilnehmer haben erfahren, dass ihre Ideen nicht klein bleiben müssen. Sie können wachsen – vom Blatt Papier bis auf eine fünfgeschossige Hauswand.
Für Fürstenberg entsteht dabei mehr als ein farbiges Gebäude.
Das Bild erinnert Einwohner und Besucher daran, dass die Havel nicht nur durch die Stadt fließt. Sie prägt das Leben, die Landschaft und die Zukunft des Ortes.
Und genau deshalb verdient sie Aufmerksamkeit, Schutz und gelegentlich auch eine ganze Hauswand.